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Andrea Sawatzki liest in der Comödie Dresden

Andrea Sawatzki liest in der Comödie Dresden

Eisblaue Augen und feuerrote Haare - die sind Andrea Sawatzkis Markenzeichen. Morgen gastiert die erfolgreiche Schauspielerin an der Comödie in Dresden. Allerdings nicht mit einem Theaterstück.

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Andrea Sawatzki stellt morgen in Dresden ihr Buch "Ein allzu braves Mädchen" vor.

Quelle: Tobias Hase

Sawatzki wird aus einem Roman lesen, den sie vor kurzem selbst geschrieben hat. Die DNN hatten vorab Gelegenheit zu einem Gespräch mit der vielseitigen Künstlerin.

Frage: Sie drehen in der Regel drei Filme pro Jahr, sprechen Hörbücher ein, gestalten Liederabende, haben einen Mann und zwei Kinder und schreiben jetzt auch noch Bücher. Wie bringen Sie das alles unter einen Hut?

Andrea Sawatzki: Wahrscheinlich ist das Geheimnis, dass ich mich nicht unnötig stresse. Die Dinge, die ich anpacke, machen mir alle unheimlich viel Spaß und lassen sich auch wunderbar in den Familienalltag eingliedern. Natürlich wird manchmal die Nacht zum Tag, aber was einen erfüllt, bereichert ja schließlich das Leben. So wie mein neues Buch, das in diesen Tagen erscheint. Es handelt sich um eine Weihnachtskomödie mit dem Titel "Tief durchatmen, die Familie kommt", die ich morgen in Dresden ebenfalls kurz vorstellen werde.

Schreiben Sie auch im Alltag gern, führen Sie zum Beispiel Tagebuch?

Also Tagebuch schreibe ich zwar nicht, aber ich habe eine ganz liebe Freundin, der ich regelmäßig handgeschriebene Briefe schicke. An dieser Tradition haben wir beide trotz des E-Mail-Zeitalters festgehalten.

In Dresden präsentieren Sie sich als Schriftstellerin mit Ihrem Erstlingswerk, dem Roman "Ein allzu braves Mädchen". Dass der Titel des Buches einen zunächst in die Irre führt, kann man schon sagen, oder?

Es wird sicher nicht gleich deutlich, wohin die Reise geht. In meinem Buch gibt es ja drei Erzählebenen: die des Krimis, die einer Familiengeschichte und die psychologische in Form der Therapiesitzungen. Zu Beginn des Romans entdeckt die Polizei einen 71-Jährigen tot in seinem Schlafzimmer. Nackt. Mit einer scharfkantigen Waffe ermordet. Und genau zur gleichen Zeit nehmen sich Polizisten in einem Waldstück einer jungen Frau an, die verstört in einem dünnen Kleid unter einer Tanne hockt und friert. Wie sie an diesen Ort gelangt ist, weiß sie nicht. Erst in der Psychiatrie öffnet sich die Frau ganz allmählich ihrer Therapeutin, und was sie zu erzählen hat, ist bewegend und schockierend.

Bietet ein solch tiefgründiger, beinahe kammerspielartiger Ansatz am Ende Raum für das klassische Täter-Opfer-Prinzip?

Genau dies versuche ich in meinem Buch zu durchbrechen, flache Schuldzuweisungen finden deshalb nicht statt. Wer den Roman liest, wird merken, dass sich in seinem Verlauf sehr viele Menschen schuldig machen, aber am Ende erweisen sich die Vorwürfe als haltlos. Mein Buch handelt deshalb vom Verzeihen.

Wie sind Sie denn auf die Idee für solch ein Buch gekommen, trägt der Roman autobiografische Züge?

Vordergründig hat mich die Frage interessiert, wie eine Krankheit eine Familie auseinanderbringen, ja im Grunde genommen zerstören kann. Natürlich gibt es autobiografische Elemente, denn mein Vater war an Alzheimer erkrankt, und der Verlauf dieser Krankheit hat mich schon als Kind bewegt. Ich denke, man kann gar nicht schreiben, ohne gewisse Dinge als Autor selbst erlebt zu haben.

Was wollen Sie sich denn in Dresden unbedingt anschauen?

Ich hoffe, dass ich genug Zeit habe, da ich leider noch nie in Dresden war und einfach so viel wie möglich von der Stadt sehen will. Ganz oben auf der Liste steht natürlich der Zwinger. Fremd ist mir die Stadt allerdings trotzdem nicht, denn meine Pflegemutter, bei der ich als Kind viel Zeit verbracht hatte, kam aus Dresden und hat mir immer viel erzählt von der Geschichte und der reichen Kultur in Ihrer Stadt.

iSonnabend, 19. Oktober, Lesung mit Andrea Sawatzki in der Comödie Dresden, Beginn 19.30 Uhr, Tickets unter Tel. 0351/ 86 64 10 sowie an der Theaterkasse.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.10.2013

Christoph Stephan

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