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Anna von Hausswolff war mit neuer CD im Beatpol

Dresdner Club Anna von Hausswolff war mit neuer CD im Beatpol

Als die Schwedin Anna von Hausswolff im Gestern – also vor reichlich zwei Jahren – ihr Live-Debüt in Dresden spielte, klaffte zwischen der inszenierten Kantatenhaftigkeit und Wucht der Platte „Ceremony“ und ihrer Präsenz auf der Bühne eine Lücke.

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Dresden. Als die Schwedin Anna von Hausswolff im Gestern – also vor reichlich zwei Jahren – ihr Live-Debüt in Dresden spielte, klaffte zwischen der inszenierten Kantatenhaftigkeit und Wucht der Platte „Ceremony“ und ihrer Präsenz auf der Bühne eine Lücke. Um nicht zu sagen, eine Wunde. Ihre Stücke mäanderten mehr, als dass sie auf imaginäre Punkte zugesteuert wären. Die „schwarze Fraktion“ hatte ihre dunkle Freude daran, die Fans von Dead Can Dance und/oder Lisa Gerrard und Brendan Perry schickten Nachrichten über Rohrpost, man sei jetzt um eine Künstlerin reicher. Es war ein Hausswolff im Schafspelz.

Ein Film wollte „Ceremony“ sein, keine Songsammlung. Tod als Motto, Schwere als leichte Übung. Viel Licht ist jetzt in ihre neue Platte namens „The Miraculous“ nicht eingezogen. Schwer und hymnisch, ja, sakral dröhnen die elektrischen Gitarren und Drums, pumpen die Bässe, rückt wieder diese Kirchenorgel entfernte Parallelen, gerade im Dezember, zurecht. Es ist diesmal die „Acusticum“, eine Pfeifenorgel aus dem nordschwedischen Piteå mit „kollossalem Sound aus mehr als 9000 Pfeifen“ und, so heißt es, die größte Orgel Skandinaviens. Könnte sein, sie geht nicht mit auf Tour…
Anna von Hausswolff will mit „The Miraculous” gedanklich zurückkehren an einen geheimnisvollen Ort der Kindheit, den sie für real erklärt, der aber auch erträumt sein könnte, genauer „gealpträumt“. Spricht sie von Miraculous, wo die Wiege schwedischer Folklore stehen soll und schon schwedische Könige zu stürzen drohten, wird sie sehr ungenau. Niemand soll ihr wohl dorthin folgen, dazu ist ihre Musik da. Anna sagt: „Es ist eine poetische Reise in diese Erinnerung. Es ist wie der Versuch, einen Ort über seine Geschichte besser zu verstehen, handelt von Terror, Faszination und Schönheit, die sich daraus ergibt.“ Ihre klare, feste Stimme, gern vom Hall verhätschelt, täuscht etwas. Übrigens ist sie jetzt viel weiter weg von zwanghaften Vergleichen mit Kate Bush, die Hausswolff spätestens seit ihrem Lied „Deathbed“ anhingen.

Gegenüber dem Kultursender 3sat gestand die Schwedin: „Ich mag das Physische an der Kirchenorgel. Man kann sie auf der Brust und im eigenen Fleisch fühlen. Wenn man vor ihr sitzt, kriecht es bis in deinen Magen. Je tiefer der Orgelklang in die Eingeweide dringt, desto mehr versinkt man in sich selbst.“ Auch die automatische Nähe zur Religion aufgrund ihrer Musik weist sie von sich: „Nein, ich bin nur spirituell, nicht religiös. Ich habe eine sehr starke Vorstellungskraft, die mich glauben lässt, es gäbe Geister.“ Vielleicht hat Anna von Hausswolff – die übrigens mit vollem Namen nüchtern Anna Michaela Ebba Electra von Hausswolff heißt – diesmal sogar den Tontechniker gewechselt. Oder überlässt dem kundigen Beatpol-Stammregler Blitz das Feld, denn zuletzt glich ihr Mann am Regler eher einem unsensiblen Sensenmann. Er killte alles, was zaghaft leben wollte.

Torsten Klaus

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