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Ausstellung in Dresden: Luthers Lieder in der SLUB

Ausstellung in Dresden: Luthers Lieder in der SLUB

Spricht man über Martin Luther (1483-1546), wendet sich das Gespräch meist schnell Reformation, 30-jährigem Krieg oder strittigen religiösen Fragen zwischen "Katholen" und "Evangelen" zu.

Für das gemeine Volk seiner Zeit machte sich Luthers Wirken praktisch jedoch vor allem im Gottesdienst bemerkbar, in dem der Pfarrer plötzlich ganz verständlich auf Deutsch statt Latein predigte, in dem neue Lieder gesungen wurden.

Eben diesen musikalischen Wirkungen des großen Reformators widmet sich die Ausstellung "Luthers Lieder", die am Samstagabend in der Sächsischen Landes- und Uni-Bibliothek SLUB am Zelleschen Weg eröffnet wird. Sie ist als Beitrag zum diesjährigen Motto der Luther-Dekade, "Reformation und Musik", konzipiert.

Es handele sich um eine recht ambitionierte Schau, in denen auch Stücke gezeigt werden, die sonst kaum der Öffentlichkeit zugänglich sind, betonte Katrin Nitzschke, die Leiterin des SLUB-Buchmuseums. Darunter seien eine Schrift aller drei Reformatoren Martin Luther, Philipp Melanchthon und Johannes Bugenhagen, originale Handschriften Luthers, aber auch seltene Drucke. Viele Exponate stammen aus dem SLUB-Bestand, andere hat die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsen beigesteuert.

Darunter sind auch Kuriositäten wie fernöstlichen Sprachversionen von Luthers berühmtem Lied "Eine feste Burg ist unser Gott" nebst einer Gehörlosen-Version in Gebärdensprache. "Einige Stücke gehen mir ganz besonders zu Herzen", meint Nitzschke. So zeige man die in einem Schulheft aufgezeichneten Zeilen einer Russlanddeutschen, die zu Stalins Zeiten deportiert wurde und sich Text und Noten von Luthers Lied aufschrieb, um eine Stütze in schwerer Zeit zu haben.

Nicht nur für die Augen, auch für die Ohren hält die Schau Interessantes parat: Eigens für die Ausstellung hat der Dresdner Bach-Chor von Luthers Werk inspirierte Choräle eingespielt, die über Lautsprecher zu hören sind. Der Besucher kann dazu auf einem großen Monitor die entsprechenden Textbücher sehen.

Zur Ausstellungs-Eröffnung am Sonnabend, 19 Uhr, im SLUB-Vortragssaal, wird der Bachchor auch live singen. Kuratorin Kerstin Hagemeyer wird den Besuchern Erläuterungen geben und Landesbischof Jochen Bohl hält eine Ansprache.

Ansprechen soll die Schau übrigens auch "Ungläubige". "Ein Großteil der Sachsen geht ja schon lange nicht mehr in die Kirche", sagt Nitzschke. "Daher wollen wir in der Ausstellung vor allem auch Jugendlichen erklären, was es mit der Begrifflichkeit in der Kirche auf sich hat, und welche wichtiger Teil unserer Kulturgeschichte Luther und die Reformation sind." Heiko Weckbrodt

"Luthers Lieder", Ausstellung in der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek SLUB, Zellescher Weg 18, (im Buchmuseum, in der Schatzkammer und in der Galerie am Lesesaal), Eröffnung: Sonnabend, 22. September, 19 Uhr, SLUB-Vortragssaal (Eintritt ist frei), danach bis 8. Januar 2013 täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet; weitere Informationen im Internet unter der Adresse slub-dresden.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.09.2012

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