Volltextsuche über das Angebot:

13 ° / 10 ° Regen

Navigation:
Google+
Akzente setzen: Der neue Intendant des Mittelsächsischen Theaters, Ralf-Peter Schulze

Akzente setzen: Der neue Intendant des Mittelsächsischen Theaters, Ralf-Peter Schulze

Erste Akzente hat er gesetzt. Obwohl noch in einer Übergangssituation und erst so gänzlich "richtig" ab 1. Januar 2012 an Ort und Stelle, der neue Intendant des Mittelsächsischen Theaters Döbeln-Freiberg, Ralf-Peter Schulze steht in der Verantwortung und kann mit den ersten Premieren "seiner" neuen Saison belegen, was er meint, wenn er vom "Theater zwischen Gestern und Morgen" spricht.

Voriger Artikel
Eintrittskarte für die Soulnight der Jazztage gilt auch für Bus und Bahn
Nächster Artikel
Thielemann dirigiert erstmals ZDF-Adventskonzert in der Dresdner Frauenkirche

Setzt noch in Neubrandenburg Akzente: der neue Mann an der Spitze des Mittelsächsischen Theaters, Ralf-Peter Schulze.

Quelle: René Jungnickel

Da ist die neue Inszenierung im Musiktheater, Donizettis komische Oper "Der Liebestrank" als unterhaltende Position, wie sie im Repertoire eines Theaters, das einem weit gefächerten Anspruch des Publikums gerecht werden muss, nicht fehlen darf.

Die ersten Schauspielpremieren bringen bereits mit erstmals verpflichteten Regisseuren neue Akzente. Thomas Roth, mit dem bereits weitere Arbeiten vereinbart sind, der auch in Dresden bekannt ist, nicht zuletzt u.a. durch seine Arbeit mit dem Berliner ORPHTHEATER, hat das rasante amerikanische Boulevardstück "Sechs Tanzstunden in sechs Wochen" inszeniert. Wolf Bunge, untrennbar verbunden mit den legendären Magdeburger Kammerspielen, konnte auf Anhieb mit "Kleiner Mann, was nun?" einen Erfolg landen.

Der neue Intendant des Mitteldeutschen Theaters begann seine künstlerische Laufbahn am Deutschen Nationaltheater in Weimar als Schauspieler. Von 1979 bis 1992 gehörte er dem Ensemble an, von 1990 bis 1993 war er zugleich Spielleiter des Landestheater Eisenach und machte mit ersten Inszenierungen auf sich aufmerksam. Er nutzte die neuen Möglichkeiten und initiierte internationale Projekte mit Theatern aus Polen, Tschechien und Dänemark. Nach Stationen als Regisseur in Cottbus, Weimar, Gießen, Plauen, Bautzen und Neubrandenburg war er von 1998 bis 2000 Schauspieldirektor der Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg und Neustrelitz, deren Intendant und künstlerischer Geschäftsführer er 2000 wurde. Bei 36 Inszenierungen in den Sparten Schauspiel und Oper führte er Regie. Bis Ende des Jahres trägt er hier noch Verantwortung. Schon jetzt wird ihm bescheinigt, dass er das künstlerische Profil dieses Theaters maßgeblich mitbestimmt habe.

Und so soll es jetzt in Sachsen weiter gehen. Für Ralf-Peter Schulze sind die ersten Erfahrungen hier auch erste Anzeichen dafür, dass es gelingen kann den Kontakt mit dem Publikum zu halten, Bewährtes fortzusetzen, etwa die beispielhaft kreative Arbeit des Generalmusikdirektors Jan Michael Horstmann, um dann aber auch gerade mit der Fallada-Inszenierung emotional und gedanklich die Menschen zu berühren, das Schicksal der Einzelnen in einen Zusammenhang zu stellen, der die Erfahrungen der Gegenwart einbezieht. Und da möchte er das Spektrum erweitern, da sieht er gute Chancen in beiden Sparten des Theaters. Die Mittel sind begrenzt, die Räume setzen auch Grenzen, aber es ist eine große Herausforderung innerhalb dieser Grenzen die Räume der Freiheit zu erkunden und dann auch mal die Grenzen zu durchbrechen. Theater, so der neue Intendant, müsse Themen setzten, es muss sich der Tradition und der Moderne verpflichtet wissen, es muss auf die Menschen zugehen, aber dabei nicht außer Acht lassen, wie wesentlich es ist, dass die Menschen ins Theater kommen. Und da stehen zunächst mit beiden Theatern in Freiberg und Döbeln, derzeit noch in einer Sanierungsphase, einmalige, unverwechselbare Räume im Hinblick auf Architektur und Geschichte zur Verfügung. In solchen Räumen gilt es effizient zu arbeiten. Hier sollten Dinge zu sehen sein, existenzielle Erfahrungen verhandelt werden, Klänge zu vernehmen sein, Menschen unterhalten und berührt werden, wie dies sonst im von Reizen überfluteten Alltag eben nicht erfahrbar ist. Das kann in einer Operette geschehen, Manfred Straube wird "Der Zigeunerbaron" inszenieren, in der Oper "Werther" von Jules Massenet, nach Goethe, die Anja Sündermann mit Jan Michael Horstmann am Pult für die Freiberger Nikolaikirche inszenieren wird, oder mit einer Neuinterpretation von Molières tiefgründiger Komödie "Tartuffe oder der Betrüger".

