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Armin Mueller-Stahl zeigt sich im Dresdner Taschenberg-Palais als Maler

Armin Mueller-Stahl zeigt sich im Dresdner Taschenberg-Palais als Maler

Er ist ein Leinwandheld seit vielen Jahrzehnten. Bei seinem Namen denkt man aber an Kinoleinwände, die er als Taxifahrer in "Night on Earth" beherrschte, an "Kafka", "Das Geisterhaus" oder an "Illuminati".

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Armin Mueller-Stahl vor seinen Bildern. Malen sei "wie Komponieren", sagt er.

Quelle: Dietrich Flechtner

Unvergessen sind seine Klassiker aus den 60er, 70er und 80er Jahren, jüngeres Publikum erinnert sich vielleicht an Filme wie "Die Manns" oder "Buddenbrooks". Die Rede ist, unschwer zu erkennen, von Armin Mueller-Stahl, der auch als Geiger und Schriftsteller von sich reden macht und zudem ein hinreißender Unterhalter sein kann.

Am Samstag kam er als Leinwandheld ganz anderer Art nach Dresden und eröffnete im Taschenberg-Palais vis-à-vis vom Zwinger eine Ausstellung bildender Kunst. Der von Babelsberg bis Hollywood gefragte Star ist schließlich seit über 50 Jahren auch Maler und mit seinem Œuvre in namhaften Galerien und Museen präsent. Inmitten von etwa 120 Arbeiten gab sich der 83-Jährige ungemein leutselig und erläuterte im DNN-Gespräch, was ihn zu dieser Beschäftigung antreibt: "Was mich bewegt, will Wort oder Bild werden. Deswegen gehe ich jeden Tag, an dem ich zu Hause bin, morgens um neun ins Atelier und staune dann oft, wie schnell beim Malen die Zeit vergeht." Das Atelier ist eine umgebaute Garage an Mueller-Stahls Haus, die der Künstler nicht selten mit ganz konkreten Bildideen betritt. "Doch die fertigen Bilder sehen nie eins zu eins so aus, wie ich sie im Kopf gehabt hatte", verriet er und betonte, wie sehr ihn stets die Lebendigkeit der Malerei faszinierte.

"Malerei ist nie tot, auch wenn sie schon so oft totgesagt worden ist", meinte der Maler mit eindringlichem Blick, "denn die Menschen haben immer den Wunsch, etwas auszudrücken und in Bildern festzuhalten." Armin Mueller-Stahl vergleicht gern die Künste miteinander und führte ungefragt an, Malen sei für ihn wie Komponieren. "Alle Kunst will Musik werden, sich aufschwingen und Menschen berühren. In letzter Instanz hat aber doch die bildende Kunst die größten Freiheiten. Literatur ist an Worte, Musik an Noten gebunden. Malerei ist ganz frei."

Etwas überraschend inmitten der zahlreichen Porträts, die in Öl oder als Lithografie in der Galerie um Armin Mueller-Stahl vereint sind, gestand er ein, zunehmend auch abstrakt zu malen. Im druckfrisch nach Dresden gebrachten Bildband "Arbeiten auf Papier", herausgegeben vom langjährigen Galeristen-Freund Frank-Thomas Gaulin, finden sich tatsächlich eine Menge Belege dafür. In den Dresdner Räumen der Galerie Walentowski jedoch sind überwiegend konkrete Abbilder zu sehen. Wobei Mueller-Stahl als Porträtist nie nur Äußerliches wiedergibt, sondern das Innere der Person gleichsam aufblättert - und dabei auch viel von sich selbst verrät. Persönliche Vorlieben zum Beispiel, Einmischungen in die Politik und in die Kunst. Auf großen Leinwänden etwa sind subjektive Sichten auf den "Fall der Mauer" dargestellt, ein höchst menschliches Porträt "Willy Brandt" korrespondiert mit "Brandt Breschnew - Es ging doch schon -". Gemeint sei mit solch skurrilen Titeln die eingangs erwähnte Bewegtheit des Künstlers. Was ihn packt, muss gemalt werden, sogar mit Anflügen der Komik, wie im robenvoll klerikalen Richter-Bildnis "Bringt Karlsruhe die Eurokrise zurück?".

Derber Strich, heftige Kontraste und ausführliche Wortwahl im Bild künden von packender Energie dieses im Auftreten so noblen Meisters, der gern von sich sagt, "wenn ich male, fliege ich". Neben den großen Formaten füllen zahlreiche Porträts die Wände. Ein witziger Einstein, ein poppiger Bach, Künstler aus Vergangenheit und Gegenwart. Und immer wieder Faust, Hamlet, Thomas Mann sowie Selbstporträts dieses sympathischen Leinwandhelden.

bis 14.12., Galerie Walentowski, tägl. 10-19 Uhr

www.walentowski-galerien.de

Armin Mueller-Stahl: Arbeiten auf Papier, Hatja Cantz Verlag, 330 S., 50 Euro

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.11.2014

Michael Ernst

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