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Ausstellung der Galerie Finckenstein zum 150. Geburtstag des Malers Ludolf Verworner

Ausstellung der Galerie Finckenstein zum 150. Geburtstag des Malers Ludolf Verworner

Die Sehnsucht nach dem Süden, nach seinem Licht, fernen Stränden und Landschaften trieb den 1864 in Leipzig geborenen und an der Dresdner Kunstakademie (1884) ausgebildeten Ludolf Verworner um 1900 nach Fiesole bei Florenz, wo er und seine Gefährtin Charlotte schließlich sesshaft wurden.

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Ludolf Verworner. Frauen mit Tüchern. Ölgemälde.

Quelle: Repro: Galerie

Fiesole wurde zum Schicksalsort. Während des 1. Weltkrieges in die Schweiz vertrieben, begann für Verworner nach seiner Rückkehr 1920 ein aussichtsloser Kampf um das Grundstück, der an den Nerven zehrte. Als Folge der finanziellen und zunehmenden psychischen Probleme schied Ludolf Verworner 1927 freiwillig aus dem Leben. 1926 hatte er noch an der Internationalen Kunstausstellung in Dresden mit einem Bildnis zweier Akte teilgenommen. Seine Witwe verkaufte im gleichen Jahr an die Neuen Meister in Dresden das ein Jahr zuvor entstandene Ölbild "Frauen an der Quelle", ein bedeutendes, im Bestandskatalog der Galerie Neue Meister verzeichnetes Werk.

Zu seinem 150. Geburtstag richtet die Galerie Finckenstein eine Gedächtnisausstellung mit 14 Ölbildern aus, die nur eine kleine Auswahl aus dem umfangreichen Werk darstellen. Das aber entspricht ganz dem Konzept des Galeristen Ralph Kühne, an Künstler der Klassischen Moderne in der Dresdner Tradition zu erinnern und sie in den kunsthistorischen Kontext zu stellen, unabhängig von ihrem heutigen Rang und dem Grad ihrer Bekanntheit.

Das vorwiegende Thema von Ludolf Verworner sind badende Frauen am Strand wie die Arbeit "Composizione con figure", die jeweils drei Frauenakte links und rechts des Bildes vorstellt, deren Antlitz auf die vor ihnen liegende Seelandschaft mit den hohen Bergen des anderen Ufers gerichtet ist. Arkadien, meint man zu sehen. Auch das Bild "Frauen mit Tüchern" zeigt zwei schöne Unbekleidete in der aus zwei Säulen bestehenden Architektur eines Badehauses, entkleidet und einander zuneigend, einmal das blaue Tuch mit goldenen Ornamenten der einen, andermal das grüne Tuch der anderen um eine Körperhälfte geschlungen.

Ludolf Verworner studierte in Dresden bei Leon Pohle. Zu seinen Mitstudenten gehörten Robert Sterl und Ludwig von Hofmann, zu dem sich eine lebenslange Freundschaft entwickelte. 1890 ging er nach Paris, um seine Studien an der Academie Julian fortzusetzen. 1891 lernte er bei einem Berlin-Besuch Max Liebermann kennen. Verworner war hochbegabt, aber, da wohlhabend, wenig geschäftstüchtig, wie sein Freund Ludwig Hofmann in seinem Nachruf festhielt. So verkaufte er kaum und nahm an den bedeutenden Ausstellungen seiner Zeit nicht teil. Dem Symbolismus von Böcklin und Marées nahestehend, liebte Verworner das Schöne in Natur und Landschaft, aber auch den Körper als Sitz des Guten und Wahren, der Grazie und des Göttlich-Ebenbürtigen. In seinem italienischen Refugium war er ganz auf sich selbst und den engsten Freundeskreis beschränkt, liebte Harmonie und zog sich immer mehr in sich selbst zurück. Die eigenwillige Farbgebung des Inkarnats seiner Akte (leicht ins Violett schwingend) kontrastiert mit einem intensiven, manchmal auch sehr zurückhaltendem Grün, je nach Charakter des Bildes. Neben den Badenden schuf Verworner auch Landschaften und Porträts.

Bis Ende Januar. Galerie Finckenstein, Obergraben 8a. Mo-Fr 11-18 Uhr, Sa 10- 15 Uhr Tel. 0351/2 68 38 36. www.galerie-finckenstein.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 13.01.2015

Heinz Weißflog

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