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Aus Alt mach Neu - Dresdner Band Paisley im Porträt

Aus Alt mach Neu - Dresdner Band Paisley im Porträt

Entweder Pseudofolk- oder weichgespülter Synthiepop. Viele der derzeit aufstrebenden Bands der Musikszene versuchen das Rad neu zu erfinden und klingen dabei doch oft alle gleich.

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David Barth, Liam Floyd, Fabian List und Luis Schröter (v.l.) von Paisley in ihrer Studenten-WG. Im Herbst nimmt die Band ihr erstes Album auf.

Quelle: Dietrich Flechtner

Da ist es sehr erfrischend, wenn sich einmal Anfang 20-Jährige auf die Wurzel der "guten alten Rockmusik" samt Attitüde besinnen und in die Saiten dreschen, bis die Verstärkerröhren glühen. Die Band Paisley aus Dresden zeigt, wie das geht.

"Wir haben keinen Bock auf die ganze Off Beat- und Synthiescheiße", sagt Bassist Fabian List (20) und seine Band stimmt nickend zu. Alle vier sitzen im Kreis im WG-Zimmer von Frontmann Liam Floyd (19). Drei wohnen zusammen. Schlagzeuger Luis Schröter nur zwei Aufgänge weiter. Alle eint die Liebe zum 60er Jahre Psychedelic Rock, Britpop, englischen Punk und Grunge.

Genau diese Genres bespielt die Band auf der Bühne mit einer erstaunlichen Variabilität und schafft es bereits, ein Eineinhalb-Stunden-Programm auf die Beine zu stellen. Das ist erstaunlich, denn die Gruppe, die sich hauptsächlich aus Studenten der jüngeren Semester zusammensetzt, hat sich erst im Oktober vergangenen Jahres gefunden - offensichtlich bleibt in der Band-WG viel Zeit zum gemeinsamen Proben und Songschreibens. "Wir spielen zwar noch nicht lange zusammen, dafür entwickeln wir uns schnell weiter. Unser Sound wird dabei immer psychedelischer und sphärischer", sagt Floyd. Schlagzeuger Luis Schröter, der in der Vergangenheit bereits in mehreren Hardcore-Formationen gespielt hat, ist froh, nun bei Paisley zu sein: "Das ist bisher mein vielseitigstes Projekt. Wir verarbeiten auch mal Jazz- und lateinamerikanische Rhythmen. Dabei hat unser Sound ordentlich Dynamik - jeder weiß, wann er sich zurückhalten muss."

Wie gesagt: Paisley erfinden das Rad nicht neu. Der Sound erinnert an aktuell erfolgreiche Bands wie die Arctic Monkeys, Tame Impalla oder die frühen Strokes, die - genau wie die Dresdner - den musikalischen Blick eher in die Vergangenheit richten. Wird die Gangart ruhiger, klingt Liam Floyds Stimme wie Beck oder entfernt nach den Gozillas. Der Frontmann formt mit seiner relativ androgynen Bühnenpräsenz und seiner leicht erhöhten, aber kratzigen Stimme das Bandgefüge zu einer Einheit. Optisch erinnert die Erscheinung an Westernhagen in sehr jungen Jahren - da wird dem Zuschauer nicht langweilig.

Bisher kann Paisley nur live erlebt werden. Aber im November wollen die Jungs in das Studio gehen und ein Album - zumindest aber eine EP - aufnehmen. Die Details hängen noch in der Schwebe, so die Band. Sicher ist: Auch auf der Aufnahme soll sich der Sound nicht grundlegend ändern. Zwar kündigt Leadgitarrist David Barth Overdubs an, um den Gitarren mehr Fülle zu verleihen. Darüberhinaus will Paisley aber auch in Zukunft auf das Prädikat "Handgemacht" setzen.

Paisley tritt am 8. August beim Keller-Open-Air in Radeburg, Friedrich-Ludwig-Jan-Allee 10, auf. Die Dresdner sind der Headliner und spielen um 24 Uhr. Am Folgetag rockt Paisley um 20 Uhr beim "Ballsall rockt!" im Ballsall Neugersdorf die Bühne.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.08.2014

Heuer, Hauke

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