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Arbeiten von René Weigel bei Breschke & Schuch

Arbeiten von René Weigel bei Breschke & Schuch

Ausstellung mit Dresdner Kunst im Kabarett Breschke & Schuch zeigt Porträts, Paarbilder und Bildnisse von René Weigel (geb. 1973 in Dresden).

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René Weigel: Das Fazit, 2009, Acryl auf Papier. Repro: René Weigel

Die bereits 40. Die Veranstalter wollen auf ihre Weise zur Förderung von Kunst in der Region beitragen und wählen "ihre" Künstler unabhängig und ganz gezielt aus. Das sind sowohl Studierte als auch Autodidakten, für die sich die Macher im Kabarett begeistern. Im Zuschauerraum schmücken ihre Arbeiten die Wände und sollen so indirekt einen Bezug zu den Aufführungen herstellen. Vielleicht wirft dieser oder jener nach dem Besuch einen genaueren Blick auf die Kunstwerke und geht mit den Bildern im Kopf nach Hause. Damit ist schon viel erreicht.

Der Dresdner Maler René Weigel begann seine künstlerische Arbeit im Jahr 1990. Er studierte von 1996-97 bei Sandor Dóró an der HfBK Dresden. Seit 2003 nimmt die Arbeit am Porträt einen größeren Raum ein. Damals begann er mit seiner "Malerei von Angesicht zu Angesicht" und ihrer sensiblen geistigen Ausrichtung auf das, was zwischen den Menschen passiert. René Weigel findet seine Motive in der Stadt, auf Bahnsteigen und Unterführungen, im Verkehrsmittel, in der Bierbar oder im Café in einem besonderen Augenblick der Begegnung. Danach entstehen bei der Arbeit im Atelier gewisse Typisierungen des Einzelnen, aber auch des Zwischenmenschlichen, durch die Herausarbeitung bestimmter Affekte, die ihn interessieren. Die psychologische Herangehensweise an das menschliche Gesicht schließt das soziale, mentale und geistige Umfeld immer ein, setzt aber auch einen eigenen Erfahrungsschatz, gute visuelle Kenntnisse und eine malerische Begabung voraus, die Weigel besitzt.

Die neue Ausstellung bei Breschke & Schuch spürt vor allem dem spirituellen Porträt im Alltag nach: Dort begegnet man jungen, schönen Frauen mit gesenktem Gesicht oder erwartungsvoll nach oben gerichtetem Blick. Beinahe entrückt, zeigen sie die Innenseite des Menschen, die sich zaghaft auf der Oberfläche des Gesichts abbildet. Weigel liest in Gesten und im Gesichtsausdruck, die der begegnende Mensch ihm anbietet und tastet sich danach wie bei einem Phantombild an das wirkliche Gesicht heran. In seinen Porträts ist das breite Spektrum der Charaktere versammelt.

Auch das Mit- oder Gegeneinander von Menschen thematisiert Weigel in seinen Bildern von streitenden jungen Männern ("Aufstand") oder nachdenklichen Konstellationen von Mann und Frau ("Lockvogel"). Weigels literarischen Begegnungen mit der Philosophie Rudolf Steiners und der Mystik Meister Eckharts haben seine Arbeit am Porträt vertieft. Damit offenbart die Ausstellung auch eine moralische Seite (aber ohne Zeigefinger!) im Sinne von Steiners "Neuem Tempel des menschlichen Miteinanders". Verblüffend ist die Fülle der Rundbilder mit Gesichtern von jungen Frauen und ihre farbliche Realisierung in fleischfarbenen Rottönen, Tondi, die unbewusst das spirituelle Thema des Heiligenbildes aufnehmen und in unsere Zeit übersetzen.

Durch die Beigabe von verschiedenen Attributen (Hirschgeweih, Windmesser, Handy, Taube) steigert Weigel seine Ausdruckskräfte mit feinem Humor ins Surreal-Sonderbar-Symbolische, zu Allegorien, Mythen und Visionen. Zeitbezüge werden hergestellt wie in "Entschieden" (2009), wo die Kommunikation von zwei Menschen schmerzlich durch "Handy-Ohrklappen" gestört ist, aber auch Situationen von Aggression und Gewalt nachgestellt werden.

Bis 13. Februar, Kabarett Breschke & Schuch, Wettiner Platz 10, Eingang Jahnstraße, Di bis Fr 10 bis 18 Uhr; Kontakt: 0351/490 40 09

 www.kabarett-breschke-schuch.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.01.2012

Heinz Weißflog

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