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Am Montag beginnt in der Dresdner Scheune die Jubiläumswoche mit Größen der Musikgeschichte

Am Montag beginnt in der Dresdner Scheune die Jubiläumswoche mit Größen der Musikgeschichte

60 Jahre Scheune heißt es in diesem Jahr, was dem Veranstaltungsdezember das entsprechende Jubiläumsprogramm bringt. Wohlgemerkt in der Woche vor dem eigentlichen Scheune-Geburtstag.

Der wäre am 21. Dezember. 1951 musste jener Tag herhalten für die Eröffnung der Scheune - als Wunschtermin von offizieller Seite, weil es Stalins Geburtstag war (der wiederum einst vom 18. auf den 21. verlegt wurde: Stalins Geburt am Tag der Sonnenwende). Angesichts dieses historisch aufgeladenen Starts hat sich die Scheune recht eindrucksvoll über die Jahre bis in die Neuzeit gehalten und entwickelt. Ein guter Anlass, einen etwas detaillierteren Blick auf das anspruchsvolle Jubiläumsprogramm des Kulturzentrums in der Neustadt zu werfen.

Auftakt und sicher gleich einer der absoluten Höhepunkte ist der Abend mit dem Coco Schumann Quartett am Montag (20 Uhr, Lesung und Konzert, AK 29 Euro/ VVK 24 Euro). Coco Schumann ist der erste deutsche Musiker mit einer E-Gitarre. Heute 87-jährig, überlebte der Halbjude Schumann mehrere KZs. Erst 1990 gründete er das Coco Schumann Quartett, als Rückbesinnung auf den Jazz und Swing. Vorher melodierte sich Schumann durch die Tanzpaläste der Jahrzehnte. Da kommt einer der Großen des Swing-Jazz, für die Swing-Traditionalisten ebenso wie für Wurzelsucher von Geoff Farina. Davor gibt's eine Lesung aus Schumanns Autobiografie "Der Ghetto-Swinger".

Am Abend darauf gehört die Scheunebühne Burnt Friedman & Jaki Liebezeit (21 Uhr, AK 19 Euro/VVK 15 Euro). Jaki Liebezeit ist Mitgründer und Schlagzeuger der deutschen Band-Legende Can, die Formation, die Kraut und Rock progressiv vereinte. Liebezeit hat zudem mit Brian Eno, Depeche Mode und Eurhythmics gearbeitet. 2001 begannt er zu musizieren mit Burnt Friedman. Der Deutsche ist ein Tüftler. Elektronik und Synthesizer. Friedman und Liebezeit sind Groove und Knispel. Schlagzeug trifft Elektronik, und das wieder mit zwei Größen. Scherbe Kontra Bass ist die Kurzformel für den Mittwochabend (20 Uhr, AK 9 Euro/VVK 7 Euro). Marius del Mestre war seit 1980 Gitarrist bei Ton Steine Scherben. Gemeinsam mit dem Kontrabassisten Akki Schulz spielt er Songs von den Scherben und Rio Reiser. Akustisch, witzig, schweißtreibend. Der Erfolg auf 120 Konzerten spricht mittlerweile für sie - die zwei CDs auf dem Markt auch.

Eine Record Release mit Kaltfront gibt es am Donnerstag (21 Uhr, AK 11 Euro/VVK 9 Euro). Die 80er DDR-Punkkombo gibt sich ein neues CD-Stelldichein - 21 Jahre nach ihrem Abschlusskonzert als Scheune-Support vor den Toten Hosen. "Zwischen allen Fronten" steht ab 15.12. im Laden. DDR-Unterground zum Geburtstag.

Die Geburtstagsfeier zum 60. gönnt sich die Scheune als Volxparade am Freitag (ab 18 Uhr, AK 9 Euro/VVK 7 Euro). Neben der Hamburger Band Caracho gibt's für jeden Gast eine Parzelle des Scheune-Grundstücks: die Scheune zur Bodenreform. Eine Party, organisiert vom Künstler Holger John, mit Neustädter Legenden und ganz im Sinne sowjetischer Propaganda.

Den Ausklang der festwöchlichen Feierlichkeiten bestreiten Smif-n-Wessum & Jeru tha Damaja am Sonnabend (22 Uhr, VVK 18 Euro). Beides sind Urgesteine des amerikanischen 90er Raps. Smif-n-Wessum rappen über Straßenleben, Gangs und all den "Rapperkram der 90er". Ohne Umwege, direkt ins HipHop-Ohr. Jeru tha Damaja dagegen ist Spiritueller, war Vegetarier und ist bekannt für tiefsinnige Lyrics. Der Rapper war lange Zeit führend im Zirkel des amerikanischen Eastcoast-Rap.

Robert Kaak

www.scheune.org

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.12.2011

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