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Arbeiten von Bildhauer Spandlitz im Stadtarchiv

Dresden Arbeiten von Bildhauer Spandlitz im Stadtarchiv

Im Stadtarchiv Dresden wurde die Neugier schon im September geschürt, als der Bildhauer Florian Schneider im Rahmen der Ausstellung „Frauenkirche. Aus Archiv und Atelier“ über seine Mitarbeit beim Wiederaufbau der Frauenkirche berichte.

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Dresden. Im Stadtarchiv Dresden wurde die Neugier schon im September geschürt, als der Bildhauer Florian Schneider im Rahmen der Ausstellung „Frauenkirche. Aus Archiv und Atelier“ über seine Mitarbeit beim Wiederaufbau der Frauenkirche berichte. Er gestattete sich Seitenblicke auf das Thema Sandstein in der Steinrestaurierung allgemein sowie auf seine eigene künstlerische Arbeit als Bildbauer.
Als solcher ist er, vertreten durch die Kunstgalerie Am Weißen Hirsch,  seit gut fünf Jahren in Dresden bekannt. Es liegt nahe, dass man auch in der  aktuellen Personalausstellung „Versuchsweisheiten“ nicht ohne Humor davonkommt. Schon in seinem „Künstlernamen“ spricht sich ein gewisser Spieltrieb aus. Er bildete ihn, als er entdeckte, dass er nicht der einzige Träger seines bürgerlichen Namens ist, aus Silben der Berliner Bezirke Spandau und Steglitz, da der 1978 in Dresden Geborene als Absolvent der Werkkunstschule Flensburg eine Zeit lang auch in Berlin lebte. Sein Credo – „Kunst
ist geistige Nahrung. Nachfolgende Generationen werden uns an dem messen, was wir ihnen hinterlassen, das ist des Künstlers Verantwortung“ – verwirklicht er am liebsten in leicht verdaulicher Form, was Tiefgang nicht ausschließt.

Die „Tasse Kaffee“, die frei im Raum schwebend das kostbare Nass  auf den Sockel zu vergießen scheint, wurde als Einladungs- und Flyermotiv zum Hingucker der Ausstellung. Sie stellt die Frage „Was bleibt?“ in Spandlitzscher Manier mit Hilfe von Holz, Kleber, Spachtelmasse, Stahl und einer Tasse. Ähnlich amüsant tun dies auch die „Schnittsteller“ und „Einschnitte“ unter Nutzung einer historischen Säge, der „Käse“ und die „Banana Total“ in Holz beziehungsweise Betonguss, unter Verzicht auf die namensgebenden Materialien.

Andere Figuren aus Gips und behauenem Betonguss, die „Welt aus den Fugen“, die „Dunkle Seite“, „Robot“ und „Mann in roter Badehose“ geben sich kubistisch. Zergliederte Mehransichtigkeit zeigen auch das edle marmorne „Architekton“ und eine kleine „Komposition aus 12 Kugeln“ – ungeachtet der porösen Modelliermasse, die, wie auch bei der Frechen-Herrchen-mit-Hund-Gruppe „Unter den Linden“ als Kaffeesatz geoutet wird.

Nicht ohne Spannung, doch voll Harmonie und innerer Gelassenheit, geben sich „Organische Formation“(en), „Seele“, „Identität“ und „Diskontinuum“ in schönlinigen, wohlgerundeten Formen, mit denen Spandlitz beweist, dass er Sandstein (aus Posta oder aus Reininhardtsdorf) auch als freier Künstler zu formen weiß. Handzeichnungen, ebenso erfrischend wie das bildhauerische Werk, ergänzen die umfangreiche Schau. Typisch Spandlitz und dabei wohl einen Blick ins Private zulassend, ist „Der lange Weg zum Kindergarten“ zweier heiter vorwärtsschreitender, konstruktivistisch angelegter Figuren in farbiger Tusche. „Kunst ist die Seele des Schaffenden. In diesem Sinne nimmt man die Ironie mit“, notierte ein Besucher ins Gästebuch. Dem schließt man sich gern an.

bis 8. Januar. Stadtarchiv Dresden, Elisabeth-Boer-Str. 1., Mo, Mi 9–16, Di, Do 9–18, Fr. 9–12 Uhr
www.spandlitz.com

Jördis Lademann

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