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Arbeiten von Tom Böhm sind in der Volksbank am Schillerplatz zu sehen

Arbeiten von Tom Böhm sind in der Volksbank am Schillerplatz zu sehen

"Ohne Titel" entlässt Tom Böhm die Mehrzahl seiner Bilder. Mit Leichtigkeit, ja surreal, porträtiert er Landschaftseindrücke jenseits der Wiedererkennbarkeit, und nur gelegentlich greift er auf die vor Ort gefüllten Skizzenbücher oder Studienblätter zurück.

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Tom Böhm. ohne Titel, 2011. Öl auf Leinwand.

Quelle: Website

In Öl auf Leinwand hält die vitale Pinselführung die Oberflächen in ständiger Bewegung - vibrierend, changierend, manchmal ergänzt durch Tusche oder Kohle, so dass die Bilder über die angedeutete Gegenständlichkeit hinaus, beim längeren Betrachten immer intensiver wirken. Farben erlesener Zartheit steigern sich oder treten wieder zurück; Details vorausgegangener Untermalungen blitzen auf, grafische Strukturen setzen Akzente. Lebendiger Atem pulsiert in diesen Bildorganismen, die, betont erdverbunden, auch Ruhe ausstrahlen. Kaum unterscheidet man Naturformen von denen von Menschenhand geschaffenen, ins Tal geduckten oder am Hang hinaufkletternden Häusergruppen, Kirchtürme oder Wege. Böhm sieht sie zueinander gehörend. Aufstrebend und zu Boden fallend, blühend und ermattend durch Jahreszeiten und Lebensalter, filigrane Vielfalt und Aufgehen im Ganzen. Sie wurzeln so fest im Glauben an die Kraft des Lebens, dass auch das Erlebnis eines abgebrannten Waldes, das vor Ort in Kohle schwarz auf Seidenpapier skizziert wurde, in einer Serie großformatiger Ölgemälde wiederkehrt und dort aus der Asche der verbrannten Erde leichtes Grün aufsteigt, einzelne der gebeugten kahlen Stämme sich aufzurichten und neu zu verästeln beginnen, erinnerter Funkenflug und Ascheregen sich mit Insektensummen und Pollenflug mischen.

Der studierte Bühnen- und Kostümbildner variiert auf der Grundlage der klassischen Ölmalerei auch Möglichkeiten verschiedener Grundierungen, intensiver Farbverläufe, zeichnerischer Elemente oder Tuschspritzer. Gesellschaftsrelevante Motiven zeigt er im großen Format beispielsweise als Metaphern für die Konflikte in der Ukraine. Auch vermeintlich anspruchslose Straßenszenen skizziert er, mit einfachen Mitteln charakteristische Verdichtung erreichend, auf Reisen nach Buenos Aires oder in die Toskana, die ihm zur zweiten Heimat geworden ist.

Biancamaria Zetti Ugolotti betont Böhms "nordisches" Herangehen an seine Themen, nicht nur als Ergebnis visuellen Erlebens, sondern auch eines langjährigen Einfühlens in die Natur: "Nicht mehr die Landschaft ist die Hauptperson dieser Bilder, sondern die innere Bewegung, die der Künstler den Betrachter spüren lässt, denn Naturelemente und Farben (-) schaffen jene Stimmung, die die Landschaft selbst in sich birgt."

Bis 2.September, Volksbank Raiffeisenbank, Hüblerstr. 1; Mo/Mi 10-16Uhr, Di/Do/Fr 10-18Uhr, Sa 10-13Uhr.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.08.2014

Jördis Lademann

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