Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Google+
Auf dem Weg zum neuen Saal: Die Dresdner Philharmonie und ihre Spielzeit 2014/15

Auf dem Weg zum neuen Saal: Die Dresdner Philharmonie und ihre Spielzeit 2014/15

Schwimmt ein Klavier im Fluss, sang Schlagerstar Veronika Fischer dereinst. Ganz so schlimm ist es bei der Dresdner Philharmonie nicht, auch wenn eines der stimmungsvollen Bilder zum neuen Spielplan 2014/15 den guten alten Cello-Kasten am Elbufer unterm Blauen Wunder zeigt.

Das soll wohl eher unterstreichen, dass das Orchester, dessen angestammte Heimat Kulturpalast endlich Baustelle ist, weiterhin als Ensemble auf Reisen agieren muss. Das erfordert Improvisieren, Flexibilität und besonderen Einsatz von den Musikern, denn die Spielstätten, die zur Verfügung stehen, bleiben bei allem Bemühen und Engagement der beteiligten Partner dennoch Kompromisse in musikalischem und akustischem Sinne. Doch Kompromisse sind aushaltbar, sowohl vom Orchester als auch vom Publikum, wenn ein Ende des Interims in Sicht ist und dann ein hochwertiger Konzertsaal zur Verfügung stehen wird. Der Umbau des Kulturpalastes laufe nach Plan, sagte gestern Philharmonieintendant Anselm Rose, man rechne nun fest mit einer Eröffnung des Saales im Frühjahr 2017.

Chefdirigent Michael Sanderling, dessen Vertrag bis 2019 verlängert worden ist und der ab 2015 mit Roses Nachfolgerin Frauke Maria Roth zusammenarbeiten wird, zollt seinen Musikern kurz vor Ende der laufenden Saison Respekt. "Wir haben eine sehr anstrengende, aber auch erfolgreiche Spielzeit hinter uns", erklärte er auf der Präsentation des nächsten Spielplans. Das Orchester setze alles daran, aus den schwierigen äußeren Bedingungen das Beste zu machen.

Die Pläne für die kommende Saison stammen in Gänze von Rose, der zum Ende 2014 aus dem Amt scheiden wird, und von der Chefdramaturgin Karen Kopp. Frauke Roth, die als Intendantin ab Januar 2015 die Geschäfte führen wird, war nicht involviert, wie sie auf DNN-Nachfrage sagte. Insgesamt 134 Konzerte geben die Philharmoniker 2014/15, in Dresden u.a. in den Ausweichstätten Schauspielhaus, Albertinum, Hygienemuseum, Frauen- und Kreuzkirche, Schloss Albrechtsberg und - das ist neu - in der Schlosskapelle. Tourneen führen die Dresdner, ausnahmslos unter Leitung des Chefdirigenten, u.a. nach Südamerika, in deutsche Städte, die USA, Japan und Korea. Im Juni 2015 sind die Philharmoniker als Residenzorchester in der Londoner Cadogan Hall zu Gast und konzertieren zudem in Birmingham.

2014/15 wird der Franzose Bertrand de Billy Erster Gastdirigent und folgt damit Markus Poschner in dieser Position. Auch einen Artist in Residence gibt es wieder: Es ist der Pianist Martin Helmchen, den Sanderling aus eigenem Musizieren noch als Cellist gut kennt und den er mit dem Prädikat "ein zweiter Brendel" vorstellte. Ein besonderer Gast kommt mit HK Gruber aus Österreich, der Wiener Musiker, Komponist, Dirigent und Chansonnier ist für die Konzerte zum Jahreswechsel angekündigt. Programmschwerpunkte 2014/15 sind u.a. Strauss, dem sich nun auch Sanderling widmen wird, "Sinfonische Raritäten" wie die Sinfonie des Mahler-Freundes Hans Rott oder das Harfenkonzert des russischen Spätromantikers Reinhold Glière und "Spotlights 20. und 21. Jahrhundert", mit denen die Dresdner Philharmonie zumindest in Ansätzen ihrer Verpflichtung für das zeitgenössische Werk nachkommt. Auf ein Wiedersehen und -hören mit dem so virtuosen wie sympathischen Percussionisten Martin Grubinger werden sich zahlreiche Fans freuen, wie auch auf Solisten wie Patricia Petitbon (Sopran), Ian Bostridge (Tenor) und René Pape (Bass), die Pianisten Jean-Yves Thibaudet und Christian Zacharias, die Bratscherin Tabea Zimmermann, den Geiger Vadim Guzman, den Cellisten Julian Steckel und den Harfenisten Xavier de Maistre sowie das Raschèr Saxophone Quartet. Am Pult stehen außer Michael Sanderling seine Vorgänger Rafael Frühbeck de Burgos und Marek Janowski sowie u.a. Dmitri Kitajenko, Sebastian Weigle und Dennis Russell Davies.

Am 24. August 2014 wird in der Kreuzkirche mit einem Sonderkonzert unter Sanderlings Leitung das 20-Jährige des Fördervereins der Dresdner Philharmonie e.V. begangen. Grund zum Feiern gibt es reichlich, aber einen ganz besonderen dazu: Unter Geschäftsführer Lutz Kittelmann hat der Verein bis dato bereits 753 000 Euro Spenden für den Neubau einer großen Konzertorgel im neuen Saal zusammengetragen. Kittelmann ist optimistisch, bis zum 20. Geburtstag des Vereins die 800 000-Euro-Marke knacken zu können. Das Ziel sei eine Million Euro, dann würden von der Stadt noch 300 000 Euro hinzukommen. Der Auftrag für das Instrument ist an Hermann Eule Orgelbau Bautzen gegangen. Zur Einweihung des Konzertsaals 2017 soll das Instrument spielbereit sein, gewissermaßen als Krönung und Ausdruck besonderen bürgerschaftlichen Engagements.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.05.2014

Kerstin Leiße

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur News

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von DNN.de spielen! mehr