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Axel Bosse veröffentlicht Livealbum und kommt im November nach Dresden

Axel Bosse veröffentlicht Livealbum und kommt im November nach Dresden

Nicht nur in der ersten deutschen Pop-Liga, die er als Sieger von Stefan Raabs "Bundesvision Song Contest" 2013 in gewisser Weise sogar anführt.

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Keine 23 mehr: Axel Bosse.

Quelle: dpa

Axel Bosse ist angekommen. Sondern auch in seiner Wahlheimat Hamburg, wo der 34-jährige Braunschweiger seit einigen Jahren lebt. Und dort, in Hamburg, genauer in der Alsterdorfer Sporthalle vor 7000 Leuten, schnitt der Sänger und Songschreiber im Dezember ein legendäres Konzert mit, das jetzt als Doppel-Live-CD "Kraniche - Live in Hamburg" und limitierte Deluxe-Box mit DVD erscheint. Am 12. November kommt das Live-Talent in den Alten Schlachthof nach Dresden. Ein Gespräch mit Bosse über Euphorie und Glück während des Auftritts, Kontrollverlust auf der Bühne, Tränen der Rührung und einen Rückzugsort am Rand der Stadt.

Euphorie? Melancholie? Sehnsucht? Glück? Was ist Ihr vorherrschendes Gefühl, wenn Sie an die Stadt Hamburg denken?

Ich bin in Hamburg vor allem sehr glücklich. Mein Kind fühlt sich hier sehr wohl, und ich kenne keinen besseren Platz für uns in Deutschland. Denke ich neben meinem Alltag an meine Hamburger Konzerte, ist da auch durchaus große Euphorie im Spiel.

Erinnern Sie sich noch, wann und warum Sie an Hamburg zum ersten Mal Gefallen gefunden haben?

Mit 15 war ich das erste Mal auf St. Pauli. Für mich als Dorfjunge war das umwerfend, aber nicht so sehr mit Stress verbunden wie Berlin. Die Nähe zu Wasser und Häfen machten mich schon immer glücklich und entspannt.

Seit einigen Jahren ist Hamburg Ihre Wahlheimat. Wie muss man sich Ihr Zuhause dort vorstellen? Eine bunte Kreativwohnung oder ein idyllisches Familienhaus?

Ein Familienhaus mit zu vielen Instrumenten und Garten. Wir wohnen zwar etwas außerhalb, aber für den Platz und die Ruhe fahre ich gerne ein paar Minuten zum nächsten Café.

Haben Sie bei der Inneneinrichtung des Hauses und der Gartenarbeit selbst Hand angelegt? Oder ist das nicht so Ihr Ding?

Bei Inneneinrichtung bin ich eher raus. Garten finde ich super. Pflanzen ziehen kann süchtig machen, und ich stehe kurz vor Gewächshaus.

Klingt alles sehr angekommen. Sprechen Sie also auch von einem Heimspiel, wenn Sie in Hamburg auftreten?

Durchaus. Es gibt für mich zwei Heimspiele. Braunschweig und Hamburg. Altes und neues Zuhause.

Der Live-Mitschnitt Ihres Hamburg-Konzerts Ende 2013 wurde nun veröffentlicht, es gibt eine Doppel-CD und eine DVD. Was machte diesen Abend so besonders?

Hamburg war der letzte Abend eines verrückten Jahres und unser erstes eigenes Konzert vor mehr als 7000 Leuten. Da waren so viele Momente, die sich unfassbar gut anfühlten. Ich hoffe, dass der Mitschnitt dieses Gefühl vermitteln kann und die zwei Stunden voller Kraft, Tanz, Sehnsucht, Traurigkeit und Freude sind. Ich musste die ganze Zeit an meine Band denken, die mit mir so viele Jahre durch halbvolle oder leere Hallen tingelte. Die Feier haben die sich so was von verdient. Dann die vielen Wegbegleiter und Freunde auf der Bühne, vor einem alles mitsingendem Publikum. Also alles besonders irgendwie.

Führen Sie an sich ein wildes Tourleben? Oder gibt's bei Ihnen backstage nur Tee und Gebäck?

Die wilden Zeiten sind fast vorbei. Ich bin keine 23 mehr. Wegen Bauch auch eher Tee ohne Gebäck.

Die vielen Tourneen in den vergangenen Jahren mit fünf Alben, das ständige Reisen. Macht Ihnen das noch Spaß?

Es ist sehr gut geworden, seit dem das Touren zum Leben gehört wie kochen oder einkaufen. Diese Aufgeregtheit ist einfach nicht mehr da, und die Umstände sind leichter geworden, seitdem es besser läuft.

Was macht denn derzeit besonders Spaß?

Mal abgesehen von den Konzerten am Abend, ist es für mich immer noch super, morgens in einer neuen Stadt aufzuwachen und den ganzen Tag vor der Brust zu haben. Gerade für die Väter und Mütter in der Band ist das wie Urlaub ohne viel Verantwortung. Wir hängen dann oft einfach nur in den Kaffees der Stadt und machen nichts, manche schlafen sich auch tagelang aus.

Und wenn Sie dann auf der Bühne stehen? Haben Sie sich vor Ihrem immer größer werdenden Publikum noch unter Kontrolle? Oder sind Sie dort oben nur noch gesteuert von Euphorie und Glück?

Mein Ziel als Musiker war es immer, diese blöde Kontrolle über mich zu verlieren. Einfach im Moment sein, ohne nachzudenken, das ist beim Musikmachen sehr erstrebenswert. Seit ein paar Jahren kriege ich das gepaart mit Euphorie und Glück ganz gut hin.

Was war der schönste und glücklichste Moment beim Konzert in Hamburg, das aufgezeichnet wurde?

Ich kann vieles gar nicht mehr so fassen, aber bei "4 Leben" musste ich mit den Tränen kämpfen. In dem Moment ist mir klar geworden, wie gut das alles ist und wie dankbar und glücklich ich dafür bin.

Wenn Sie nach solchen Auftritten und nach Tourneen allgemein nach Hause kommen, werden Sie dann von Ihrer Familie als Rockstar gefeiert? Oder sind Sie zu Hause einfach Ehemann und Vater und weniger der berühmte Musiker?

Ich kann mittlerweile sehr gut in beiden Welten leben und freue mich nach einer Tour immer unendlich auf Zuhause. Kind, Frau, Ökoladen, Markt, Garten. Alles Top-Sachen nach einer Tour. Da bleibt keine Zeit für ein Bono-Rockstar-Tourloch aus der Kreisliga.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.08.2014

Erik Brandt-Höge

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