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Angela Hampels "Undine geht" in der Dresdner Johannstadt aufgestellt

Angela Hampels "Undine geht" in der Dresdner Johannstadt aufgestellt

"Ich hoffe, dass das von den Johannstädtern angenommen wird", kommentiert die Dresdner Künstlerin Angela Hampel die Aufstellung ihrer Skulptur "Undine geht" am Johannstädter Elbufer.

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Zwei starke Frauen: Angela Hampel und "Undine geht" gestern bei der Einweihung des neuen Standortes in Johannstadt.

Quelle: Christian Juppe

Ihr Wunsch dürfte sich erfüllen, schließlich ist das Pendant in Pieschen, "Undine kommt", der erklärte Liebling vieler Stadtteilbewohner.

Wie in Ingeborg Bachmanns Gedicht "Undine geht" sieht Hampel die mythologische Figur weniger als Rachesuchende, die ihren untreuen Gatten meuchelt, denn als Symbol des Weiblich-Rastlosen, sich Sorgenden, der Natur, die sich auch in der Lebensader Fluss widerspiegelt.

Ursprünglich waren die beiden Wasserwesen 1998 Teil des Projekts "An Elbe und Rhein", bei dem verschiedene künstlerische Ideen entlang beider Flüsse umgesetzt wurden. Undine in Dresden kam - und blieb. In Bonn allerdings, dem zweiten Aktionsort des Projekts, gab es nach dessen Ende keine Einigung auf eine dauerhafte Installation. So verließ Undine Bonn, "ging" - zurück in das Atelier der Künstlerin.

Die baubedingte Umsetzung des Pieschener Kunstwerkes 2010 von der Mole vor die neue Fahrradbrücke zeigte einmal mehr, wie wichtig es den Dresdnern inzwischen geworden war. Denn nicht alle waren mit dem Standortwechsel zufrieden, schließlich zeigte Undine vormals zuverlässig den Wasserstand der Elbe an. Im Zusammenhang mit dieser Maßnahme jedenfalls wurde man an offizieller Stelle auch an die zweite Skulptur erinnert. Ein interfraktioneller Antrag von SPD und CDU brachte die Aufstellung von "Undine geht" in Johannstadt auf den Weg. Dafür mussten zunächst zahlreiche bürokratische Hürden überwunden werden.

Anders als der heilige Nepomuk, dem die Kunstkommission das Dresdner Asyl verweigert, gewähren die Mitglieder der starken Frau mit dem Irokesenschnitt zwar ein Plätzchen an der Elbe. Doch weder das unter Naturschutz stehende Grasland noch das unmittelbare Ufer durften verschönert werden. Nur der schmale Grat dazwischen macht die Aufstellung möglich. Zudem wurde ein Klappmechanismus gefordert, der nun das Fundament mit der 3,50 Meter hohen Skulptur verbindet. Im Hochwasserfall soll sie unsichtbar auf den Elbwiesen unter den Wogen schlummern, um kein Hindernis für Treibgut zu werden. Korrosionsschäden dürften laut Angela Hampel dadurch nicht entstehen, schließlich ist die Skulptur aus widerstandsfähigem Baustahl gefertigt. Die erwünschte Rahmung der Stadt und ihrer Silhouette durch beide Undinen ist trotz Abweichungen von der originären Vorstellung der Künstlerin nun Realität. In Zukunft wird die Wandelbarkeit des Flusses zumindest in Johannstadt anhand der Flussnymphe illustriert.

Wasser ist schon lange ein zentrales Element in Angela Hampels Kunst. Für den 1996 begonnenen Wasserkunstweg "Mnemosyne" plant sie mit den anderen beteiligten Künstlern und Künstlerinnen eine Erweiterung. In der Vergangenheit wurden Teile der bestehenden Werke jedoch bereits mutwillig zerstört. Auch die fehlende Sorgfalt, die beispielsweise ihre von Bäumen überwucherten Wasserfrauen vor dem Gebäude der Stadtentwässerung in Kaditz erdulden müssen, bekümmert die Künstlerin. Kunst im öffentlichen Raum - oft wertet diese auch triste Ecken Dresdens ästhetisch auf - , soll, so Angela Hampels Appell, doch bitte von den Bürgern und der Stadt gleichermaßen wertgeschätzt und gepflegt werden. Das parteiübergreifende, städtische und private Engagement für die Aufstellung der "Undine geht" lässt hoffen, dass sie sich zumindest um dieses Werk keine Sorgen machen muss.

Cornelia Posselt

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.09.2012

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