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"Ariadne auf Naxos" wieder im Spielplan der Semperoper Dresden

"Ariadne auf Naxos" wieder im Spielplan der Semperoper Dresden

Im musikalisch-philosophischen Geniestreich Richard Strauss' zur Dichtung Hugo von Hofmannsthals geht es um Kunst und Kommerz, um das hochstilisierte Pathos der großen Oper eines jungen Komponisten über die Einsamkeit der "Ariadne auf Naxos" und die leichtfüßigen, flinken Eskapaden einer Spaßmachertruppe um die so liebes- wie lebenserfahrene Zerbinetta.

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"Ariadne auf Naxos" in der Semperoper.

Quelle: Matthias Creutziger

Es geht um ein lebenssattes und liebesarmes Publikum, das sich Gefühle nur noch leistet, wenn andere dafür arbeiten. Große Oper als Ersatz für fehlende eigene Größe. Billiger Spaß als flüchtige Bereicherung armseliger Existenzen. Man zahlt, und andere haben zu singen, zu tanzen, zu leiden, zu lieben, und wenn es die augenblickliche Laune so will, wird alles in einen Operntopf geworfen. So will es ein "gnädiger Herr", der hat das Geld, und so setzt es ein resoluter Haushofmeister durch.

Wie zur Premiere der Inszenierung Marco Arturo Marellis vor 15 Jahren im Ambiente einer kühlen Welt der Vernissagen und Finissagen hält auch zur Wiederaufnahme Friedrich-Wilhelm Junge mit sicherer Hand und süffisant, markantem Sprachgestus zusammen, was musikalisch an diesem Abend nicht immer ganz glücklich zusammenfindet.

Da hat man in Dresden, in der Semperoper, vor gar nicht allzu langer Zeit noch mit wahrhaft angemessenem und glänzend besetztem Repertoire des "Hausgottes" Strauss auch schon in dieser Inszenierung glücklichere Abende erlebt. Jetzt geht alle Kraft vom eigenen Ensemble aus, aber was, wenn die Kraft nicht ausreicht? Wenn dem Tenor Jürgen Müller als Bacchus die Töne ausgehen, bevor das Stück zu Ende ist. Wenn sich Sängerinnen wie Barbara Senator oder Romy Petrick mit großem Engagement als Komponist oder Zerbinetta vorstellen, aber einmal der große melodische Bogen zu selten die klanglichen Dimensionen dieser Partie erreicht oder es an nötigem Esprit fehlt, ein zu knapp genommener, exponierter Spitzenton ist nicht das eigentliche Problem. Auch Markus Butter als Musiklehrer kommt an gesangliche Grenzen. Da ist ein so spielfreudiger wie gesanglich heiterer Timothy Oliver als Tanzmeister ein Lichtblick, das gilt auch für den eingesprungenen Gast Martijn Cornet als Harlekin. Also bleibt Marjorie Owens als Ariadne nicht nur einsam auf ihrer Insel im Installationsgewirr der nach ihr benannten roten Fäden, sie bleibt auch gesanglich einsam und einzig an diesem Abend.

Am Pult der Staatskapelle Dresden steht Omer Meir Wellber, der Wechsel zwischen kammermusikalischer Raffinesse und klanglichen Schwelgereien liegt ihm sehr, die Mitglieder der Staatskapelle sorgen für die Glanzpunkte des Abends, darüber könnte man sich eigentlich freuen. Leider aber ist es so, das die Musiker nicht nur im Graben sitzen, sondern dass sich so etwas wie ein Graben auftut zwischen der Bühne und dem Orchester, und das ist ganz und gar kein Grund zur Freude.

Weitere Aufführungen: 16. März; 15. und 18. April, Semperoper

www.semperoper.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.03.2014

Boris Gruhl

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