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Aus dem Dresdner Wechselbad wird ab September das Boulevardtheater

Aus dem Dresdner Wechselbad wird ab September das Boulevardtheater

Seit gestern hat die Zukunft des Theaters Wechselbad ein Gesicht, genauer gesagt zwei: die von Marten Ernst und Olaf Becker. Die beiden Köpfe an der Spitze der Dresdner TW.

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Mit dem neuen Logo des künftigen Boulevardtheaters Dresden stellten sich Marten Ernst (l.) und Olaf Becker gestern schon mal den Fotografen.

Quelle: Ralf U.Heinrich

O GmbH führen den Theaterbetrieb auf der Maternistraße weiter. Für nötige Umbauten nehmen sie einiges an Geld in die Hand, die selbstproduzierten Premieren und deren Termine stehen bereits fest.

Zuvor aber eine kurze Rückblende in den vergangenen September. Nach zwölf Jahren Betrieb teilte der künstlerische Leiter Gerd Schlesselmann damals zum Ende April 2014 das Ende des Wechselbades mit (wo der aktuelle Spielbetrieb tatsächlich bis einschließlich 30.4. läuft) - und ließ gleichzeitig wissen, dass er optimistisch sei, das Haus werde eine Theaterzukunft haben. Das ist nun offiziell der Fall. Der Name wird sich ändern in Boulevardtheater Dresden. "Was drinnen stattfindet, sollte draußen dranstehen", begründete Becker gestern kurz und knackig diese Entscheidung. Die erste Premiere ist für den 14. September geplant. Es ist der mittlerweile fünfte Teil der erfolgreichen "Hexe Baba Jaga"-Produktion, die den Titel "Geburt einer Legende" trägt und wo selbstredend erneut Rainer König in der Rolle der berühmten Besenpilotin zu erleben sein wird.

Zwischen Mai und September steht aber nicht nur jede Mange Probenarbeit an. Auch baulich soll sich bis dahin einiges ändern. Der große Saal bekommt ein ordentliches Facelifting. Die Bestuhlung wird erneuert, die Bühne erhöht und zur Guckkasten- bühne umgebaut, Licht- und Tontechnik werden modernisiert. Ein separater Eingang wird geschaffen, ebenso das dahinterliegende Foyer, Probebühne, Bars. Die bisherige Kapazität von 458 Sitzplätzen solle auf 500 wachsen, versprach Becker, vier Rollstuhlfahrerplätze inklusive. Die Umbaukosten bezifferte Ernst auf 500 000 Euro, wofür ein Kredit aufgenommen worden sei. Die Laufzeit der Abzahlung liege bei 15 Jahren, die des Mietvertrages ebenfalls.

Inhaltlich versprachen die beiden, die sich ausdrücklich als Theaterleiter und nicht als Intendanten bezeichnen, fünf Eigenproduktionen pro Saison. Für die erste Spielzeit werden das außer der "Baba Jaga"-Weiterführung noch sein: "Harry & Sally" (Premiere 30. November) nach dem gleichnamigen Film mit Meg Ryan und Billy Crystal von 1989 (mit der Orgasmus-Szene im Restaurant, Zitat Ernst: "Das müssen wir noch casten."); "Herr Doktor, die Kanüle klemmt!" (25. Januar 2015), eine frivole Komödie für alle ab 18; "Familie Bernd Seifert" (8. März 2015) mit einer natürlich fiktiven dreiköpfigen Dresdner Familie, die sich zu aktuellen kommunalen Entwicklungen äußert (im Erfolgsfall soll daraus jährlich eine neue Bühnen-Episode entstehen); und "Die Fete endet nie" (26. April 2014) nach dem Erfolgsfilm "La Boum - Die Fete" mit Sophie Marceau von 1980.

Zu den Premieren gesellen sich etwa 50 Gastspiele, zu denen im November auch die Dresdner Jazztage gehören werden. Und auch rund 50 Wiederaufnahme-Vorstellungen sollen das Haus füllen. Wiederaufnahme? Ja, denn TW.O hat natürlich schon Theatererfahrungen gesammelt: von "Spuk unterm Riesenrad" über "Das singende, klingende Bäumchen" bis hin zur besagten "Baba Jaga"-Tetralogie. Und damit man sich mit der benachbarten Comödie nicht zu stark ins Gehege kommt, gibt es auch Absprachen. Über das Repertoire und die Premieren habe man sich vorab miteinander verständigt, sagte Ernst. "Trotzdem bleiben wir natürlich Konkurrenten." Mit einer Auslastung von etwa 55 Prozent könne das Haus wirtschaftlich arbeiten, blickte er voraus.

"Dresden ist die Hauptstadt der Theatervielfalt in Deutschland", zeigte sich Becker gestern fast grenzenlos optimistisch. In puncto Unterhaltung sei das Ziel, "die Leute wieder vom Fernseher wegzuholen und ins Theater zu locken". Er verwies auch auf die Tradition des Namens, der einst der relativen Theaterdichte des Pariser Boulevard du Temple entsprang und an den sich das Dresdner Boulevardtheater durchaus anlehne. Mit dem Umzug von Theater Junger Generation und Staatsoperette ins Kulturkraftwerk entstehe zudem "ein Ring von Theatern um die Innenstadt, eine richtige Phalanx". Davon soll das neue Boulevardtheater offenbar Teil werden.

Die Ticketpreise starten in der Regel bei 16 Euro, freitags und sonnabends bei 19,90 Euro. Karten gibt's auf der Internetseite und bei allen bekannten Vorverkaufsstellen, im Haus selbst noch nicht.

www.boulevardtheater.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 01.04.2014

Torsten Klaus

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