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Auf keltischen Pfaden: Loreena McKennitt in der Jungen Garde in Dresden

Auf keltischen Pfaden: Loreena McKennitt in der Jungen Garde in Dresden

Asterix-Leser wissen: Die Gallier, ob nun mit Zaubertrank vollgefüllt oder nicht, fürchteten eigentlich nur, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fällt. Der Himmel stürzte auch am Sonnabend über Dresden nicht ein, nicht mal einen Tropfen Wasser sonderte er gnädigerweise ab.

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Präsentiert unverwechselbare Klanglandschaften: Loreena McKennitt.

Beste Voraussetzungen für das Konzert von Loreena McKennitt, die nach Kulturpalast und Elbufer nun in der Freilichtbühne Junge Garde ihre Fans entzückte. Dort gefiel es ihr sichtlich, schon der Bäume wegen - in Irland seien die ja in großen Teilen der "Perversion des Schiffbauens" zum Opfer gefallen. Nun ja, Schiffe sind schon okay, man hätte halt auch wieder aufforsten sollen.

Einmal mehr vereinte McKennitt scheinbar mühelos instrumentale wie gesangliche Perfektion und Emotionen zu einem Klangkostüm, das den Hörer verzaubert. Man sieht regelrecht die Elfen in den Wäldern herumwuseln, wenn sie ihre beachtliche Sopranstimme erhebt und sich dazu mal an Harfe, mal am Akkordeon oder dem Klavier selbst begleitet. Unterstützt wurde McKennitt wie bei früheren Auftritten in Dresden von einem erlesenen Ensemble absoluter Spitzenmusiker - sieben waren es an diesem Abend, die zudem perfekt aufeinander eingespielt, die reinste Mischung aus Rockband, Orff-Gruppe und Folk-Family ergeben.

Was fehlt, sind leider die Überraschungsmomente. Genau genommen war McKennitts Comeback-Album "An Ancient Muse" von 2006 das letzte, was sie an neuem Material herausbrachte. Selbst das 2010er "The Wind That Shakes the Barley" war zum allergrößten Teil ein Cover-Album (wenn auch die Songs im typischen Stil der Künstlerin arrangiert waren), die jünste CD "Troubadours on the Rhine" vereint Klassiker, die halt in sparsamer Triobesetzung aufgenommen wurden. Ein bisschen Sorgen macht man sich da als bekennender Fan schon, was den kreativen Output McKennitts angeht.

Immerhin: So wie singt und spielt, berühren die stillen, verwolkten Klanglandschaften McKennitts wie gewohnt, wirkt auch allenfalls in Spurenelementen kitschig, sondern bei aller Sinnlichkeit schlicht und einfach "homemade": hausgemacht und dabei zutiefst ehrlich. Die Musik ist im Grunde absolut liebenswürdig und poetisch korrekt, hat viel gebrauchsromantisches Potenzial, wirkt oft so schutzbedürftig, dass man ihr glatt ein warmes Zuhause geben mag. "The Lady of Shalott", das die Meisterin träumerischer Folk-Balladen nach einem Gedicht von Alfred Tennyson vertonte, zieht einmal mehr in den Bann, während "The Star von the County Down", der Hymnus auf die schönste aller schönen Landestöchter, ein bisschen zu getragen wirkt. Interpretationen wie etwa von den Pogues oder van Morrisson sind denn da doch ein bisschen mitreißender. C. Ruf

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.07.2012

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