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Apps und Online-Rundgänge: Sachsens Museen preisen ihre Originale übers Internet an

Apps und Online-Rundgänge: Sachsens Museen preisen ihre Originale übers Internet an

Eine Homepage gehört für die meisten Museen in Sachsen inzwischen zum guten Ton. Immer mehr Einrichtungen suchen auch über Twitter und Facebook Kontakt zum Publikum, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab.

Bei der Nutzung dieser Medien gibt es große Unterschiede: für große Museen unverzichtbar, bei kleineren Häusern noch die Ausnahme. „Neue Medien sind Hilfsmittel“, sagte der Vorsitzende des Sächsischen Museumsbundes, Friedrich Reichert. „Museen punkten mit Originalen, neue Medien kann man besser zur Erklärung nutzen.“

Computer, Netzwerke und interaktive Möglichkeiten dienen nicht nur bei Ausstellungen dazu, Exponate zu hinterfragen und Geschichte zu animieren, sondern auch zur Erfassung von Beständen, zum Austausch und für die Museumspädagogik. Computer, Videoscreens und Medienstationen erlauben zudem Experimente, die mit dem Original nicht möglich sind.

„Durch die Einbeziehung von Mediapunkten und Informationsterminals können Sachverhalte anschaulicher vermittelt werden“, sagte Annegret Münch als Leiterin des Adam-Ries-Museums Annaberg-Buchholz. Dort kann man historische Aufgaben rechnen und die Körpergröße wie im 16. Jahrhundert messen - mit Hilfe von interaktiven Stationen. Im Mathematisch-Physikalischen Salon in Dresden lassen iPads historische Instrumente lebendig werden.

Das Bautzener Museum bietet einen virtuellen Rundgang im Internet, der Lust auf einen Besuch machen soll, wie Stadtsprecher André Wucht sagte. „Moderne Kommunikations- und Ausstellungstechnik spielen eine große Rolle, damit sich Geschichte, Gegenwart und Zukunft erleben lassen.“ Die Kunstsammlungen Chemnitz dagegen haben viele Besucher, die durch Zeitung, Fernsehen und Rundfunk interessiert wurden. „Das Internet ist ein Hilfsmittel“, sagte Museumssprecher Jörg Ivandic.

Kunstinteressierte holten sich die Informationen zwar aus dem Netz. „Das ersetzt aber nicht den Besuch“, so Ivandic. Die rein museale Arbeit des Museums hätten die neuen Medien nicht verändert. „Denn sammeln, erforschen, bewahren und ausstellen bezieht sich immer auf reale Dinge.“ Für das Leipziger Museum der Bildenden Künste sind sie eine Herausforderung finanzieller und personeller Art.

Bei einem Kunstmuseum sei es mit interaktiven Stationen eher schwierig, sagte Sprecher Jörg Dittmer. „Wir haben natürlich auch eine App.“ Das Sammlungsmanagement laufe digital und je nach Thema seien auch Ausstellungen multimedial und interaktiv. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) sehen die neuen Medien als Gewinn, wie Sprecher Stephan Adam sagte. Seit Jahren arbeiten sie mit Fachleuten in dem Bereich zusammen.

Digitale Kommunikation in Ausstellungen und bis zu Sozialen Medien sind für die SKD eine wichtige Facette neben den herkömmlichen Medien. Sie digitalisieren Bestände in einer im Netz zugänglichen Datenbank, es gibt Online-Rundgänge und in einer Ausstellung wurde sogar eine historische Schau begehbar - per Mausklick. „Die Begegnung mit dem Original, dem einzelnen Kunstwerk ersetzt aber nichts“, sagte Adam.

„Neue Medien sind ein wichtiger Baustein in der Museumsarbeit“, erklärte Kunstministerin Sabine von Schorlemer (parteilos). Damit könnten Neugier und Interesse für spannende Ausstellungen, vor allem beim jungen Publikum, geweckt werden. Aber: „Neue Medien werden die Originale nicht ersetzen.“

Grassi, Unikatum, GfZK und Co.: Leipziger Museen setzen auch auf das Social Web

Simona Block, dpa

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