Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 2 ° Regen

Navigation:
Google+
Ausstellung "lokal" mit der Dresdnerin Antje Blumenstein im Albertinum

Ausstellung "lokal" mit der Dresdnerin Antje Blumenstein im Albertinum

Es ist räumlich kein großes Unterfangen. Das Schaudepot "Antike bis Barock" der Skulpturensammlung hat ein zeitgenössisches Pendant aufgenommen, das sich erst nach und nach visuell erschließt.

Voriger Artikel
Snow Patrol am Elbufer Dresden: Große Gesten, knappe Hosen und ein Foto zur Erinnerung
Nächster Artikel
Teamwork von Anfang an: Premiere von "Die Konferenz der Tiere" in der Dresdner Semperoper

Antje Blumenstein neben ihrer Objekt-Ton-Installation "lokal".

Quelle: Dietrich Flechtner

Denn vom Schwarz der Wände und des Fußbodens heben sich auf den ersten Blick nur ein paar Lichtreflexionen ab. Obendrein ist ein eigenartiges Geräusch zu vernehmen. Tritt man näher, erfasst das Auge einen unregelmäßigen "Körper", der über weite Strecken von schwarzer, glänzender Folie umwickelt ist und erscheint, als habe hier jemand etwas zusammengepackt und liegen gelassen - vielleicht auch, weil das Ganze nicht wirklich stabil war. Denn an verschiedenen Stellen kann man das Darunter sehen - Kisten, Kasten, Stuhlbeine.

Angesichts dessen ist es gar nicht so verwunderlich, wenn Antje Blumenstein (geb. 1967 in Dresden), die Schöpferin dieser möglicherweise nur temporären Skulptur, dafür den Titel "lokal" wählte. Denn die Objekt-Ton-Installation besteht aus handelsüblichen bzw. alltäglichen Gegenständen des Museumsalltags: Polyesterfolie, Verpackungsmaterial und besagten Stühlen und Regalteilen. Das alles hat sie ineinander geschachtelt und mit der schwarzen, glänzenden Folie umwickelt, so dass der erwähnte feste, unregelmäßig geformte "Körper" entstand. Abschließend hat sie die Folie an mehreren Stellen aufgeschnitten. Die mit deren Zurückweichen verbundenen Geräusche wurden zeitgleich aufgenommen und bilden nun den Sound der kleinen Präsentation.

Antje Blumenstein, die bis 1997 an der Hochschule für Bildende Künste Dresden (HfBK) studierte und heute in Berlin lebt, arbeitet auch sonst - das war schon beim Diplom so - oft mit einfachen Materialien, beispielsweise Leuchtketten oder Styropor. Ihre Arbeiten spielen mit Assoziationen, etwa zum religiösen Erfahrungsschatz oder zur glamourösen Glitzerwelt unserer Tage. Für ihr Schaffen wurde die Künstlerin bisher mit mehreren Stipendien ausgezeichnet, etwa 2001 als Artist in Residence in Columbus/Ohio (USA). Sie war in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen präsent, u.a. in Kunstkammer No. 7 im Georg Kolbe Museum Berlin (2010).

Im Albertinum eröffnet sie mit ihrem Werk "lokal" eine neue Ausstellungsreihe unter dem Motto "Contemporary Art Depot - CAD 2012", die Arbeiten von Diplomanden, Absolventen und einstigen Meisterschülern der HfBK zeigt. Das Projekt wird gemeinsam kuratorisch betreut von Mitarbeitern der Skulpturensammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und HfBK-Professor Eberhard Bosslet. Sie hatten im Vorfeld eingeladen, Arbeiten zu konzipieren, die mit den Räumlichkeiten des Albertinums korrespondieren.

Aus 36 Bewerbungen wurden von ihnen neben Antje Blumensteins Objekt-Ton-Installation eine Video-Gruppenausstellung mit Arbeiten von Svea Duve, Manuel Frolik, Thomas Judisch, Lisa junghans, Constanze Nowak und Heinz Schmöller ausgewählt (20. Juli-19. August 2012). Weiter folgen Präsentationen von Susan Donath unter dem Titel "Depot" (31. August-30 September 2012), von Andreas Paeslack "Ein Stück vom Horizont" (13. Oktober-11. November 2012) sowie Philip Gaißner und Mikka Wellner unter dem Motto "Ich glaube, sie leben von der Luft" (16. November-16. Dezember 2012). Die Reihe dürfte auch deshalb von allgemeinem Interesse sein, weil sie den Blick über die Malerei einstiger jüngerer "Dresdner", die im Albertinum gut vertreten ist, hinaus auf andere Medien ausweitet.

Hingewiesen sei in diesem Zusammenhang noch auf den von Ursula Sax, ehemalige Professorin für Bildhauerei an der HfBK, geschaffenen "Raummesser UX 35", der sich seit einigen Monaten wie eine gelbe Wolke durch die lichten Höhen der Halle des Albertinums schwingt und so deren Dimensionen in neuer Weise erlebbar macht. Ein Abstecher ins Schaukabinett der Galerie Neue Meister ist ebenfalls zu empfehlen. "(Selected)" heißt die hier gezeigte kleine Schau von Arbeiten Louise Lawlers, die vom Gerhard Richter Archiv verantwortet wird. Sie zeigt einige Beispiele der fotografischen Annäherung der Künstlerin an Bilder Richters, die teils als große selbstklebende Folie auf die Wand aufgebracht wurden.

"lokal" und "(Selected)" bis 15. Juli, täglich 10 bis 18 Uhr, Mo geschlossen

www.skd.museum

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.07.2012

Lisa Werner-Art

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur News

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von DNN.de spielen! mehr