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Alte und neue Fotografien der Antarktis in den Technischen Sammlungen Dresden

Eiswüste Alte und neue Fotografien der Antarktis in den Technischen Sammlungen Dresden

In den Technischen Sammlungen werden noch bis zum Juni historische Aufnahmen aus der Antarktis von der ersten deutschen Tiefseeexpedition und dem Fotografen Hans-Christian Schink gezeigt.

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Dresden. Der eisige Wind pfeift über das Deck des Forschungsschiffes Valdivia. Die Männer steht an Deck und blicken auf die große, unwirklich erscheinenden See und die Eisberge, die in nur wenigen hundert Metern Entfernung vorbei ziehen.

Die Reise am Ende des 19. Jahrhunderts unter der Leitung des Zoologen Carl Chun führte die Mannschaft über neun Monate und 32000 Seemeilen durch die südliche Hemisphäre und in damals kaum bekannte Seegebiete der Antarktis. Die Männer warfen Netze und Lotmaschinen aus, um die Beschaffenheit des Meeresbodens zu erkunden und unbekannte Lebewesen in der Tiefsee zu finden.

Expeditionsfotograf Friedrich Wilhelm Winter hält diese Szenen im Jahr 1989 an Bord der „Valdivia“ mit einer Plattenkamera fest. Gemeinsam mit dem Zoologen Carl Ebstein und dem Navigationsoffizier des Schiffes nutze er die neuen Möglichkeiten der Fototechnik, die sich um 1900 zum Massenmedium entwickelte. Die Fotos sind noch bis zum 26. Juni gemeinsam mit aktuellen Antarktisfotografien von Hans-Christian Schink in den Technischen Sammlungen, Junghansstraße 1, ausgestellt.

„In so einer Form sind diese Aufnahmen noch nie gezeigt worden“, sagt die Kuratorin Beatrice Staib. So war es, die die Aufnahme von der Valdivia aus dem Archiv des Museum für Naturkunde in Berlin auswertete. „Diese Aufnahmen bewegen sich zwischen der Kunst und der Wissenschaft“, erklärt der Kustos für Fotografie in den Technischen Sammlungen, Andreas Krase und meint zum einen den Einsatz der Fotografie als Mittel der wissenschaftlichen Dokumentation, aber auch das Anfertigen von ebenfalls ausgestellten Lithographien von Tiefseefischen, aber auch Aquarell-Landschaftsmalereien anhand der Aufnahmen.

Sozusagen das als Kontrast sind die Antarktis-Fotos von Schink den historischen Bildern anbeigestellt. Wobei von Kontrast kaum die Rede sein kann. Abgesehen von den Exkrementen der Pinguine sind Schinks Bilder, ebenfalls mit einer Plattenkamera angefertigt, genauso farblos wie zum Ende des vorletzten Jahrhunderts.

Schink, der seit Jahren die Solarisationstechnik anwendet – das Negativ wird auf die Sonne gerichtet und stundenlang überbelichtet, so dass ein schwarzer Streifen erscheint –, wollte seiner Serie mit dieser Technik Aufnahmen aus der Antarktis hinzufügen. Doch daraus wurde nichts. Als der Fotograf zusammen mit dutzenden Touristen das Schiff verließ blieb die Wolkendecke geschlossen. Die Bilder, die Schink dann schoss, können sich dennoch sehen lassen. Eindrucksvolle, teilweise stark auf wenige Bildelemente reduzierte Landschaftsaufnahmen hängen großformatig in der Ausstellung und zeigen eine Antarktis, die nicht mehr ganz so von Menschen unberührt ist, wie es auf den Aufnahmen scheint, oder es zu Zeiten der Valdivia noch der Fall war.

„Diese Bild erscheint sehr ruhig, aber hinter mir stehen 50 Menschen in Signaljacken und die Pinguine machen Lärm“, kommentiert der Fotograf eine der Aufnahmen. Dann deutet er auf das Foto eines imposanten Walskelettes: „Die einzelnen Knochen stammen von der ehemaligen Walfangstation. Für die anatomisch korrekte Anordnung haben aber erst viel später Menschen gesorgt“, erklärt der Fotograf den trügerischen Schein.

Über die Entstehung seiner Bilder spricht Hans-Christian Schink am 14. April um 19 Uhr in einem Künstlergespräch mit Kustos Andreas Krase. Kuratorin Beatrice Staib kommt am 19. Mai um 19 Uhr in die Technischen Sammlungen, um über die Fotografie während der Valdivia Expedition zu sprechen.

Scenerie und Naturobjekt – Antarktisfotografien von Hans-Christian Schink und der Valdivia-Expedition in den Technischen Sammlungen: bis 26. Juni; Mi. bis Fr. 9 bis 17 Uhr; Sa., So., Feiertag 10 bis 18 Uhr; Eintritt: 5 Euro, ermäßigt 4 Euro

Von Hauke Heuer

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