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Balkan auf Magnetband - Samuel Fink ist Dresdens Kassetten-DJ

Balkan auf Magnetband - Samuel Fink ist Dresdens Kassetten-DJ

DJs gibt es in Dresden so einige, Balkan-Djs sind mehrere bekannt. Lediglich den Balkan-Kassetten-Dj gibt es nur einmal in der Landeshauptstadt. Samuel Fink, 29 Jahre alt, Familienvater aus Dresden-Pieschen, ist derjenige, welcher.

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Samuel Fink alias Kassetten-DJ Rumpelkopf legt am Freitag ab 22 Uhr im BRN-Lustgarten auf.

Quelle: Dietrich Flechtner

Unter dem auch charakterbeschreibenden Namen "Rumpelkopf" schiebt er im Schnitt zweimal im Monat seine Kassetten auf diversen Partys ins Deck. Fließende Übergänge zwischen den einzelnen Songs lassen sich rein mechanisch mit Kassetten nun nicht herstellen. "Das braucht es gar nicht. Bei der Musik, die ich spiele, sind ein paar Sekunden Pause zwischendurch manchmal ganz gut", erklärt der Tape-Jockey, kurz TJ.

Auf seinen 60-Minuten-Magnetbändern findet sich vor allem Balkan, Polka und Ska. Und zwar kein Mainstream, den auch diese eher abseitige Musikszene inzwischen kennt. "Ich versuche, viel Underground-Musik zu spielen. Aber natürlich hängt das auch immer vom Publikum ab", erklärt Fink. Da die Balkan/Polkaszene (noch) keine etablierte Szenezeitschrift hat, verbringt der 29-Jährige viel, viel Zeit im Internet auf der Suche nach dem Neuesten aus Osteuropa, Griechenland, Italien, aber auch aus den USA. Im Urlaub zieht es ihn häufig in osteuropäische Länder - musikalische Urlaubsmitbringsel inklusive.

Auf jeden Auftritt bereitet sich Fink, der hauptberuflich als Pfleger in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Arnsdorf arbeitet, exakt vor. "Für einen meiner jüngsten Auftritte zum Beispiel hatte ich sieben Stunden fertige Musik dabei - pro Kassette jeweils 30 Minuten." Dazu kommen noch Reserve-Tapes, falls die Mischung nicht ankommt oder die Tänzer eine Pause brauchen. Alles wird von Hand auf Kassette überspielt, zu kaufen gibt es die Musik so nicht. Ist die Kassette eingelegt, hat der TJ auch mal Zeit, selbst zu tanzen. "Das ist für mich ein echter Vorteil gegenüber Vinyl, CD oder Laptop", erklärt er. Und eine Kassette kann auch mal runterfallen.

Gefürchtet ist allenfalls der Bandsalat. Wenn das passiert, ist das Tonband meist futsch. Nachschub zu bekommen wird immer schwerer. "Ich habe mir in weiser Voraussicht 2012 einen großen Vorrat an 60er Kassetten gesichert", erklärt Fink. Auch Kassettendecks zum Abspielen sind mittlerweile Raritäten, erwerbbar zu ständig steigenden Preisen. "Im Moment versuche ich, mich in die Technik einzufuchsen, damit ich auch mal was reparieren kann", so Fink. Ersatzteile sind auch Mangelware. Etwas Gutes hat das allerdings: "Je seltener Kassetten werden, um so größer wird mein Alleinstellungsmerkmal als Kassetten-DJ", frohlockt der junge Mann.

Und die Zuhörer finden abgesehen von der Musik das Ding mit den Kassetten echt cool. "Viele machen Handyfotos", beschreibt der TJ seine Erfahrung. Seinen ersten Gig hatte er im Herbst 2012 in der Zille. Im Bautzner Tor war er mehrmals zu Gast und auf dem Kirchentag in Hamburg legte Fink auf, demnächst ist er in Schwerin und auf der Kulturinsel Einsiedel zu hören. Der Preis für einen Auftritt sei Verhandlungssache, beteuert Fink, eine Warteliste für Rumpelkopf-Auftritte existiert noch nicht.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.06.2014

Franziska Schmieder

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