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Ausstellung „Building New Realities“ in der Sächsischen Akademie der Künste in Dresden

Ausstellung Ausstellung „Building New Realities“ in der Sächsischen Akademie der Künste in Dresden

Klangkunst ist ein weitläufiger Begriff und doch ein sehr zeitgemäßer Kunstsektor. Unter anderem auch deshalb, weil sie mit der rasanten Entwicklung nutzbarer Medien Schritt hält. Die Sächsische Akademie der Künste zeigt in Dresden einen äußerst interessanten Ausschnitt aus Werken verschiedene Klangkünstler.

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Robin Minards „Audio Books“ sind eine Serie aus sieben Büchern mit handgeschriebenen Texten und integrierten Lautsprecherinstrumenten

Quelle: PR

Dresden. Der Klangkunst gewidmet ist eine kleine, feine Ausstellung in der Sächsischen Akademie der Künste am Palaisplatz, die am Montag mit einem Künstlergespräch und Live-Musik eröffnet wurde. An was denken wir, wenn wir den Begriff Klangkunst hören? Es ist eine seltsame Schublade, in die alles hineinpasst, was über den normalen Konzert- und Kompositionsbegriff hinausreicht ins Akustische, Performative, vielleicht Visuelle. Klangkunst hat eine eigene Tradition vorzuweisen und sie hat etliche Verästelungen. Vor allem aber ist sie eine sehr aktuelle Kunst, die mit der rasanten Geschwindigkeit der Entwicklung der nutzbaren Medien Schritt hält. Dass es dabei aber nur selten um die allumfassende Erschlagung des Hörerohrs mit allen Multimediamöglichkeiten geht, machte die Ausstellung in der SADK sehr schön deutlich.

Kurator und Komponist Franz Martin Olbrisch hatte sich zwei weitere Komponisten an seine Seite gesellt, dabei aber bewusst Persönlichkeiten ausgewählt, die ästhetisch auf anderen Feldern tätig sind: Während Johannes Kreidler etwa in seiner Videoarbeit „Split Screen Studies“ sehr auf den Punkt gebracht mit der Wahrnehmung von akustischen und visuellen Ebenen und ihrer Deutungsmöglichkeiten spielt, arbeitete Robin Minard bislang überwiegend mit Klanginstallationen im öffentlichen Raum, etwa mit seinem „Sounding D“-Zug, der 2010 auch in Dresden Station machte. Olbrisch selbst ist in der Ausstellung unter anderem mit einer Dokumentation über die Installation „infinito blanco“ vertreten.

Ob die Verfilmung von Performances und Installationen selbst bereits wieder Kunst sei, war ein interessanter Aspekt im Gespräch der drei Komponisten – die Frage blieb ebenso offen, wie die Aufgabe der Besucher, den musikalischen Beitrag des Abends in die Gesamtwirkung der Ausstellung zu integrieren. Sicher war die Live-Performance des Schlagzeugers Markus Zink mit den stroboskopischen Effekten von Kaj Duncan Davids „4c0st1ctr1g3r“ beeindruckend, es war dann aber doch ein zu monochromer Beitrag in einem dafür zu kleinen Raum.

Die Klangkunst-Ausstellung in der SADK ist vorwiegend auf den Gängen zwischen den Büros zu finden. Als nicht ganz unproblematisch stellt sich die enge Platzierung der Videos und Objekte dar, denn das Auge schweift ebenso schnell zum nächsten nahen Objekt, wie das Ohr auch einige Male damit zu tun hat, die akustischen Ereignisse eindeutig zuzuordnen. Lohnenswert erscheint die Ausstellung, wenn man sie alleine in Ruhe und mit etwas Zeit versehen erkunden kann. Dann wirkt auch die Intimität von Robin Minards „Audio Books“ – einer Serie aus sieben Büchern mit handgeschriebenen Texten und integrierten Lautsprecherinstrumenten.

Beginnen sollte man am besten mit Johannes Kreidlers „Sheet Music“. Die eigentlich bekannte Syntax des Notensystems wird hier angekippt oder auf den Kopf gestellt, manchmal auch mit poetischer Kraft angereichert. Dermaßen positiv irritiert ist man auch offen genug, die zahlreichen in der Ausstellung zu findenden – nicht immer auf den ersten Blick oder Klang spürbaren – Grenzüberschreitungen wahrzunehmen. Klangkunst schult das Hinhören und hinterfragt gern das Gewöhnliche, Bekannte, dabei ist es eine Kunst, die in ihren Themen unseren Alltag und unsere Lebensräume streift, diese einfärbt oder eben neue Realitäten schafft. Insofern hätte man sich beim Hinausgehen gewünscht, dass es draußen am Palaisplatzbrunnen weitertönt, man hier und da über verlorene Klänge stolpert – vielleicht bei der nächsten Klangkunst-Ausstellung?

bis 11. März, Sächsische Akademie der Künste, Palaisplatz 3, geöffnet Mo-Fr 9-17 Uhr (bitte klingeln) und nach telefonischer Anmeldung unter 0351 81 07 63 00

Von Alexander Keuk

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