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72. Vocal Night bot die junge Sicht auf Friedens- und Protestsongs in der Tonne

72. Vocal Night bot die junge Sicht auf Friedens- und Protestsongs in der Tonne

Es war eine lange Nacht in der neuen alten Tonne. Die 72. Vocal Night, eine ausdauernde Kooperation zwischen Jazzklub und Musikhochschule, lud am späten Donnerstagabend zu „Protestsongs & Songs of Peace“ ins angestammte Gewölbe unters Nobelpalais – und rund zweihundert Leute folgten.

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Dresden. Es war eine lange Nacht in der neuen alten Tonne. Die 72. Vocal Night, eine ausdauernde Kooperation zwischen Jazzklub und Musikhochschule, lud am späten Donnerstagabend zu „Protestsongs & Songs of Peace“ ins angestammte Gewölbe unters Nobelpalais – und rund zweihundert Leute, darunter Kommilitonen, Personal und auch Eltern, folgten.

Neun junge Menschen sind derzeit an der Dresdner Musikhochschule in der Gesangsklasse in Obhut von Celinè Rudolph – und zwar jahrgangsübergreifend. Der jeweils zweite Jahrgang organisiert einmal im Quartal den öffentlichen Tonne-Auftritt, der mit Akribie vorbereitet und geprobt wird. Nun ward eine „spannende, aufreibende Reise durch unterschiedliche Zeiten des Aufruhrs“ versprochen, die womöglich zum Nachdenken anregen könnte. Doch zuvor gab es – von ihrer Professorin als „Feature“ angekündigt – eine halbe Solostunde mit vier Titeln von Jana-Christina Pöche samt Jazzquartett, in der sie Nancy Wilson aus Ohio huldigte, also aus einer Zeit, in der Protest gegen die Ehe schon als Widerstand galt.

Doch danach ging es richtig los: Finna Saathoss bot „Der Traum ist aus“ von Ton Steine Scherben – in einer kraftvollen Mischung von Jazzpunk und Punkjazz, immer wieder vom Ursprung entfliehend, aber dann – getrieben von Gitarre und Schlagzeug – wieder darauf zurückkehrend und punktgenau auf „Aus“ endet. Ähnlich wütend: Karolina Weidt, die sich erst, gemeinsam mit Gitarristen Armin Kulla, „Count to Ten“ der Dänin Tina Dico widmete, um dann mit Bob Dylans „Masters of War“ einen echten Höhepunkt zu zelebrieren.
Zwei künftige Solistinnen schrieben sich gar nagelneue Songs für den Abend, die nach einer ewigen anmutenden Pause dargeboten wurden: Anna-Lucia Rupp bot „The Hazelwood“ als jazzigen Ausflug als einen Sehnsuchtsort, Evin Kücükali, ebenso wie Saathoos und Weidt im ersten Semester, führte mit „Cherry Blossom Tree“ in einer außergewöhnlichen Ballade zu einem Dichter nach Kabul. Beides hatte Stil und verlangt nach mehr, wofür das Format nicht taugt.
Mutig auch Christa Abels, die gesteht, dass sie nach dem Studium Montagabend zu müde für Dresdner Proteste ist und eigentlich als 22-Jährige auch nicht so wichtig wäre, als dass sie etwas zu sagen hätte, um dann ihre triviale Erzählung nahezu unmerklich in eine Improvisation und später in „In The Face Of Day“ münden zu lassen. Ebenso auffällig: Mathis Nikolaus, der am Flügel mit grüner Bommelstrickmütze auch optisch protestierte. Insgesamt ein Abend, der in musikalischer Sicht keinerlei Bange für die Zukunft macht, auch wenn – bis auf die beiden benannten Ausnahmen – dann doch des Straßenkampfes Ruppigkeit fehlte.

www.jazzclubtonne.de

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