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5. Zykluskonzert der Dresdner Philharmonie

5. Zykluskonzert der Dresdner Philharmonie

Zykluskonzertes der Dresdner Philharmonie passte gut zur geruhsamen Stimmung der Weihnachtsfeiertage. Bei den ausgewählten Werken von Prokofjew, Tschaikowski und Glasunow ging es nicht darum, musikalische Welträtsel zu lösen, sondern um das Erlebnis von üppiger Klangschönheit und reizvollen musikalischen Effekten.

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Das Programm des 5. So etwas muss auch einmal sein, wie der voll besetzte Saal des Kulturpalastes zeigte.

Tschaikowskis Violinkonzert D-Dur op. 35 wurde bei seiner Uraufführung gnadenlos verrissen - Violine werde nicht mehr gespielt, sondern "gezaust, gerissen und gebläut", eine Beurteilung, die heute nicht mehr nachvollziehbar ist. Generationen von Geigern haben sich an der kraftvoll-melancholischen Klangsprache, am blitzenden Passagenwerk des Konzertes versucht. Hier war nun Vadim Gluzman zu hören, ein Virtuose, der darüber hinaus die haarsträubenden spieltechnischen Anforderungen so bravourös und makellos meisterte, dass man nur begeistert sein konnte. Tschaikowski auf Hochglanz poliert, mit Glamour versehen, aber keinesfalls seelenlos! Gluzman setzte ebenso auf die - genüsslich ausgebreiteten funkelnden Effekte des Konzertes wie auf Spannung im Detail. Michail Jurowski am Pult der Philharmoniker ließ die große romantisch-virtuose Geste zu, ohne pathetisch zu werden. Durchhörbare Präzision und Homogenität sowohl im orchestralen Zusammenspiel wie im Miteinander mit dem Solisten erwiesen sich als selbstverständliche Basis einer stringenten Interpretation.

Den Anfang des Konzerts machte Prokofjews Sinfonische Suite "Die Liebe zu den drei Orangen", die im Exil nach der gleichnamigen Oper entstand und in der deren wesentliche musikalische Leitlinien enthalten sind, freilich dem amerikanischen Zeitgeschmack angepasst. Mit Lust am kontrastreichen Gestalten und ungebremster Spielfreude tauchten Jurowski und der große Orchesterapparat in die witzige, stilistisch vielschichtige Parodie ein.

Mit dem von Tschaikowski sehr geschätzten Alexander Glasunow schloss sich der programmatische Kreis des Abends. Seine 1895 entstandene 5. Sinfonie beeindruckt durch ihre vertrauten "russischen Farben", orchestrale Brillanz, ausgeglichene Formen und thematischen Reichtum. Dass er der engagierte Wegbereiter für Prokofjew und Schostakowitsch war, glaubt man nach dem Hören dieser ganz traditionellen, auch äußere Effekte nicht scheuenden Sinfonie eigentlich nicht. Jurowski tat das Beste, was er mit dem Werk machen konnte - er bewahrte sich einen unverkrampften Zugriff und legte Wert auf einen saftigen Orchesterklang mit sehr viel Sinn und Sorgfalt fürs Detail. Der Kopfsatz erstickte eben nicht Monumentalität, sondern erfreute mit fast tänzerischer Anmut. Flirrend und keck kam das Scherzo daher. Und auch in den sich riesig auftürmenden Klangmassen des Finales waren wohl differenzierte Orchesterfarben zu erkennen.

Erste CD

mit Sanderling

Die vom Publikum gefeierte Saisoneröffnung der Dresdner Philharmonie unter ihrem neuen Chefdirigenten Michael Sanderling von Ende August 2011 kann man jetzt auf CD nachhören. Der Mitschnitt ist als erste gemeinsame Produktion Sanderlings mit der Philharmonie erschienen und beginnt mit Gabriel Faurés "Pelléas et Mélisande". Dem übergeordneten Thema "Liebe" widmen sich auch Sergej Prokofjews Szenen aus dem Ballett "Romeo und Julia". Außerdem erklingt Peter Tschaikowskis "Capriccio italien".

Die CD ist in der Ticketcentrale sowie am Verkaufsstand zu den Konzerten im Kulturpalast zum Preis von 15 Euro erhältlich. Abonnenten erhalten einen Rabatt von 10 Prozent auf den Verkaufspreis und zahlen für die CD somit nur 13.50 EUR.

In den Pausen der Silvester- und Neujahrskonzerte besteht außerdem die Möglichkeit, die CD von Michael Sanderling persönlich signieren zu lassen.

31. Dezember, 15 und 19 Uhr; 1. Januar, 15 Uhr: Silvester- und Neujahrskonzerte im Kulturpalast. Werke u.a. von Ravel, Offenbach, Milhaud, Gounod, Saint-Saëns. Dresdner Philharmonie und Michael Sanderling, Dirigent und Moderator; Iréne Duval, Violine, Solisten des MDR-Fernsehballetts

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.12.2011

M.Hanns DNN

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