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Am Sonntag kommen die Sportfreunde Stiller in den Alten Schlachthof in Dresden

Am Sonntag kommen die Sportfreunde Stiller in den Alten Schlachthof in Dresden

Nach drei Jahren ohne die Sportfreunde Stiller und ihre Musik kommt das neue Album, und man weiß, es wird wieder ein Erfolg werden. Mit großen Worten der Zuneigung und kleinen kritischen Anspielungen auf das, was falsch läuft in unserer Welt und in unseren Herzen.

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Am Sonntag kommen Sportfreunde Stiller in den Alten Schlachthof, die Dresdner Neuesten Nachrichten präsentieren das seit langem ausverkaufte Konzert.

Quelle: PR

Der Tour-Slogan zum sechsten Studioalbum Album "New York, Rio, Rosenheim" heißt entsprechend retrospektiv "Let's did it!" - Lasst es uns getan haben. Ihr Dresdner Konzert im Alten Schlachthof ist seit Wochen ausverkauft.

Diese einplanbare Geradlinigkeit spiegelt sich auch in der Bandgeschichte. Bis auf einen anfänglichen Bassistenwechsel gab es bei den Sportis keine neuen Mitspieler. Sie sind sich und ihren Fans treu, sind der beste Fußballverein im Dreierpack aus Peter Brugger (Gitarre, Gesang), Florian Weber (Schlagzeug, Gesang) und Rüdiger Linhof (Bass, Keyboard). Auch wenn früher viel mehr Fußball drin war, im Kern ging es ihnen schon immer um das Leben, dem sie mal die Fankurve zu Füßen legten und mal die Rote Karte zeigten. So ist das auch auf "New York, Rio, Rosenheim", das, laut Bandaussage, "Lautes, Schnelles, Synthetisches, Analoges, Ruhiges, Tragendes, Stampfendes, Malmendes und Wärmendes" zu bieten hat.

"Hymne auf dich" ist ein an Zuversicht fast zerberstender Opener mit dicken Synthies und "Hey Hey My My"-Intro. Nicht der Rock'n'Roll, sondern die Selbstkritik wird hier niemals sterben, singt Brugger, um gleich darauf zu korrigieren, dass es nicht schadet, sich selbst ein bisschen zu feiern. Dann kommen einige Ich-mag-dich-weil-Lieder, mit Sätzen wie "Ist meine Erde eine Scheibe, machst du sie wieder rund" ("Applaus, Applaus") oder "Immer wenn ich denke, ich denke an nichts, denk ich immer nur an dich" ("Wenn Pferde schlafen"). Das alles sprudelt in gewohnter Uptempo-Manier heraus, mit einem dicken Lächeln auf den Saiten der E-Gitarre.

"Unter unten" ist so etwas wie die offizielle Hymne für die Süd-, Nord-, und Westkurven dieser Partyarenen, auch wenn der Song Kritisches zum Thema Unterschicht zu berichten weiß. Was jedoch wie Scooter-Musik verpackt ist, hat es schwer, nicht sorglos abgefeiert zu werden. Wer aber genauer hinhört, wird auf der Platte ziemlich viel erfahren. Die eingenommenen Positionen sind recht vielfältig, zumindest was die Texte betrifft. "Clowns & Helden" hat das spannendste Intro, rattert aber schon nach wenigen Sekunden wieder auf die Stiller-Überholspur der zum Refrain hochgepitchten Synthesizer und Gitarren. Das vorletzte Stück "Let's did it!" versucht nochmal die Biegung in Richtung elektronischem Vorgeplänkel, um dann wieder Ohohohoh-mäßig auszuteilen. Es hat allerdings einen der schönsten Aufmunterungstexte, seitdem es schräge Analogien in Liedern gibt. Der Erzähler im Song "Wieder kein Hit" erzählt, dass man nicht immer nur pragmatisch sein sollte, sondern auch mal einfach so vor sich hinleben darf und machen, worauf man Lust hat. Klar doch.

Das ewig Gleiche in ihrer Musik ist nun nichts Schlechtes, es ist der sicherste Weg zum Ausverkauf - vor allem der Hallen. Denn keiner der Fans muss sich eine neue Empfangschoreografie ausdenken. Jeder kann kommen und genau dort weitermachen, wo er vor ein paar Jahren das letzte Mal so schön abgegangen ist, mitgebrüllt und sich ein wenig in den Sänger verguckt hat, weil er - ich bin ein Mann - so lässig über das Leben singt und weil er - ich bin eine Frau - immer noch genauso einfühlsam ist und trotzdem Spaß verbreitet. Die Sportis sind - um mal in ihrem Lieblingsgenre zu reden - Borussia Dortmund der Popmusik. Sie sind ein unglaublich sympathischer und mainstreamiger Verein mit ganz großen Erfolgen. Da es aber noch größere und reichere Vereine gibt, wird er immer noch als Underdog gefeiert und lässt uns in dem Glauben, dass man sich durchsetzen kann, wenn man nur bei seiner ehrlichen Spielstrategie bleibt.

Natürlich sind die Sportfreunde Stiller nicht mehr genau die Jungs, die sich im Jahr 1996 nach ihrem Trainer benannten. Sie sind nur keine wirklich andere Band geworden. Wie schon Max Frischs Romanheld "Stiller" nicht aus seiner Haut konnte, obwohl er so gerne nicht Stiller gewesen wäre, sind auch die Sportfreunde des Jahres 2013 immer noch die mit dem überbordenden Lebensgefühl. "Nenn es Kitsch, nenn es platt, nenn es nicht von dieser Welt. Doch wenn sie dich treffen, dann grüße sie freundlich, denn es kann immer sein, sie meinen dich."

iSportfreunde Stiller spielen am Sonntag, 20 Uhr im Alten Schlachthof. Special Guest: Patrick Richardt.

Verlosung

Die Dresdner Neuesten Nachrichten verlosen für das Konzert 5 mal 2 Freikarten. Interessenten können am Freitag zwischen 11.30 Uhr und 11.40 Uhr unter Tel. 01805 21 81 00 (0,14 Euro/Min. aus dem Festnetz, Mobilfunk max. 0,42 Euro/Min.) anrufen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.05.2013

Juliane Hanka

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