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Ballett der Staatsoperette Dresden: Was geschieht, bevor der Vorhang hochgeht?

Ballett der Staatsoperette Dresden: Was geschieht, bevor der Vorhang hochgeht?

Die Tänzerinnen und Tänzer des Balletts der Staatsoperette Dresden kommen zur Probe in den Ballettsaal: "Guten Morgen", "Hallo", die Wasserflaschen werden abgestellt, die Matten zum Ausruhen an den Rand gelegt.

So beginnt ihr Arbeitstag.

Bei der Wahl der Kleidung für die Proben sind manche Tänzer so erfinderisch wie humorvoll. Die Pianistin sitzt am Klavier, die Ballettmeisterin hat ihren Auftritt, jetzt herrscht hier eiserne Disziplin.

Das Training beginnt an der Ballettstange, zunächst geht es um die Beherrschung der fünf Positionen für die Füße, dann heißt es "Plié", eine fundamentale Übung, aus der Kniebeugung erwächst beim Auf und Nieder die für den Tanz unerlässliche Schwung- und Fliehkraft. Immer wieder Tempowechsel, dann der Übergang zu den "Battements", wenn der schleifende Fuß in die gestreckte Haltung übergeht, sich bis zur mittleren Höhe erhebt und so sich in einer regelrecht magischen Geometrie erste Varianten des Bezuges zur Höhe im Tanz ergeben.

Immer wieder korrigiert die Ballettmeisterin, immer wieder wird Tempo eingefordert, die Bewegungen gewinnen an Höhe, "Beine bis über die Ohren", so die Ansage für die Tänzerinnen. Jetzt die "Piques", die Fußspitze der Tänzerin im Spitzenschuh "sticht in den Boden und überwindet das Körpergewicht", das erwartet die Meisterin. Und schon entsteht für ein Paar die Variation eines Pas de deux, jenes kunstvollen Tanzes zu zweit, hier ein Ausschnitt aus dem Ballett "Le Corsaire". Während die anderen Mitglieder der Kompanie eine kurze Pause haben, probieren Solistin und Solist die Hebungen und Pirouetten, jene Wahnsinns- drehungen auf der Spitze für die Tänzerin, auf der halben Spitze des Fußes für den Tänzer.

Und schon sind alle wieder gefordert. Was in der strengen Disziplin eines klassischen Trainings erarbeitet wurde, gilt es jetzt anzuwenden in den wilden Schrittkombinationen einer so temperamentvollen wie folkloristisch grundierten Choreografie zur wild dahinfegenden Polka aus der Oper "Die verkaufte Braut".

Das alles konnte man schon mal bei einer Probe mit dem Ballett der Staatsoperette beobachten und dabei neugierig werden auf das Projekt "Backstage", das im Rahmen der Dresdner Schulkonzerte in der Staatsoperette zu erleben sein wird. Erdacht, entwickelt und einstudiert hat es der amtierende Ballettdirektor Radek Stopka, selbst klassisch ausgebildet am Prager Konservatorium und langjähriger Solotänzer an der Staatsoperette. Er möchte mit diesem Angebot jungen Leuten den Zugang zum Tanz, zum Ballett erleichtern. Er möchte mit seinen Tänzerinnen und Tänzern auf unterhaltsame Weise und mit viel Humor vermitteln, was im Tanz bei Beherrschung der klassischen Grundlagen alles möglich ist. So wird es auch eine richtige Shownummer aus dem Musicalklassiker "Evita" zu sehen geben, Elemente von Streetart sind dabei, und ohne Breakdance geht es auch nicht. Vom Ballett zum Breakdance, vom Training an der Ballettstange über die schweißtreibende Probenarbeit bis zum bejubelten Auftritt im Rampenlicht, alles in einer guten Stunde, das verspricht Radek Stopka, und die Probe zeigt schon, dass er weiß, wovon er spricht.

Das weiß auch Mandy Garbrecht, sie hat die streng klassische Ausbildung der Staatlichen Ballettschule in Berlin absolviert, sie war als erste Solistin jahrelang Radek Stopkas Partnerin, jetzt ist sie als gefragte Choreografin unterwegs. Im Schulkonzert "Backstage" ist sie die gestrenge Ballettmeisterin, und das macht sie mit augenzwinkernder und liebenswürdiger Zickigkeit.

Damit die Schüler auch einen Eindruck bekommen, was sonst noch so in den Räumen eines Theaters hinter der Bühne geschieht, hat Radek Stopka kurze Videobeiträge eingefügt. Zwei junge Männer, 16 und 18 Jahre alt, stellen die Fragen. Damit das alles auch mit dem richtigen Sound und für Jugendliche mit den richtigen Worten ankommt, hat Stopka die Videoprojekte gemeinsam mit seinem 16-jährigen Sohn entwickelt.

"Backstage", für Schülerinnen und Schüler ab Klasse 6: 27. und 28. Mai, 10.30 Uhr, Staatsoperette Dresden Karten: DresdnerSchulkonzerte@HSKD.de Tel. 0351/828 26 30

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 26.05.2015

Boris Gruhl

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