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Ausstellung "Finale": Schmerzvoller Abschied vom Kunstdienst in der Dreikönigskirche Dresden

Ausstellung "Finale": Schmerzvoller Abschied vom Kunstdienst in der Dreikönigskirche Dresden

Mehr als 500 Kunstfreunde waren in die Dreikönigskirche gekommen, um den Abschied vom Kunstdienst der Evangelischen Kirche sichtlich bewegt zu begehen und ihre Solidarität mit den drei Mitarbeitern zu bekunden.

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Eine Plakatausstellung zur Arbeit des Kunstdienstes der letzten 15 Jahre ist im Haus der Kirche zu sehen.

Quelle: Kunstdienst

Nach der Verabschiedung von Angelika Busse in den Ruhestand wird die Stelle der Ausstellungsgestalterin auf Grund fehlender Gelder nicht mehr besetzt. Der Kunstdienst, schon seit einem Jahr zum Dezernat 7 Grundstücks,-Bau und Friedhofswesen unter der Leitung von Jörg Teichmann gehörend, verdient diesen Namen nicht mehr. 1928 als Verein gegründet, verliert er seine eigentliche Bedeutung und Aufgabe, dienender Mittler zwischen Kunst, Christen und Kirche zu sein. Das Ausmaß der Beschädigung des Images der Landeskirche ist noch nicht abzusehen.

Unter den Anwesenden waren auch zahlreiche Künstler aus Sachsen und anderswo, deren Werke in rund 230 Ausstellungen innerhalb der vergangenen 15 Jahre in den Kirchen der Stadt (Kreuzkirche, Dreikönigskirche) sowie dem Meißner Dom und anderen Kirchen, etwa in Kamenz und Bautzen ausgestellt wurden.

Seit dem "Finale" sind nun im Foyer und im Speisesaal der Dreikönigskirche 183 Plakate aus 15 Jahren zu sehen, die die Arbeitsleistung des Kunstdienstes dokumentieren, aber auch ein besonderes Licht auf die schöpferischen Potenzen der Künstler des Landes werfen. Eingeladen waren Künstler unabhängig von ihrer Kirchenzugehörigkeit, vor allem aus der Region Dresden, die auch zum Teil durch den Künstlerbund vertreten werden. Dementsprechend kämpferisch gestaltete sich der Redebeitrag seines wortmächtigen langjährigen Vorstandsvorsitzenden und Kultursenators a.D. Professor Jürgen Schieferdecker, der beklagte, dass mit der Schließung der Einrichtung ein Debatten-und Begegnungszentrum verloren gehe, in dem markt- und ideologiefrei Kunst präsentiert wurde und auch weniger bekannte Künstler neben Gestandenen eine Chance erhielten, an die Öffentlichkeit zu treten. Mit Verve trug Pfarrer Manfred Richter aus Berlin, vormaliger Leiter des Berliner Kunstdienstes, seinen Appell an die Vernunft vor und erinnerte an die wechselvolle Geschichte des Kunstdienstes: "Was geht da in Dresden vor sich? In der Stadt Caspar David Friedrichs (...) in der Stadt der Brücke-Künstler. Wo bleibt nun (...) die Brücke zur Gegenwartskunst in der Kirche?" In ihrer Rede betonte Angelika Busse die Bedeutung der Kirche als Ort der Begegnung zwischen Menschen unabhängig von ihrer Konfession. Mit der Präsentation von Kunst wollte sie über den Rahmen der kirchlichen Arbeit hinaus in die Öffentlichkeit gehen. Das ist nun zu Ende.

Unter den ausgestellten Künstlern fielen besonders die Bildwerke und grafischen Blätter von Friedrich Press, die Arbeiten von Reinhard Springer, Klaus Drechsler, Reinhold Herrmann, Klaus Hirsch, Gerda Lepke, Gottfried Reinhardt und Hans Georg Annies auf, aber auch die Malerei von Jürgen Seidel, Christine Schlegel, Carla Weckesser, Christine Wahl, Gottfried Zawadzki, Werner Juza, Dieter Weise, Ursula Schmidt, Hubertus Giebe, Mechthild Mansel und Michael Horwath, die textile Kunst von Gertraude Seidel, Anneliese Kühl, Agathe Böttcher, Christine Weise, Brigitte Brettschneider und Gabriele Hünninger, die Fotografie von Evelyn Richter, Ondrej Stanek (2. Platz des Kulturpreises der EKD), Michael Vogler und Marianne Dextor, die Collagen von Jürgen Schieferdecker, Wolfgang Petrovsky und Bernd Hanke, sowie bildhauerische Arbeiten von Konstanze Feindt-Eißner, Matthias Jackisch, Svetanka Schnorrbusch, Professor Helmut Heinze und Marion Kahnemann.

Zahlreiche Plakate spiegeln Ausstellungen zum christlichen Jahreskreis von Ad- vent, Weihnacht bis zu Passion und Auferstehung wider, sowie die künstlerischen Darstellungen des Totentanzes. Ebenso fanden thematische Ausstellungen wie "Gegen Krieg und Gewalt", "Glut statt Asche" statt, aber auch Gemeinschaftsausstellungen verschiedener Künstler, etwa "Sehnsucht nach dem Paradies", "Jahresringe" und zu Gedichten von Rose Ausländer und Reiner Kunze. Kunst und Kirche waren Gegenstand einer Ausstellung zum 50. Jubiläum des Kunstdienstes, aber auch die kirchliche Sozialarbeit, zahlreiche Kontakte in die USA (afroamerikanische Künstler aus Columbus/Ohio, 2003), Ausstellungen aus Anlass der Tschechischen Kulturtage in Dresden, sowie mit Künstlern aus anderen Regionen wie Yuriko Ashino (Japan), Borgni Svalastok (Norwegen), Jerzy Skomski (Polen) und eine bemerkenswerte Standortbestimmungen mit dem Titel "wohin gesellschaft?"

Bis 2. März. Haus der Kirche, Hauptstraße 23, Mo.-Fr. 9-18 Uhr, Sa. 10-18 Uhr, So. 10-16 Uhr, Tel. 0351/8 12 43 71

www.Kunstdienst.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.02.2014

Heinz Weißflog

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