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Absolut packend: Cosmo Jarvis gastierten im Dresdner Beatpol

Absolut packend: Cosmo Jarvis gastierten im Dresdner Beatpol

Kriegte einen aber so am Kragen mit seinen Songs, als hätte er die Coolness einer Musikerkarriere im Rücken. Cosmo Jarvis bündelte am Montagabend im Beatpol mit Leichtigkeit das Publikum zu einem willigen Strauß Zuhörer.

Nachdem der in Dresden lebende Brite Richard Elms bedacht, aber würdig mit Akustikgitarre und den Blues des frühen Leonard Cohen beschwörend den Abend eröffnete, schnallte sich der, der mit bürgerlichem Namen Harrison Cosmo Krikoryan Jarvis heißt, die E-Gitarre um. Dazu kamen seine Kollegen am Bass und Schlagzeug. Was die allein zu dritt an Soundmenge hervorbrachten, schaffen manche Quintette nicht. Jarvis ist wuchtig und virtuos zugleich. Seine Gitarrensoli sind keine Paganini-Orgien. Da schwingt jeder Ton wie er schwingen soll, hat seine Zeit anzuschwellen, zu verklingen, und zufällige Melodien sind kleine Werke für sich.

Seine Songs zerren nicht, sie packen. Alles was Jarvis an Rohmaterial durch seine Instrumente führt, kommt mit Präzision als Einzelstück heraus, Songmarionetten aufgehangen am Folk, Country, Pop, Indie, Rock'n'Roll, Blues. Wie der Opener "Love This" des 2012er Ablums "Think Bigger". Live um einiges roher, was nicht zuletzt an Jarvis' Reibestimme lag, die auf den drei bisherigen Alben weichgeschmiert wurde. Ab und an bricht der Brite aus und lässt eine Brachialstimme dröhnen wie in den großartigen "Train Downtown" oder "Good Citizen". Überhaupt hat Jarvis, selbst wenn er nur zwischen den Songs ins Mikro spricht, eine Stimmgewalt, die Wände bröckeln ließe. Momente: "Whatever" oder "Sunshine", als Jarvis zum Banjo greift. Dieses Instrument liegt ihm. Es ist schnell, es treibt die Lieder mit verführerischem Rhythmus nach vorn. Darauf verzichtet er hoffentlich nicht bei künftigen Stücken.

Jarvis spielt zwei ganz neue Stücke. Stapft einmal durch dreckigen Blues und läuft dann geschmeidig durch den Indie. Dass da ein neues Album in seinen Fingern schlummert, das Großes verheißt, da gibt es keinen Zweifel, und davon zeugt die Begeisterung der Beatpol-Besucher nach den Songs. Jarvis hat das Zeug zum Mainstream-Pop und zur Indie-Ikone. Mal gucken, wofür er sich entscheidet. Robert Kaak

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.09.2012

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