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800 Jahre: Der Dresdner Kreuzchor hat bereits das große Jubiläum 2016 im Blick

800 Jahre: Der Dresdner Kreuzchor hat bereits das große Jubiläum 2016 im Blick

Dass die Oberbürgermeisterin der Stadt zur Jahrespressekonferenz des Dresdner Kreuzchores anwesend ist - im übrigen zum ersten Mal in ihrer Amtszeit, darf als Bekenntnis für das Traditionsensemble gewertet werden, und das nicht nur, weil die Partei, der Helma Orosz angehört, ein C im Namen führt.

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Die Jungen im Dresdner Kreuzchor gestalten Vespern, Gottesdienste und Metten.

Quelle: Matthias Krüger

Denn der Kreuzchor ist eine städtische Institution, auch wenn er sein "Kerngeschäft", wie es Kreuzkantor Roderich Kreile bezeichnet, in den Konzerten und liturgischen Aufgaben in der Dresdner Kreuzkirche sieht.

2,9 Millionen Euro des jährlichen 3,4-Millionen-Euro-Etats des Knabenchores steuert die Stadt Dresden bei. Eine Investition in Ausbildung und die Zukunft junger Menschen, wie Orosz es berechtigt nennt, allerdings aber auch eine, die bei konstant bleibender Höhe angesichts ständig steigender Kosten irgendwann zu wirtschaftlicher Schieflage führen muss. Dem entgegen zu steuern, müssen nun die Elternbeiträge nach zehn Jahren moderat erhöht werden (DNN berichteten), und auch mit der Kreuzkirche wird man in Verhandlungen treten müssen, um alte Verträge über die Honorierung für Konzerte und liturgische Dienste des Chores in dem und für das Gotteshaus auf einen reell bemessenen Stand zu bringen. Bisher zahlt die Kreuzkirche insgesamt 66 000 Euro für die zahlreichen Auftritte der Kruzianer im Jahr.

Zu diesen gehören Vespern, Gottesdienste und Metten, die auch im Schuljahr 2013/14 wieder die Hauptaufgabe für den Dresdner Kreuzchor darstellen werden. 13 Konzerte in der Kreuz- sowie der Frauenkirche stehen auf dem Programm, gestartet wird am Tag der deutschen Einheit mit Händels Oratorium "Solomon" in dem Gotteshaus am Altmarkt. Es gibt das beliebte Brahms-Requiem - ein Mitschnitt soll auf einer CD produziert werden, Bachs Weihnachtsoratorium und die Weihnachtsliederabende. Werke von Fauré, Mauersberger und Krätzschmar erklingen am 13. Februar im Gedenkkonzert für Opfer von Krieg und Gewalt. In der Passionszeit steht mit der Johannespassion von Gottfried August Homilius ein Werk eines der Amtsvorgänger Kreiles auf dem Programm, denn 2014 wird Homilius' 300. Geburtstags gedacht. Natürlich singt der Kreuzchor auch Bachs Matthäuspassion, und kurz vor der Sommerpause 2014 ist ein Konzert dem Jubiläum 475 Jahre Reformation in Sachsen gewidmet. Im gerade begonnenen Schuljahr 2013/14 erinnert der Chor zudem auch an seine früheren Kantoren Rudolf Mauersberger (1889-1971) und Martin Flämig (1913-1998).

Mehr als 100 Auftritte absolvieren die von der OB als "sehr engagierte Botschafter für Dresden" apostrophierten Kruzianer, ein immenses Pensum, denn man darf nicht vergessen, dass die Jungen auch schulisch stark beansprucht sind. Natürlich stellen Tourneen, die über die Grenzen Deutschlands hinaus führen, im Kruzianerleben auch einen Höhepunkt dar. Ganz besonders natürlich, wenn sie in Gegenden führen, die Neuland für den Chor sind. Wie China, dahin geht es im Oktober 2013, und davon erhoffen sich die mitreisenden Kruzianer neue Erlebnisse und Kantor und Chormanagement einen frischen, noch zu erschließenden "Markt" für den "Exportartikel" Kreuzchor. Innerhalb von zehn Tagen werden die Sänger u.a. in den Millionenansiedlungen Shanghai und Hangzhou, der chinesischen Partnerstadt Dresdens, auftreten, die Leitung der Konzerte hat Peter Kopp, Chordirigent und "meine rechte Hand", wie Kreile ihn nennt. Der Kreuzkantor selber wird im Oktober mit dem anderen Teil des Chores und einem A-cappella-Programm auf Deutschland-Tour gehen. Weitere größere Gastspielreisen sind im Dezember 2013 und dann noch einmal im Juli 2014 geplant.

141 Kruzianer gehören in diesem Jahr dem Chor an, 21 wurden in die vierten Klassen aufgenommen, 21 weitere Jungen lernen in der Vorbereitungsklasse 3. Für letztere, wenn sie die Aufnahme in den Chor schaffen, wie für die, die 2016 noch dem Chor angehören werden, steht in eben diesem Jahr ein großes Jubiläum an. In Fortsetzung der bisher gehandhabten Zählung wird Dresden dann das 800. Jubiläum des Kreuzchores feiern. Und dies mit prominenten Partnern an der Seite, wie die Manufaktur Meissen oder die Uhrenmanufaktur A. Lange & Söhne. Natürlich begeht der Chor das Jubiläum gemeinsam mit seiner Heimstatt, der Kreuzkirche, und mit der Kreuzschule. Dafür wolle man dann das kulturelle "Aushängeschild noch einmal richtig polieren", so Helma Orosz. Dazu sollte dann, erklärte Kantor Kreile auf Nachfrage, auch eine weitere Verbesserung der Lebens- und Lernsituation der jungen Sänger gehören. Und der Chor ist nur dann überlebensfähig, so Chormanager Uwe Grüner, wenn er für alle Bevölkerungsschichten offen bleibt. Kerstin Leiße

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 03.09.2013

Kerstin Leiße

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