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Anleitung zum Mutigsein: "Der kleine Angsthase" am Theater Junge Generation

Anleitung zum Mutigsein: "Der kleine Angsthase" am Theater Junge Generation

Angst hat der kleine Angsthase - Angst vor eigentlich allem: vor Gespenstern im Keller, vor dem Hund an der Ecke, vor den Hasenjungen, die ihn ärgern und verspotten - und natürlich vor dem Fuchs.

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Hanif Idris und Erik Brünner im "Kleinen Angsthasen"

Quelle: Dorot Günter

Kein Wunder, dass keiner mehr weiß, wie er wirklich heißt - alle nennen ihn Angsthase, denn "jeder hat den Namen, den er verdient".

Generationen von Kindern sind mit Elizabeth Shaws Geschichte groß geworden, haben bange verfolgt, wie der hasenherzige Hosenschisser den großen Fuchs in die Flucht geschlagen hat, um seinen kleinen Freund Ulli zu retten. Jetzt hat das Theater Junge Generation sich die 51 Jahre alte Geschichte in einer Fassung von Lars Georg Vogel vorgenommen und für Kinder ab vier Jahren auf die Bühne gebracht. Regisseurin Bettina Rehm hält sich an die Akteure der illustrierten Kurzgeschichte: Da gibt es den Angsthasen und seine Großmutter, den kleinen Ulli, Onkel Heinrich - und den Fuchs.

Abweichend von der literarischen Vorlage ist die Großmutter jedoch keine ängstliche Sessel-Oma mit weichem Busen und großem Herz. Nein, diese Großmutter kommt in Latzhose und Gummistiefeln daher (wunderbar burschikos: Erik Brünner) und erzählt von den Gespenstern durchaus mit eigenen Motiven. Wie sie Onkel Heinrich gesteht, soll die Angst vor dem Keller den Angsthasen nur davon abhalten, heimlich vom Erdbeerkompott zu naschen-

Die Angst wird in den 55 Minuten des Stückes vor einer zauberhaften Waldkulisse (Bühne und Kostüme: Grit Dora von Zeschau) anschaulich hin und her gewendet. Als berechtigte Furcht vor dem fiesen Elias, der dem Angsthasen seinen Ball kaputt macht. Als Täuschung, wenn Ulli demonstriert, dass das Gespenst doch nur "der kleine Ulli mit seinem stinkigen Laken" ist (herrlich unbeschwert: Marc Simon Delfs). Als Machtinstrument, wenn die Großmutter mit dem Schwarzen Hasen droht. Als hilfreiches Signal, wenn Onkel Heinrich dem Angsthasen erklärt, dass ein Schreck uns ganz aufmerksam macht. "Bei Gewitter ist das gut, denn man soll sich unterstellen, damit die Blitze einem nichts tun." Und natürlich als Gefühl, das von all den kleinen Zuschauern mehr oder weniger Besitz ergreift, als irgendwann der Fuchs auftaucht und den kleinen Ulli fressen will.

Er ist lächerlich und lustig, dieser Fuchs, denn er wird alt, er sieht nicht mehr so gut, er hört nicht mehr so gut - und ist doch ganz der selbst ernannte Star des Waldes (absolut hinreißend: Ulrich Wenzke). Ihm entgegenzutreten, ist für den Angsthasen wahrlich eine harte Prüfung. Mit Möhrenschlacht, fliegenden Hasenwürstchen und einem mutigen Sprung aus der Angst heraus wird Siggi, denn so heißt er tatsächlich, endlich zu dem, der er sein kann: zum Helden, der selbst-bewusst singt: "Ich bin, was ich bin" (in feinsinniger Anlehnung an Gloria Gaynors "I am what I am"). Hanif Idris überzeugt in seiner ersten Rolle am TJG als einer, der sich mutig selbst (er)findet. Und damit seine Zuschauer ermutigt, es ihm gleichzutun.

Wieder am 27., 28. und 29.10. am TJG sowie im November und Dezember

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 13.10.2014

Birgit Andert

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