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An der Comödie hatte eine Bühnenfassung der "Feuerzangenbowle" Premiere

An der Comödie hatte eine Bühnenfassung der "Feuerzangenbowle" Premiere

"Die Feuerzangenbowle" mit Heinz Rühmann von 1944 (nach dem Buch Heinrich Spoerls) wurde die Mutter aller Pauker- und Schülerfilme, in denen die gute alte "Penne" wackelt, aber nie wankt.

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Michael Mienert, Fabian Baecker, Michael Jäger, Volker Zack, Philipp Richter (v.l.).

Quelle: Robert Jentzsch

Motto: "Dieser Film ist ein Loblied auf die Schule, aber es ist möglich, dass die Schule das nicht merkt." Nun hatte an der Comödie Dresden eine Adaption des Films Premiere. Die Bühnenfassung stammt von Wilfried Schröder, Regie führte Dominik Paetzholdt, der am Haus schon einige Glanzlichter in Szene setzte (etwa die Karaoke-Komödie "Machos auf Eis").

Man hielt sich nicht sklavisch an den Film, setzte hier und da eigene Akzente, was im Großen und Ganzen eine gute Entscheidung war, auch wenn man eine Gegenpol-Type wie Dr. Brett vielleicht dann doch vermisst. Hier erhält der von keinem Geringeren als Volker Zack gespielte Schöler "Pfeiffer mit drei f" seinen Tadel ins Klassenbuch wegen "Vorspiegelung falscher Tatsachen" nicht von Dr. Brett, sondern von Professor Crey (Michael Mienert). Und dies nicht, weil er mit seinem Spiegel die Wanderung der Goten auf einer Landkarte nachzeichnet, sondern die eines Vogels, nämlich des Pazifischen Goldregenpfeifers. Eva (Juliane Baldy), das holde Töchterlein des Zeus, des Schuldirektors Knauer (Hans-Georg Pachmann), ist hier kein Backfisch mehr, sondern gibt aushilfsweise bereits selber Gesangsunterricht. Mag die Filmkomödie eine Dame ohne Unterleib, Sex bestenfalls als knospende Oberprimaner-Liebe im Spiel sein, hier knistert es. Ein bisschen jedenfalls. Und dass die Schule wegen vermeintlicher Bauarbeiten für einen Tag geschlossen ist, ist in dieser Fassung dem "kleinen Luck" (Fabian Baecker) zu verdanken. Er ist klein und Einserschüler, folglich in einer Tour das "Opfer" (wie es neudeutsch so schön heißt) der anderen, speziell Rudi Knebels (Florian Rast).

Nun sind die "Duftmarken", die Heinz Rühmann in der legendären Verfilmung setzte, ja außerordentlich stark und wurden auch von Regisseur Paetzholdt klugerweise nicht angetastet. Vor allem der spitzbübische Humor wurde beibehalten. Es macht einfach Spaß, den pubertierenden Pennälern und kauzigen Paukern dieser höheren Lehranstalt zuzusehen. Komik hat in der Regel etwas anarchisch Revolutionäres an sich, hier aber wird bestenfalls am Sonderling-Image alter Pauker gerüttelt, die die Akteure als wunderbare, weil vortrefflich ausgespielte Kabinett-Stückchen vor Augen führen.

Man be(b)ömmelt sich grandios, wenn Oliver Dupont als Professor Bömmel sich janz dumm stellend die rheinische Erklärung abliefert, wat ne Dampfmaschin is, oder wenn Michael Mienert als Professor Crey spitzmündig-entsetzt mitansehen muss, welch verheerende Folgen die alkoholische Gärung auf seine Schöler hat, wo doch - noch sind die Zeiten des Koma-Saufens nicht angebrochen - jeder nor einen wönzigen Schlock nehmen durfte. Ein Extralob ist unbedingt auch Konrad Domann zu zollen, der als Peiffers Zimmerwirtin Frau Windscheidt den Zuschauern die Lachtränen in die Augen treibt.

Das Publikum jedenfalls ließ sich voller Begeisterung von Zack & Co mit auf eine nostalgische wie vergnügliche Zeitreise nehmen, in der die Akteure, von denen manche zwei oder gar drei Rollen spielten, im Outfit der Dreißigerjahre (Kostüme: Ella Späte und Kerstin Micheel) mit temporeicher Hingabe die Nöte und Freuden von Schülern und Lehrkörpern verkörperten. Jungenstreiche erleben auf der Bühne dank der ungemein spielfreudigen und harmonisch miteinander agierenden Darsteller eine Extraklasse mit Wiedererkennungswert.

Vorstellungen: 25. bis 30. November, 2. bis 7. Dezember. Karten: Tel. 0351/866410

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.11.2014

Christian Ruf

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