Die neue Leiterin des Ressorts Schauspiel, Annett Wöhlert, war Meisterschülerin an der Berliner Akademie der Künste, als Regisseurin arbeitete sie u.a. in Schwerin, Weimar, Halle oder Neustrelitz. Mehrfach ausgezeichnet gibt sie ihre Erfahrungen als Dozentin an der Berliner Schule für Schauspiel weiter und wird demnächst auch in Döbeln und Freiberg Regie führen. Wie schon am Landestheater Neustrelitz wird Ralf-Peter Schulze auch weiterhin als Regisseur im Schauspiel und Musiktheater tätig werden. In Neustrelitz galt es zudem eine große Parkbühne zu bespielen, mit der Bühne an der Kriebsteintalsperre hat Sachsen seine einzige Seebühne, deren Chancen es zu erweitern gilt. Da könnte es im Sommer unterhaltsam und anspruchsvoll zugleich werden. Jürgen Pöckel, in Dresden nicht unbekannt, inzwischen mit besonderen Erfahrungen als Regisseur für die Neustrelitzer Freilichtbühne, inszeniert Offenbachs "Die Großherzogin von Gerolstein". Aber, so der Intendant nicht ohne Stolz, es ist ihm gelungen die Rechte für die Fassung des Berliner Deutschen Theaters zu bekommen und damit auch die außergewöhnliche musikalische Fassung von Uwe Hilprecht.

Auf eine Freiberger Entdeckung im Musiktheater muss das Publikum nicht verzichten. Als europäische Erstaufführung gibt es "Sturmhöhe", nach dem Roman von Emily Brontë, mit der Musik von Carlisle Floyd, uraufgeführt 1958 in den USA.

Die Kammerbühnen "BiB" in Freiberg und "TiB" Döbeln bieten unterschiedliche Produktionen für alle Altersgruppen. Die Kinder- und Jugendarbeit soll mit deutlichen theaterpädagogischen Ansprüchen wesentlich erweitert und erneuert werden, dafür steht sicher auch der Name des neuverpflichteten Dramaturgen Dirk Strobel, dessen theaterpädagogische Arbeit bislang in Dresden ausgesprochen erfolgreich war.

Der neue Intendant weiß, dass es auch gilt die persönlichen und kreativen Ressourcen des Ensembles zu schützen, auf allen Hochzeiten kann man eben nicht tanzen, es müssen Prioritäten gesetzt werden, wenn darum geht für 43 000 Menschen in Freiberg, 23 000 in Döbeln, die Einwohner der mitteldeutschen Region und selbstverständlich deren Gästen, Kultur als Lebensmittel anzubieten. Frische ist gefragt, und immer wieder Kreationen. Dafür lohnt der unermüdliche Einsatz. Und dafür, wenn es um den Erhalt von Strukturen und Einrichtungen gilt, lohnt es auch zu streiten. Das will Ralf-Peter Schulze gerne tun. Im wachen Dialog mit dem Publikum, in der Achtung vor dem was war, in der Neugier auf das was kommen wird und ganzem Einsatz in allen Spielstätten des Mittelsächsischen Theaters. Boris Michael Gruhl

Premieren (Auswahl)

Die Prinzessin auf der Erbse, Musikmärchen von Ernst Toch, 10.11., Freiberg, 26.11., Döbeln Hexen, Musical von Peter Lund, 26.11., Döbeln, 10.12., Freiberg Pinoccio, nach Carlo Collodi, 1.12, Freiberg, 3.12., Döbeln Sonny Boys, von Neil Simon, 10.12., Döbeln, 18.2.2012, Freiberg Sturmhöhe, Oper von Carlisle Floyd, 11.2.2012, Döbeln

www.mittelsaechsisches-theater.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.11.2011

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur News

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von DNN.de spielen! mehr