Volltextsuche über das Angebot:

22 ° / 8 ° wolkig

Navigation:
Google+
Anna R fährt mit Gleis 8 im Dresdner Schlachthof ein

Anna R fährt mit Gleis 8 im Dresdner Schlachthof ein

Nach 21 Jahren als Sängerin bei Rosenstolz suchte Anna R. Ende 2012 eine neue Herausforderung. Lange dauerte die Suche allerdings nicht, denn bereits im Frühjahr dieses Jahres stand sie als Frontfrau der Band Gleis 8 wieder auf der Bühne.

Voriger Artikel
Totentanz zum Jubiläum in Dresden - ncp feiert 20-jähriges Bestehen
Nächster Artikel
DNN-Benefizkonzert sammelt für "Dresdner helfen Dresdnern"

Anna R. (r.) macht nun seit einem Jahr mit ihrer neuen Band Gleis 8 Musik. Am Sonntag gastieren sie im Schlachthof.

Quelle: Mike Auerbach

Am Sonntag machen die vier Musiker auf ihrer Tour im Alten Schlachthof in Dresden Station. Die DNN haben im Vorfeld des Auftritts mit Anna R. über ihre neue musikalische Heimat sowie über Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu Rosenstolz gesprochen.

Seit einem Jahr gibt es Ihre neue Band Gleis 8. Mit welchen Gefühlen blicken Sie auf die vergangenen Monate zurück?

Also mal ganz ehrlich: Für eine Newcomer-Band haben wir das alles sehr gut gemacht. Ich bin äußerst zufrieden. Wir haben ein schönes Album produziert und verstehen uns nach wie vor ausgesprochen gut.

Was unterscheidet die neue Band musikalisch von Rosenstolz?

Das lässt sich für mich ganz schlecht beschreiben. Ich würde sagen, dass die Musik etwas verspielter ist und ein paar andere Instrumente mit dabei sind. Außerdem ist natürlich klar, dass aus vier Köpfen etwas anderes herauskommt, als aus zwei Köpfen.

Was nehmen Sie aus der früheren Zeit mit?

Eigentlich nichts, zumindest nicht bewusst. Wir haben weder versucht vollkommen anders noch gleich zu sein. Stattdessen haben wir einfach alle unsere Ideen in einen Topf geworfen, umgerührt und geguckt, was herauskommt.

Ist es nicht rockiger geworden?

Sicherlich. Es gibt teilweise Songs, die sind ein wenig rockiger. Eine grundsätzliche musikalische Entscheidung ist das aber nicht. Auch Balladen spielen weiterhin eine Rolle.

Warum haben Sie wieder eine Band gegründet und keine reine Solokarriere gestartet?

Weil ich lieber im Team arbeite. Das macht mir mehr Spaß. Alleine im stillen Kämmerlein zu sitzen, funktioniert für mich nicht gut. Ich finde es auch schön, dass alle gleichberechtigt sind und jeder seinen Senf dazugeben darf.

Welche musikalischen Akzente wollen Sie mit Gleis 8 setzen?

In erster Linie machen wir Musik, die uns Spaß macht, die uns gefällt, und freuen uns enorm, wenn andere Leute auch Spaß daran haben. Da es nichts gibt, womit wir uns vergleichen könnten, können wir eigentlich machen, worauf wir lustig sind. Das haben wir soweit auch getan.

Warum singen Sie auf Deutsch und nicht auf Englisch?

Das liegt daran, dass Deutsch meine Muttersprache ist. Ich kann mich dadurch besser ausdrücken. Außerdem gibt es ja schon genügend Bands, die Englisch singen. Mir ist es wichtig, dass die Leute meine Texte auch verstehen.

Wie haben Sie ihre Bandkollegen Lorenz Allacher, Manne Uhlig und Timo Dorsch eigentlich kennengelernt?

Lorenz Allacher kenne ich bereits seit über 20 Jahren. Die vergangenen zehn Jahre hat er bei Rosenstolz in der Liveband gespielt. Timo habe ich unterwegs auf Tour kennengelernt. Zudem bin ich ihm auch schon bei Aufnahmen im Studio über den Weg gelaufen, als er mit Manne Uhlig Stücke produziert hat.

Ist die Zusammenarbeit anders als mit Peter Plate?

Das ist schon eine andere Arbeitsweise, was auch daran liegt, dass wir zu viert sind. Oft ist noch gar nichts fertig. Wir jammen immer erst mal und probieren Dinge aus, wie der Song funktionieren könnte.

Und das gab es vorher bei Rosenstolz in dieser Form nicht?

Bei Rosenstolz gab es meist schon ganz klare Vorstellungen, da war vieles schon fertig. Ich hatte kaum noch Spielraum, um einzugreifen.

Auf dem Debütalbum "Bleibt das immer so" haben Sie zahlreiche Texte selbst geschrieben. Was war das für eine Erfahrung für Sie?

Ich habe ja bei Rosenstolz früher auch Texte geschrieben, aber später gab es nicht mehr so viele Gelegenheiten. Mir macht es tatsächlich Spaß, wenn wir das zu viert machen. Jeder hat eine kleine Idee, und wenn sie noch so blöd ist, hören wir sie uns an und dann geben die anderen ihren Senf dazu. Die meisten Texte kommen nicht von einer einzelnen Person, sondern nur die Grundidee.

Welche Pläne haben Sie nach dem erfolgreichen Start mit Gleis 8?

Jetzt freuen wir uns erst einmal, wenn die Tour gut läuft, und dann machen wir uns so langsam an ein neues Album.

Stört es Sie, dass sie immer noch über Rosenstolz und nicht als Sängerin von Gleis 8 wahrgenommen werden?

Die Sache ist die: Das lässt sich nicht vermeiden. Und der Mensch vergleicht auch gerne. Da es nun einmal die gleiche Stimme ist, ist das halt so. Wir haben das vorher gewusst und darüber gesprochen. Richtig stören tut es nicht. Es wäre aber schön, wenn ich bald auch als Gleis 8-Frontfrau wahrgenommen werde.

Gleis 8, Sonntag 20 Uhr im Alten Schlachthof, Karten ab 30,90 Euro gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.12.2013

Stephan Hönigschmid

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur News

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von DNN.de spielen! mehr