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Allies Songwriter-Minimalismus am Dienstag im Societaetstheater

Dieser flüsternde Musiker Allies Songwriter-Minimalismus am Dienstag im Societaetstheater

Allies Musikgeschichte geht ungefähr so: Aus Ostwestfalen geht Florian Boss für seinen Zivildienst nach Berlin. Seine Gitarre stammt noch aus den Zeiten, in denen er in einer lustigen Rockband versuchte, sich der Metall- und Hardcore-Musik zu widersetzen.

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Allie war zuerst nur mit Gitarre unterwegs, mittlerweile wird seine Musik auch elektronischer.

Quelle: Florian Franik

Dresden. Allies Musikgeschichte geht ungefähr so: Aus Ostwestfalen geht Florian Boss für seinen Zivildienst nach Berlin. Seine Gitarre stammt noch aus den Zeiten, in denen er in einer lustigen Rockband versuchte, sich der Metall- und Hardcore-Musik zu widersetzen, von der es so viel gab in Städten wie Paderborn, Gütersloh, dem sagenumwobenen Bielefeld oder eben Minden, der Stadt, aus der er stammt. Doch spätestens in der Hauptstadt musste er nicht mehr dagegen halten. Hier gab es jede Art von Musik. Er nahm sich eine Loop-Station dazu und machte als Allie nun Gitarrenmusik, die mit dem davor nicht mehr viel zu tun hatte. Er wurde zu einem beinahe flüsternden Songwriter, auch, weil er in der Großstadt auf einmal dünne Wände und Nachbarn hatte.

Nicht mehr als notwendig scheint sich Allie gesagt zu haben, als er, nach zwei Eigenproduktionen, 2013 sein erstes "richtiges", also professionell eingespieltes, Album "Uncanny Valley" im Hamburger Tonstudio von Clouds Hill aufnahm. Davor war er in New York und machte ein halbjähriges Praktikum im Community Center in Brooklyn, weil er inzwischen in Berlin Soziale Arbeit studierte. Das vermutlich eher als Alibi. In New York besuchte er jedenfalls Konzerte von Animal Collective oder Caribou und schaute sich Leute an, die alleine auf der Bühne stehen. Er trat zum ersten Mal auf. Ab da wusste er, dass es funktionieren kann, nur er und seine Gitarre und ein bisschen elektronisches Geraschel. 2013 spielte er dann auch im Dresdner Societaetstheater. Als Support. 2014 saß er im Apfelgarten desselben Theaters, diesmal eingeladen vom "Sound of Bronkow"-Festival. Da füllte er den sonnigen Nachmittag schon mit deutlich elektronischeren Stücken. Und jetzt kommt er wieder. Als Haupt-Act.

Allie singt wie immer: leise, zerbrechlich und in so etwas wie einem raspelnden Sopran. Dazu spielt er Gitarre, aber viel häufiger spielt er Synthesizer, denn die nicht zu mögen sei schließlich so, "wie Möbel nicht zu mögen. Sie sind doch überall und es kommt ganz drauf an -", sagte er in einem früheren Interview. Kommt es vielleicht auf die Menge an? Denn mit ihm spielt jetzt auch die in Berlin lebende Musikerin Houaïda ihren Synthesizer und sie singt, genau wie Tina Kämpe von der Hamburger Band The Building im Hintergrund, während die noch aufs elektronische Schlagzeug trommelt. Beide Musikerinnen trugen auch schon zum Klang des aktuellen Albums "Allie" (2015, in Eigenproduktion) bei, das sich nun eindeutig für die Elektronik entschieden hat. Die Gitarre, so sie überhaupt noch eine Rolle spielt, geht unter im Orgel-, Klavier- und im Synthesizer-Meer. "Allie" ist ein getragenes und beinahe spirituelles Album, das niemals laut oder gar aggressiv wird. Die perfekte Gegenplatte zum aktuellen Klima.

Dienstag ab 20 Uhr, Societaetstheater. Karten im Vorverkauf 8, an der Abendkasse 10 Euro

von Juliane Hanka

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