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Am eigentlichen Ort: Die Konzerte in der Dresdner Schlosskapelle sind heimgekehrt

Am eigentlichen Ort: Die Konzerte in der Dresdner Schlosskapelle sind heimgekehrt

Der kantige Charme einer Baustelle ist seit Fertigstellung des Gewölbes ein Stück aus der Schlosskapelle gewichen, auch wenn die Rekonstruktion längst noch nicht beendet ist.

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Die "Konzerte in der Schlosskapelle" finden wieder am eigentlichen Ort und unter dem beeindruckenden Schlingenrippengewölbe statt.

Quelle: Hartmut Schuetz

So hat nun der Verein Dresdner Hofmusik seit Anfang Dezember wieder die Möglichkeit, seine "Konzerte in der Schlosskapelle" am eigentlichen Ort fortzuführen, und auch das Weihnachtskonzert fand nach Jahren des "Exils" erstmals unter den Schlingenrippen statt. Die akustischen Qualitäten der Kapelle bleiben weiter ein Provisorium, denn der Raum hat in dieser Hinsicht noch kaum Veränderungen erfahren, doch optisch lässt sich inzwischen ein weit stimmungsvollerer Eindruck gewinnen. Die 190 für das Konzert gestatteten Sitzplätze waren in Windeseile ausverkauft, und nicht zuletzt darin manifestiert sich eine Anziehungskraft, mit der sich die Konzertreihe als gut etabliert betrachten darf.

Das Programm des Weihnachtskonzertes, das in diesem Jahr von Mitgliedern des Dresdner Barockorchesters gemeinsam mit der Altistin Cornelia Kieschnik dargeboten wurde, konzentrierte sich auf eher ernste Werke zur Weihnachtszeit und inhaltlich passend ausgewählte Instrumentalstücke der Familie Bach. Das thematische Gerüst gaben Choräle und Arien von Johann Sebastian Bach, von deren betrachtenden Texten ebenso wie vom Verzicht auf vordergründig fröhliche Weihnachtsmusik eine besondere Atmosphäre ausging. Einen kurzen, aber weiten Blick zurück warfen Sängerin und Musiker am Beginn mit dem gemeinsamen Singen der gregorianischen Antiphon "Rorate coeli", bevor sie mit Bachs "Brich an, du schönes Morgenlicht" (Schemelli-Gesangbuch) ihr eigentliches musikalisches Thema aufgriffen. Die warme, gut fundierte Altstimme von Carola Kieschnik schmiegte sich im Timbre auch den folgenden Stücken bestens an, wenngleich die Sängerin in der zweiten Hälfte des Konzerts nicht immer auf Intonationssicherheit bauen konnte. "Bereite dich, Zion" und "Schließe, mein Herze" aus dem Weihnachtsoratorium oder Arien aus den Weihnachtskantaten "Ich freue mich in dir" und "Süßer Trost, mein Jesus kommt" erzählten in der schön verinnerlichten Weise des Vortrages von jener ganz anderen Art, in der vor 300 Jahren Christi Geburt gefeiert wurde.

Nicht nur zu den Arien überzeugten Ulrike Titze (Violine) und Guido Titze (Oboe und Oboe d'amore) im Spiel der obligaten Stimmen. Besonders interessant war die stilistische Kontrastierung der Arien mit Musik von Vater Bach selbst (Bearbeitung der Triosonate d-Moll BWV 527, Sonate G-Dur für Violine und B.c.) und in Kompositionen seiner Söhne. Noch ganz dem Vorbild verwandt klang es bei Carl Philipp Emanuel in einer frühen Sonate für Oboe und Basso continuo g-Moll, konträr dagegen in Dramatik und Zerrissenheit bei Wilhelm Friedemann in der von Sebastian Knebel (Orgel und Cembalo) mit Vergnügen an den harmonischen Spannungen vorgetragenen Fantasie d-Moll. Dieses Cembalostück als Gegenüber der vom Vater (für den 1733 zum Organisten der Sophienkirche berufenen Sohn) komponierten Triosonate zeigte die musikalischen Wandlungen in nur wenigen Jahren. Mit lebhaftem wie unerschütterlichem Continuo-Spiel versahen Sebastian Knebel und Jarek Thiel (Violoncello) das musikalisch abwechslungsreiche Konzert, das im Choralsatz "Ich steh an deiner Krippen hier" (Weihnachtsoratorium) einen fast stillen Schluss fand. Erst danach gab es - dafür umso begeisterteren - Applaus.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.12.2013

Hartmut Schütz

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