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Abwechslung und Schwung: Silvesterkonzerte der Dresdner Philharmonie

Abwechslung und Schwung: Silvesterkonzerte der Dresdner Philharmonie

Die Dresdner Philharmonie ist seit Jahren für ihre sorgfältige Programmgestaltung auch in ihren Silvesterkonzerten zu loben. Immer wieder gibt es Neuentdeckungen und überraschende Momente.

Diesmal hatte man sich auf einen dänischen Strauß-Zeitgenossen besonnen, Hans Christian Lumbye, dessen Komponierstil sich vor allem durch die Verwendung von viel Blech, Triangeln u.ä. von der Wiener Berühmtheit unterscheidet. Eine äußerst reizvolle Begegnung! Die Philharmoniker ließen sich von ihrem 1. Konzertmeister Wolfgang Hentrich, der dem Ganzen in Willi-Boskovsky-Manier vorstand, zu schwungvoller, inspirierter Musizierweise animieren, wohl akzentuiert und mit leichter Hand in Lumbyes Klangfarbenwelt eintauchend. Da gab es die herzhafte Britta-Polka und das zarte Gespinst des Amélie-Walzers. Im Kopenhagener Eisenbahner Dampf Galopp imitierten sie mit Leidenschaft Töne und Geräusche der Eisenbahn. Daran hatten im Lichthof des Albertinums alle ihre Freude. In der Concert Polka für zwei Violinen und Orchester konnten Heike Janicke und Wolfgang Hentrich durch feines, klangschönes Duo-Spiel voll und ganz überzeugen.

Launig, mit hintersinnigem Humor, aber auch mit sehr direkten "Ansagen" führte Tom Pauls durch das Programm. Aus seinen Worten und denen Wolfgang Hentrichs war immer auch die Sehnsucht wie die Sorge um das eigentliche Konzertdomizil der Philharmoniker zu spüren - angesichts der Bahnhofsatmosphäre des Albertinums konnte man sich ihnen nur aus vollstem Herzen anschließen. Eine Bearbeitung von Cole Porters "True love" - in geschmeidiger Klanglichkeit von Wolfgang Hentrich gespielt - war denn auch der Dank an das Publikum, das in "wahrer Liebe" seinen Philharmonikern auch in mehr oder weniger gelungene Ausweichspielstätten folgt.

Das Wagner-Jahr warf seine Schatten voraus, hier mit einer witzigen Quadrille von Timm Tzschaschel, die sich um Themen aus Wagner-Opern aus dessen Dresdner Zeit drehte. Und natürlich bietet Silvester immer wieder die Gelegenheit, seinem Affen Zucker zu geben und ein wenig über die Stränge zu schlagen. Das geschah denn auch in Johann Strauß' (Vater) Fantasie "Erinnerungen an Ernst", welche genauer betrachtet auf dem Gassenhauer "Ein Mops kam in die Küche" fußt und diesen in zahlreichen Variationen abwandelt. Die Philharmoniker ließen hier in allen Instrumentengruppe ihre virtuose Brillanz funkeln. Polkas aus der Strauß-Familie rundeten das Bild ab.

Spaß an der Freude und perfekte Spieltechnik auf hohem Niveau verriet auch Jörg Wachsmuths gewiss nicht einfache Auseinandersetzung mit der Riesentuba, im "alten Brummbär" von Julius Fucik und in Rimski-Korsakows "Hummelflug". Schließlich bildete der Champagner-Galopp von Lumbye den furiosen Kehraus, gefolgt von dessen "Gruß an unsere Freunde" (unter Leitung von Tom Pauls) und dem unvermeidlichen Radetzky-Marsch.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.01.2013

M.Hanns

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