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Abwechslungsreicher Sommerspielplan im Puppentheater im Sonnenhäusel

Im Dresdner Großen Garten Abwechslungsreicher Sommerspielplan im Puppentheater im Sonnenhäusel

Ob es in dem Stück „Pettersson zeltet“ sogenannte Mucklas gibt, kann nur der erfahren, wer ins Sonnenhäusel im Großen Garten geht: Dort wird am 29. Juni ein Sommerreigen verschiedener Inszenierungen eröffnet. Auf alle Fälle aber sind der liebenswerte Zausel, Subsistenzbauer und Erfinder Pettersson und der kleine, vorlaute Kater Findus zu sehen.

Ob die Geschichte für Arielle, die kleine Meerjungfrau, in dieser Puppenspielaufführung der Theatermanufaktur Dresden gut ausgeht, kann man im Sonnenhäusel im Großen Garten sehen.

Quelle: Theatermanufaktur Dresden

Dresden.. Das Bestehen und Nichtbestehen von Sachverhalten ist die Wirklichkeit, ließ der Philosoph Ludwig Wittgenstein anno 1921 in seinem „Tractatus logico-philosophicus“ seine Mitwelt wissen. Und so, wie es mancher für nötig erachtete, die Lehre von der geschichtlichen Wirkung des Geistes vom Kopf auf die Füße zu stellen, so hat der schwedische Autor Sven Nordqvist in seinen Büchern mit den Abenteuern von Pettersson und Findus versucht, Wittgensteins Weltsicht nach Kräften ab absurdum zu führen – und zwar durch die Mucklas. Das sind Erdgeister, Wesen, die zugleich bestehen und nicht bestehen: Pettersson nimmt sie nicht wahr. Er kann sie vermutlich auch gar nicht wahrnehmen. Und wenn andere Menschen, der Bauer Gustavsson aus der Nachbarschaft zum Beispiel, auf den Hof kommen, erscheinen die Mucklas nicht mal auf dem Bild. Für den Kater Findus aber gehören sie zum vertrauten Umgang, erst recht würden es die Mucklas mit Erstaunen zur Kenntnis nehmen, wenn jemand anzweifelt, dass es sie gibt. Auf die strenge Stimme der Vernunft darf ruhig mal gepfiffen werden.

Man darf gespannt sein, ob einem Mucklas in dem Stück „Pettersson zeltet“ begegnen, mit dem am 29. Juni, 10 Uhr, im Sonnenhäusel im Großen Garten ein Reigen verschiedener Inszenierungen eröffnet wird. Auf alle Fälle zu sehen sind in der Figurentheater-Adaption Jörg Bretschneiders der liebenswerte, kauzige Zausel, Subsistenzbauer und Erfinder Pettersson und der kleine, vorlaute Kater Findus. Sie wollen einen Ausflug machen und die Flitzbogenwurfangel ausprobieren, aber es kommt alles anders. Am Abend sitzt man am Lagerfeuer und isst geangelten Barsch. Findus möchte im Zelt schlafen. Allein in einem Haus aus Stoff, und der Mond wirft einen Schatten, der aussieht wie ein riesiger Hecht. Deutlich werden dürfte, dass sich Pettersson wie Findus auf Augenhöhe begegnen. Was Findus an Körpergröße fehlt, gleicht er durch Geist und Witz aus. Am erfolgreichsten ist er jedes Mal dann, wenn er Pettersson mit den Mitteln der Logik zu fassen bekommt, was heißt: Wenn er den Mann eines Widerspruchs überführen kann, also in einer Disziplin siegreich ist, in der es viele Frauen zu wahrer Meisterschaft gebracht haben.

Spielplan im Sonnenhäusel

„Pettersson zeltet“: 29. & 30.6., 10 Uhr; 2.7., 15 Uhr; 3.7., 11 & 16 Uhr
„Die Geschichte vom kleinen Muck“: 5. & 6.7., 10 Uhr
„Der kleine Angsthase“: 7. & 14. 7., 10 Uhr; 9.7., 16 Uhr; 10.7., 11 & 16 Uhr
„Die kleine Meerjungfrau“: 11. bis 13.7., 10 Uhr, 16.7., 16 Uhr; 17. 7., 11 & 16 Uhr
„Rumpelstilzchen“: 19. bis 21.7., 10 Uhr; 23.7., 16 Uhr; 24..7., 11 & 16 Uhr
„Zwerg Nase“: 26. bis 28.7., 10 Uhr; 30.7., 16 Uhr; 31.7. 11 & 16 Uhr
„Der kultivierte Wolf“: 2. bis 4.8., 10 Uhr

