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"Arabella" in der zweiten Saison an der Semperoper in fast vollständig neuer Besetzung

"Arabella" in der zweiten Saison an der Semperoper in fast vollständig neuer Besetzung

Florentine Kleppers Inszenierung ist noch nicht angestaubt, im Gegensatz zum Hotel, in dem sich Arabella, die Tochter des Grafen Waldner, und der reiche Mandryka kennenlernen.

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Anne Schwanewilms in der Titelpartie der "Arabella".

Quelle: Matthias Creutziger

Dresden. Vom Glanz zeugen Säulen, Stuck und edle Metalle, doch selbst von der Ferne sind Stockflecke zu erkennen - es war einmal. Man wartet, dass die guten Zeiten wiederkehren, dass die verschuldete Familie wieder zu Geld kommt. Durch Erbschaft natürlich oder Verheiratung der Tochter Arabella. Gräfin Adelaide (Janina Baechle) lässt sich von einer Wahrsagerin (Irmgard Vilsmaier) die Karten legen.

Nur zwei Vorstellungen von "Arabella" gibt es im Rahmen der Dresdner Richard-Strauss-Tage, dafür übernimmt Christian Thielemann wieder den Stab. Am Sonnabend gab Bo Skovhus den Mandryka und blieb Thomas Hampson erstaunlich nahe, legte die Figur aber noch lyrischer an. Mit jugendlichen Feuer und der Reife einiger Erfahrungen gab er Mandryka von innerer Glut zehrende Leidenschaft, aber auch ein wenig Resignation dessen, der das Scheitern kennt.

Anne Schwanewilms' Arabella konnte vor allem in den Höhen brillieren, während ihr in mittleren und tieferen Lagen Volumen fehlte. Ihre Arabella ist ein verwöhntes, junges Mädchen, weniger kokett. Wenn sie den Grafen Lamoral als "Bub" bezeichnet und fortschickt, fehlt ihr dazu eigentlich die Souveränität. Schwanewilms' Stärken lagen klar in den lyrischen Passagen der Szenen mit Mandryka im zweiten und dritten Akt.

Genia Kühmeier gelang eine kernige Zdenka, die auch als "Zdenko" verkleidet betörte. Das ließ aufhorchen, "stach" nicht ins Ohr, sondern hatte jugendlichen Glanz. Da konnte man nicht nur am Ende die Figur, sondern die ganze Stimme ins Herz schließen!

Neckisch, schlitzohrig, brummbärig, gewitzt, ohrenschmeichelnd und schla-wienerisch war Kurt Rydls Graf Waldner. Er gab den Spieler mit Schmäh und Charme - eine großartige darstellerische Leistung! Mit sonorem, farbenreichem und leidenschaftlichem Bass bestach Rydl, aber auch mit müheloser Verständlichkeit.

Doch auch die Grafenrollen (Elemer: Martin Homrich, Dominik: Derek Welton - neben Irmgard Vilsmaier die einzige Besetzung aus dem Vorjahr, Lamoral: Clemens Unterreiner) waren fein gewählt, Íride Martinez sorgte als Fiakermilli für "Feuer" auf dem Ball. Dieser Faschingsball scheint ein wenig grotesk - ein Traum? Schimären? Gottlob - der Spuk lässt sich wegwischen. Am Ende wird alles gut!

Herrlich spielte die Staatskapelle auf, umfing die Sänger keck und geschmeidig. Prächtig, wie Hörner und Fagotte in den Liebesduetten spielten, wie erlösend sich die Holzbläser zum Finale erhoben. Im Orchestergraben, da ist der Glanz eben nicht verblasst wie oben im Hotel - Klasse!

nächste Vorstellung: Sonnabend, 24. Oktober

VON WOLFRAM QUELLMALZ

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