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Am Wochenende startet das DAVE-Festival in Dresden

Clubkultur Am Wochenende startet das DAVE-Festival in Dresden

Clubkultur ist mehr als Techno und House. Das finden zumindest die Macher des DAVE-Festivals, das in diesem Jahr seine dritte Auflage feiert. Das Festival möchte vor allem die lokale Sub- und Clubkultur unterstützen und zeigen, dass elektronische Musik einen ganz eigenen Anspruch hat.

Am Wochenende startet das DAVE-Festival in Dresden.

Quelle: PR

Dresden. Wer an die Kreuzkirche in Dresden denkt, der hat wohl eher den Knabenchor vor Augen beziehungsweise in den Ohren als elektronische Musik. „Wir wollen Grenzen überschreiten, neue Erfahrungen machen, die Neugier der Dresdner wecken“, erklärt Kai-Uwe Reinhold. Der 37-Jährige ist freier Journalist, Musikliebhaber, Student und einer von knapp 20 Organisatoren des DAVE-Festivals.

DAVE: Das steht für Dresden Audio Visual Experience. Die Macher, die fast alle nahezu ehrenamtlich das Festival mit insgesamt 56 Veranstaltungen organisieren, wollen damit die lokale Sub- und Clubkultur unterstützen, eine Plattform für die Szene bieten. In dieser Szene, in den Clubs ist jede Woche was los, aber das sei nicht wirklich in der breiten Öffentlichkeit präsent, sagt Reinhold.

2012, als es im Neustädter Plattenladen Fat Fenders brannte, solidarisierte sich die Musikgemeinde, veranstaltete das Soli-Konzert Musikfreunde. Aus diesem Gemeinschaftsgefühl heraus entstand 2014 das erste DAVE-Festival, das heuer in die dritte Runde geht. Kai-Uwe Reinhold erzählt: „Doch es ist viel mehr als nur Party. Es geht um Wissensvermittlung, verschiedene Medien und darum, andere Leute anzusprechen, die sonst nichts mit der Clubkultur zu tun haben.“ So können Cineasten im Thalia Kino etwa bei der Premiere von „Rauschen im Tal“ am 17. Oktober (20 Uhr) Dresdens Techno-Vergangenheit erforschen. Oder Bücherfreunde am 19. Oktober (21 Uhr) im Club Paula bei der Lesung von André Bergelt das Clubleben literarisch ergründen. Zentrales Anliegen ist es aber vor allem, dem Nachwuchs entsprechendes Know-how zu vermitteln, wofür nicht nur Workshops sorgen, sondern auch der Austausch mit etablierten Künstlern oder etwa die Vortragsrunde 8x8 in der Scheune, ebenfalls am 19. Oktober (20 Uhr).

Auch die politische Ebene kommt – dank der Kooperation mit dem Tolerave e.V. – nicht zu kurz. Wie steht es denn um die Freeparty-Szene in Dresden? Ist das kriminell oder eine kulturelle Bereicherung? Das soll am 17.Oktober (18 Uhr) im Hole of Fame diskutiert werden. In der Scheune geht es am 19. Oktober (17 Uhr) wiederum um die Einlasspolitik in Clubs und Bars, die in Dresden wie anderswo immer wieder diskriminierende Züge annimmt.

Für viele besteht die Dresdner Kulturlandschaft wohl hauptsächlich aus barocken Bauten, berühmten Museen, herausragenden Chören. Dass aber auch eine vielfältige Clubkultur dazugehört, das will dieses Festival deutlich machen. Und dass das Eine das Andere nicht ausschließt, dies zeigt exemplarisch der Festivalausklang „Beyond the Club“ am 23. Oktober (16 Uhr) in der Kreuzkirche. „Das ist ein kontemplativer Moment, mit dem wir das Festival ausklingen lassen wollen“, sagt Kai-Uwe Reinhold.

„We are offline“ ist denn auch das diesjährige Motto des Festivals. Damit ist weniger die Abstinenz von Technik gemeint und nicht ausschließlich Kontemplation, was sowieso schwierig erscheint bei einem Festival für Clubkultur und elektronische Musik – Partys sind natürlich integraler Bestandteil der zehn Veranstaltungstage. Es geht mehr um die Begegnung, um Räume für direkten statt virtuellen Austausch. Einen Austausch von Szenekennern, einen Austausch mit der breiten Öffentlichkeit, einen Austausch verschiedener Institutionen, von Jung und Alt, vom Hochkulturliebhaber mit dem Partygänger. Man könnte sagen: Jeder ist willkommen! Das gilt im Übrigen auch für die Musik. Denn Clubkultur ist mehr als Techno und House. So findet sich beim Festival Ambient, Modern Classic oder auch Hip-Hop. Und wer weiß, ob man nicht den einen oder anderen Knaben singen hört.

www.dave-festival.de

Von Nadine Faust

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