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50 Jahre nach Abriss wieder zurück - Busmannkapelle entsteht auch mit originalen gotischen Steinen

50 Jahre nach Abriss wieder zurück - Busmannkapelle entsteht auch mit originalen gotischen Steinen

In die Lücke zwischen die Neubauten Wilsdruffer Kubus und den jetzt leer stehenden Advanta-Riegel am Postplatz schiebt sich immer deutlicher die Gedenkstätte Busmannkapelle.

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Nach ihrer Fertigstellung soll die Busmannkapelle mahnend daran erinnern, dass an ihrer Stelle einmal die gotische Sophienkirche stand.Visualisierung: PR

Von Genia Bleier

Sie wird nach Fertigstellung mahnend daran erinnern, dass an dieser Stelle einmal die gotische Sophienkirche stand. Ihr Grundriss, aus rotem Granitpflaster nachgezeichnet, wird schon in Kürze wieder komplett sichtbar sein. Heute gibt es einen besonderen Abschnitt bei der Errichtung des Kapellenkörpers zu feiern: Die Steinmetzen des Denkmalpflegebetriebes Fuchs + Girke setzen den Schlussstein in den westlichen Fensterbogen ein.

Diese Werksteine haben eine 600-jährige Geschichte. Sie stammen aus den Fenstergewänden der beiden Südfenster der alten Busmannkapelle und wurden beim Abbruch 1962 geborgen. Nun kehren sie 50 Jahre später an diesen Platz zurück und beginnen mit der von Gustavs & Lungwitz entworfenen Gedenkstätte ein neues Leben. An die Zeit vor 50 Jahren erinnert sich auch der Bauverantwortliche Gerhard Glaser. Damals war der ehemalige Landesdenkmalpfleger ein junger Architekt in der Bauabteilung für kulturhistorische Bauten der Stadt und zum Termin bei Oberbürgermeister Gerhard Schill. Dabei ging es um die Rettung der barocken Raumausstattung des Grünen Gewölbes im Schloss und um die Sophienkirche. Während ersteres gelang, war das Schicksal der Kirche längst besiegelt. Sie musste weg, um Platz für die Großgaststätte Am Zwinger zu schaffen. Dass nun auch diese längst gefallen ist, gehört in die Kategorie Ironie der Geschichte.

Die originalen Steine der Busmannkapelle werden durch Stifter adoptiert und die Spendensummen zwischen 250 Euro und 1000 Euro für den komplizierten Einbau verwendet. Über die Statik wacht Thomas Röttger vom Büro für Baukonstruktionen Dresden, das auch bei der Tragwerksplanung für die Frauenkirche tätig war.

50 der Werksteine haben bereits Stifter gefunden, darunter sind die Gründungsmitglieder der Fördergesellschaft Sophienkirche und Personen, die vor 50 Jahren gegen den Abriss gekämpft haben wie Jürgen Schieferdecker und die Architektin Claudia Schrader. Für 32 Werksteine werden noch Stifter gesucht, ebenso für drei der Stelen, Fragmente von Epitaphen, Treppenstufen oder die Scheiben der gläsernen Umhausung. Der Glaskubus soll noch 2012 errichtet werden. Aus technologischen Gründen geht das nur gemeinsam mit der Stahlkonstruktion, erläutert Glaser. Die Kosten dafür betragen 730 000 Euro. 500 000 Euro sollen auf Antrag des Finanzministeriums aus dem Mauerfonds (Mittel aus der Verwertung von Mauer- und Grenzgrundstücken) kommen.

Insgesamt werden derzeit noch 1,7 Millionen Euro für die Gedenkstätte benötigt. Spender sind also willkommen. Als kleine Gegenleistung bietet Angelika Niemann von der Fördergesellschaft Führungen auf dem Baustellengelände an (Anmeldung unter: Reisetante-Dresden@web.de). Ab Mitte Mai will die Gesellschaft jeden Sonnabend von 15 bis 18 Uhr mit Infomaterial vor Ort sein.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 26.04.2012

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