Die Karten kosten für Kinder 4 Euro, für Erwachsene 5, Gruppen ab 15 Kindern zahlen 3 Euro pro Kind und ein Erwachsener ist frei. Telefon für Kartenreservierungen: 0351/26850790 und 0152 29580777

Von eher kleiner Statur sind auch der kleine Muck und der kleine Angsthase, beide ebenfalls in Inszenierungen zu erleben, die Bretschneider im Sonnenhäusel zeigt, wo er seit 20 Jahren immer im Sommer Kostproben seines Könnens gibt. Das orientalische Märchen „Der kleine Muck“ wird von einem Zauberer gespielt, der dank seiner magischen Kräfte Köpfe aus dem Nichts erscheinen und Häuser sich in Luft auflösen lassen kann. Zudem verwandeln sich Figuren sich in diesem Stück, das aufzeigt, dass nicht Reichtum Glück bedeutet, sondern Freundschaft und Hilfsbereitschaft. Der kleine Angsthase wiederum wird täglich von seiner Oma darüber informiert, wie gefährlich das Leben ist – und sei’s, dass ein Räuber die letzte Möhre will. Plötzlich schleicht der Fuchs um Hasenhausen, weshalb die Hasenkinder schnurstracks in eine Höhle flüchten. Da verlässt der kleine Uli in diesem Figurentheaterstück für Kinder ab vier Jahren die sichere Höhle, um seinen Teddy zu retten. Alle Hasen zittern vor Angst, doch plötzlich wird der kleine Angsthase schrecklich mutig...!

Klein, aber eher mäßig sympathisch, ist das Rumpelstilzchen. Wer wissen will, wie die Geschichte mit diesem Männlein ausgeht, der muss im Sonnenhäusel vorbeischauen, wenn Volkmar Funke sein Handpuppenspiel präsentiert. Dass der äußere Schein trügen kann, dass ein „hässlicher“ Mensch nicht gleich böse sein muss, das offenbart die Geschichte von Zwerg Nase, die Funke ebenfalls im Repertoire hat.

Ein kultivierter Wolf nun ist wiederum der Held einer Inszenierung von Marie Bretschneider für Kinder ab vier Jahre. Alles beginnt damit, dass eines Morgens ein kleiner Wolf aus der Höhle kriecht und ohne Fahrkarte mit dem Linienbus nach Entenwitz fährt. Dort spaziert er auf einen Bauernhof, um seine Fresslust zu stillen. Doch die Tiere zittern nicht vor Angst, sondern lesen. Die Ente erklärt ihm: „Du bist ein primitives Untier und wirst im Kochtopf enden.“ Das will der Jungspund natürlich nicht, und so zieht er in Erwägung, die Schulbank zu drücken.

Am 11. Juli, 10 Uhr, wird sich im Sonnenhäusel die kleine Meerjungfrau die Ehre geben – möglich macht’s Bianka Heuser von der Theatermanufaktur Dresden. Die in einer fantastischen bunten Wasserwelt lebende Meerjungfrau namens Arielle rettet einen Prinzen vor dem Ertrinken und verliebt sich in ihn. Um zu ihm zu kommen, wird sie von der Meerhexe Ursula für drei Tage in einen Menschen verwandelt. Als Lohn verlangt die Meerhexe in dieser Geschichte über Liebe und Freundschaft frei nach Hans Christian Andersens Märchen und dem bekannten Film „Arielle, die kleine Meerjungfrau“ allerdings Arielles Stimme. Kann Arielle des Prinzen Liebe gewinnen, bevor am dritten Tag die Sonne untergeht? Heuser war schon als Kind von dem Märchen Andersens fasziniert, mit der Inszenierung erfüllt sie sich nun einen langgehegten Wunsch. Die Schwierigkeit: An sich hat das Märchen ja „ein philosophisches, geradezu trauriges Ende.“ Das wollte sie jüngeren Zuschauern nicht zumuten – so und gibt es bei ihrer Adaption ein positives Ende. „Die kleine Meerjungfrau wird ihren Prinzen kriegen“, lässt Heuser durchblicken. Die Puppen für ihre Inszenierung schuf Julia Beyer.

Alles in allem sind acht Stücke in sechs Wochen zu sehen, es gibt also eine bunte Vielfalt an Geschichten und Spielweisen. Auch Bretschneiders Tochter Marie spielt übrigens zwei Stücke: „Lieschen Radieschen“ und „Der kultivierte Wolf“.

Von Christian Ruf

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