Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 13 ° Regen

Navigation:
Google+
Arbeiten von Jana Morgenstern im Leonhardi-Museum Dresden

Arbeiten von Jana Morgenstern im Leonhardi-Museum Dresden

Wer das Schaffen der Dresdner Malerin und Grafikerin Jana Morgenstern (geb. 1967 in Erlabrunn-Steinheidel/Erzg.) ein wenig verfolgt, weiß um ihre der Abstraktion verpflichtete Kunst.

Voriger Artikel
Im Lipsiusbau Dresden ist Gegenwartskunst aus dem Kunstfonds Sachsen zu sehen
Nächster Artikel
Ausstellung im Jägerhof: Dresdner Puppentheatersammlung gewährt Blick ins Depot

Jana Morgenstern. Steine I-23. 2008. Fettkreide, Tusche auf Papier.

Quelle: Repro: Herbert Boswank

Nur selten ist in ihren Arbeiten ein Bezug zur sichtbaren Realität ahnbar, geschweige denn offenbar. Gleichwohl wäre die Kunst Jana Morgensterns nicht denkbar ohne intensives Naturstudium - in den letzten Jahren etwa bei jährlichen Reisen auf die Insel Rügen. Hier ist das Skizzenbuch ständiger Begleiter, werden die unterschiedlichsten Impressionen festgehalten. Allerdings werden nur einzelne Elemente später für ihre künstlerische Arbeit relevant. Seit 2006 beginnend, sind dies Steine oder auch ein Stück Fundholz. Aus der Arbeit mit diesen Fundstücken hat sich ein ganzes "Konzept" entwickelt. Dabei geht es der Künstlerin nicht etwa darum, den Stein möglichst naturgemäß abzuzeichnen. Vielmehr hat sich ein Vorgehen entwickelt, das dem Betrachter im Ergebnis als zeichnerische und malerische Vielfalt gegenüber tritt: Jana Morgenstern hatte die Idee, sich mit der Kontur des Steins auseinanderzusetzen, ihn als eine Art Schablone zu nutzen.

Immer und immer wieder umrundete sie mit Graphit die Kontur des für sie interessanten Steins (einige Zeit zuvor hatte sie auf diese Weise ihre Füße umrundet und vervielfältigt). Die Konturen reihten sich auf einem Blatt aneinander und überlagerten sich in unterschiedlichen Rhythmen, füllten in immer wieder neuer Anordnung neue Blätter. In Serie entstand eine Art unregelmäßiger Ornamente mit unterschiedlichem Ausdruck. Schließlich blieb es nicht bei diesen Zeichnungen, wenngleich man bei vergleichender Betrachtung feststellt, dass die Möglichkeiten der Aneinanderreihung und Überlagerung schier unendlich sind. Aber Jana Morgenstern wäre nicht die exzellente Grafikerin, die sie ist, wenn sie die gewonnene künstlerische Erfahrung nicht auch in grafische Formen übersetzen würde. Sie wählte hierfür wieder einen Stein: den Lithostein, auf dem sie - zwecks Handdruck - nach dem gleichen Prinzip wie auf der Zeichnung arbeitet. In jüngerer Zeit nun überraschte die Künstlerin auch wieder mit großen Leinwandbildern, die sich allerdings von ihren früheren, oft an geometrischen Formen unterschiedlicher Art orientierten, gemalten oder gewalzten, teils farbintensiven Arbeiten unterscheiden.

Das Thema "Kontur" kommt auch auf der Leinwand eher still daher, bedarf durchaus des intensiveren Schauens, entwickelt aber gerade auf den großen Bildern eine ganz eigene Faszination. Steine, ein Spachtel oder ein Stück Fundholz dienen als Konturgeber. Mit teils farbigen Fettkreiden wird die Kontur aufgetragen. Es entsteht ein Bild aus leicht schwingenden oder auch sich ineinander verschlingenden und sich überlagernden Linien. Das Ganze wird mit mehr oder weniger lasierender schwarzer respektive grauer Tusche in breiten Bahnen überzogen, wobei die Kreide das Wasser abstößt, die Linien voll sichtbar bleiben, manchmal nach dem Auftrag auch verstärkt werden. So entfalten sie ein differenziertes Eigenleben, treten im Raum hervor oder zurück. Manchmal arbeitet die Künstlerin auch mit Spiegeleffekten: Sie teilt den Bildgrund geometrisch auf - etwa in schwarze und weiße Flächen, aus denen dann die Linien jeweils entgegengesetzt weiß und schwarz hervortreten. So vervielfachen sich mit den Bildern - es gibt auch ähnliche farbige Zeichnungen, die im Werkprozess diesen Leinwandarbeiten vorausgingen - die möglichen Varianten noch einmal.

Einen Überblick über das besonders seit 2008 auf das Thema "Kontur" bezogene Schaffen Jana Morgensterns vermittelt derzeit eine Ausstellung im Leonhardi-Museum. Gezeigt werden Werke aus den Jahren 2007-2012, in der die Bleistiftserien mit den Stein-Konturen, farbige Arbeiten auf Papier zum gleichen Thema sowie Leinwandbilder präsentiert werden, für die die Konturen des oben erwähnten Holzstücks bestimmend waren. Es ist immer wieder eine schöne Erfahrung - in jüngerer Zeit zeigten das Kupferstich-Kabinett (2008), die Sächsische Landesärztekammer (2008), die Loschwitzer Feuerwache (2012) Einzelausstellungen -, Ausschnitten aus dem von leisen Tönen geprägten, experimentell-spielerischen, abstrakt-assoziativen Schaffen Jana Morgensterns zu begegnen.

Für ihren eigenständigen Weg erhielt sie am Beginn wesentliche Impulse unter anderem von Lehrern wie Günther Horlbeck (Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden 1990-1996) und Max Uhlig (Meisterschülerin 1996-1998), deren Wirken ihr den Blick auf internationale Entwicklungen öffnete. Stipendienaufenthalte unter anderem in den USA erweiterten den Horizont, stärkten etwa auch ihr Interesse an der Minimal Art. Mittlerweile waren Arbeiten von ihr außer in Deutschland auch in Brüssel, Skopje, Ohio, Riga und Sydney zu sehen.

bis 10. März, Di-Fr 14-18 Uhr, Sa und So 10-18 Uhr

www.leonhardi-museum.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 01.03.2013

Lisa Werner-Art

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur News

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von DNN.de spielen! mehr