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Ausstellung im Stadtarchiv über Mühen des Messens

Ausstellung im Stadtarchiv über Mühen des Messens

Kräftige Männer schleppen vier Meter lange Holzkisten durch die Gegend, auf Böcken werden die schmalen Kästen platziert und immer wieder aneinander gelegt, Abstände gemessen, Unebenheiten im Boden ausgeglichen, Zahlentabellen notiert.

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Hinter Glas stehen in der neuen Ausstellung im Stadtarchiv die wertvollen Messinggeräte, mit denen vor mehr als 100 Jahren Sachsen vermessen wurde. Außerdem ist dort ein Teil des Maßes zu sehen, mit dem die Länge der Großenhainer Grundlinie bestimmt wurde.

Quelle: Andor Schlegel

Von christoph Springer

So geht das zwölf Tage lang und genau 2200 Mal. Das Ergebnis ist die "Großenhainer Grundlinie": ein neun Kilometer langer gedachter Strich durch die Landschaft nördlich von Großenhain. Diese Linie ist Basis der sogenannten Gradmessung in Sachsen, die vor 150 Jahren gestartet wurde und der jetzt in Dresden eine Ausstellung im Stadtarchiv gewidmet ist.

Das Wörtchen "Grad" bezieht sich dabei auf Winkelmaße und die Gradmessung hatte das Ziel, mittels genauer Abstands- und Lagebestimmungen vorher festgelegter Orte die Form der Erde möglichst genau zu ermitteln. Denn dass sie keine Scheibe ist, war damals schon bekannt, dass sie keine perfekte Kugel ist ebenso. Doch genauere Kenntnisse gab es vor 150 Jahren noch nicht über die Form der Erde. Nur die Annahme, dass sie auch keine perfekte Ellipsenform hat.

Das Nebenprodukt dieser Landvermessung waren neue exakte Landkarten des Königreichs Sachsen, die Anfang des 20. Jahrhunderts gefertigt wurden. Auch sie sind ein Thema in der neuen Ausstellung, die gestern Abend im Stadtarchiv eröffnet wurde. Zuerst fallen dort große Messinggeräte in den Blick, mit deren Hilfe Winkelmessungen vorgenommen wurden. Daneben stehen Modelle von Steinsäulen, mit denen damals die Messpunkte markiert wurden. Es sind Nachbildungen mächtiger Steinbauwerke, deren Größe ihre Bedeutung für den Freistaat belegen und zugleich dauerhaften Bestand sichern sollte. Daneben erklären zahlreiche Tafeln, Schriftstücke und Kartendarstellungen die Gradmessung, deren Ursprünge und wie die Fachleute vor 150 Jahre gearbeitet haben.

Dass sie schon damals höchsten wissenschaftlichen Ansprüchen gerecht wurden, belegt nur eine einzige Zahl: Um gerade mal sieben Millimeter haben sie sich vermessen bei der Festlegung der Länge der Großenhainer Grundlinie. Und dies bei 2200 Messvorgängen an zwölf Tagen! Allein dies gedanklich nachzuvollziehen, reizt an der neuen Schau im Stadtarchiv.

Ausstellung "Vom Dreieck zur Karte. 150 Jahre Gradmessung in Sachsen", zu sehen vom 10. Mai bis zum 31. August im Stadtarchiv Dresden, Elisabeth-Boer-Straße 1 (neben der Heeresbäckerei).

Öffnungszeiten: Montag und Mittwoch 9 bis 16 Uhr, Donnerstag 9 bis 18 Uhr, Freitag 9 bis 12 Uhr, der Eintritt ist frei.

Ein Festkolloquium am 1. und 2. Juni gehört zum Rahmenprogramm der Ausstellung, am 1. Juni wird außerdem ein Wanderführer mit Wegen zu allen 158 Punkten der Gradmessung in Sachsen vorgestellt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.05.2012

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