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Ausstellung im Jägerhof: Dresdner Puppentheatersammlung gewährt Blick ins Depot

Ausstellung im Jägerhof: Dresdner Puppentheatersammlung gewährt Blick ins Depot

Ab Samstag ermöglicht die Dresdner Puppentheatersammlung Einblicke in ihr Depot. Unter dem Titel „Hinter 13 Türen – die verborgene Welt der Puppentheatersammlung“ zeigt das Volkskunst-Museum im Jägerhof mehr als 1000 Objekte, die sonst in Kisten und Schränken in der Garnisonkirche lagern.

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Wie im Depot: Dicht an dicht stehen die Handpuppen in der Ausstellung.

Quelle: Tanja Tröger

Die Schau ist bis März 2014 zu sehen.

Das Museum für Sächsische Volkskunst präsentiert jedes Jahr eine andere Ausstellung aus den Beständen der Puppentheatersammlung. „Wenn gerade der Hohnsteiner Kasper in der Ausstellung zu sehen ist, fragen die Besucher nach den Puppen von Familie Apel und umgekehrt. Die sind dann jeweils im Depot. Deswegen haben wir dieses Jahr den Stier bei den Hörnern gepackt und dieses inszenierte Schau-Depot eingerichtet“, erläutert Museumsdirektor Igor Jenzen das Ausstellungskonzept. „Die Zahl 13 steht dabei für die Überfülle, die wir in unserem Depot haben. Es gibt zwölf Monate, zwölf Apostel, zwölf Feen – die 13. ist immer eine zuviel.“

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Die neue Ausstellung der Puppentheatersammlung zeigt dicht an dicht mehr als 1000 Objekte im Jägerhof.

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Die sehr eng bestückten Glasvitrinen und Schränke und die im Raum stehenden Kisten vermitteln anschaulich die Atmosphäre in einem Museumsdepot. „Wenn eine Vitrine so voll ist, bleiben die Besucher an einem kleinen Detail hängen, und dann schauen sie auch nach links und rechts“, so Rebehn. „Deshalb erhoffen wir uns eine hohe Verweildauer in der Ausstellung.“ Um die Gäste zu eigenen Entdeckungen zu animieren, sei absichtlich wenig  beschildert worden.

Zu sehen gibt es neben Dutzenden Hohnsteiner Puppen, Papier- und Heimtheatern, Figuren des DEFA-Trickfilmstudios und einem auf Schienen gelagerten Theatrum Mundi des Dresdner Puppentheaters auch die Lieblingsfigur des Malers Otto Griebel. Die mürrisch dreinblickende „Dromedara“ war für ihn der Inbegriff der Spießigkeit. In einem Schrank sind die Handpuppen mit Wechselköpfen und -kostümen des „Sachsenkasperles“ Jochen Weber-Unger ausgestellt, der in der Nachkriegszeit in Dresden spielte. Zu seinem Repertoire gehörte auch ein antifaschistisches Stück, in dem Hitler, Göring und Co. auftraten und vom Teufel geholt wurden. Die Gipsentwürfe dieser Figuren und Adolfs Kostüm zeigt die neue Schau im Jägerhof ebenfalls.

Etwa zwei bis drei Prozent des Depotbestandes sind in der Ausstellung zu sehen, schätzt Sammlungskonservator Lars Rebehn, der die Schau konzipiert hat. „Für normale Ausstellungen fahren wir ein, zwei Mal zwischen der Garnisonkirche und dem Jägerhof hin und her, diesmal habe ich irgendwann aufgehört zu zählen.“ Für die Einrichtung der „13 Türen“ zeichnet der Bühnenbildner Tom Böhm verantwortlich. Er hat auch eine Mitspielbühne mit zahlreichen technischen Raffinessen gebaut, die die Besucher nutzen können.

Insgesamt befinden sich rund 100.000 Puppentheater-Objekte in der Garnisonkirche, davon etwa 15.000 Puppen und 35.000 Requisiten. Die übrigen 50.000 Teile sind Archivmaterial wie handgeschriebene Textbücher, Briefe und Akten sowie eine umfangreiche Bibliothek. Die ältesten Stücke wurden 1780/1790 geschaffen, die neuesten sind Kunststofffiguren von Dresdner und Chemnitzer Inszenierungen. Die meisten Objekte der seit 1952 bestehenden Puppentheatersammlung stammen aus dem 19. und 20. Jahrhundert.

Das Depot in der Garnisonkirche leidet unter argem Platzmangel, beklagt Rebehn. Das sei nur durch große Disziplin und Ordnungssinn zu beherrschen. Für manche potentiellen Sammlungsstücke seien auch schlicht die Türen zu schmal. „Die Perspektive kann nur ein neuer Standort sein. Ideal wären Depot und Ausstellung an einem Ort. Mein persönlicher Traum ist das Kraftwerk Mitte“, so der Sammlungs-Konservator.

ttr

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