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5. Künstlermesse Dresden mit erfreulichem Publikumszuspruch

Das Modell Muster-Messe 5. Künstlermesse Dresden mit erfreulichem Publikumszuspruch

Die Kunststadt Dresden kann sich nicht rühmen, einen Namen als internationaler oder zumindest nationaler Kunsthandelsplatz zu haben. Bestrebungen, in Dresden eine Kunstmesse als Motor des Kunstmarktes zu etablieren, reichen bis in die frühen 90er zurück.

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Die Künstler vermarkten sich auf der Künstlermesse selbst.

Quelle: Claudia Reichardt

Dresden. Die Kunststadt Dresden kann sich nicht rühmen, einen Namen als internationaler oder zumindest nationaler Kunsthandelsplatz zu haben. Zu klein das Klientel der Sammler, zu gering die Zahl der kommerziell agierenden Galerien. Für die zahlreichen bildenden Künstler in der Stadt ist es dennoch von außerordentlichem Belang, aus ihrer ursächlichen Arbeit auch ein Stück weit ihr Einkommen zu bestreiten, und das geht nur in Ausnahmefällen über Wettbewerbe und Projektgelder, dafür braucht es den Verkauf von Kunstwerken.

Bestrebungen, in Dresden eine Kunstmesse als Motor des Kunstmarktes zu etablieren, reichen bis in die frühen 90er zurück. Was damals als "Grafikmesse Dresden" bzw. ab 1996 dann als "Kunstmesse Dresden" in den Messehallen der Stadt, damals noch am Straßburger Platz, unter Federführung des Kulturamtes entwickelt wurde, bezog sich inhaltlich auf die in der Region traditionell starke Grafik im weitesten Sinn und zielte auf eine Stärkung des Kunstmarktplatzes Dresden ab. Dabei war die Internationalität dieses Handels durchaus im Fokus der Ausrichter, sowohl in Richtung Aussteller als auch in Bezug auf überregionale Werbung.

Der Künstlerbund Dresden e.V. konzipierte 2012 ein neues Veranstaltungsformat für den Kunsthandel und startete die Künstlermesse Dresden, wo Künstler als Selbstvermarkter auftreten. Jetzt fand der 5. Jahrgang dieser Messe statt, wie schon seit einigen Jahren parallel zur "room + style" in den Messehallen im Ostragehege. Einen Rundgang durch die Halle 3 der Messe Dresden, wo auf rund 4 000 Quadratmetern 80 Künstlerinnen und Künstler sowie die neue Produzentengalerie Oliver Kratz Werke verschiedenster Kunstgattungen zeigten, gönnten sich zahlreiche Besucher. Das von Jahr zu Jahr wachsende Begleitprogramm mit Diskussionsveranstaltungen und Performances wird mithin zum Bestandteil der Veranstaltung und unterstützt das Bestreben nach internationaler Öffnung, die über den Verkaufsweg eher nicht zu erreichen sein wird, so sehr man sich dies auch für Dresden wünschen würde. Ebenso stellten sich neue Initiativen wie das Forum für zeitgenössische Fotografie Dresden e.V. vor, neben bekannten Aktivisten wie dem Neuen Sächsischen Kunstverein. Dass auch die junge Künstlergeneration (Beitrag der HfBK-Fachklasse Prof. Martin Honert, Performance 'Dresden - International Topsellers' mit rund 40 Beteiligten) mit der Künstlermesse Dresden ein Podium für eigene Beiträge findet, muss unbedingt zu den Vorzügen der Veranstaltung gezählt werden; gibt es doch sonst zunehmend weniger Begegnungsmöglichkeiten der Künstlergenerationen untereinander, zumindest in dieser ungezwungenen Atmosphäre und ohne didaktischen Hintergrund.

Das konzeptionelle Ringen des Ausrichters um Qualität und Professionalität der Messe zeigt sich besonders in solchen Begleiterscheinungen, die viel mehr bedeuten, als der Begriff es vermuten lässt. Dass eine fachkundige Jury den Ausstellerkreis aus den Bewerbungen zusammenstellt, wirkt sich ebenso positiv auf das Erscheinungsbild aus wie das jährlich wechselnde Auftreten einer Gaststadt, in diesem Jahr Daejeon (Republik Korea), vertreten durch sieben Aussteller und ein landesspezifisches Filmprogramm.

Ob diese sehenswerte und informative Oberfläche auch die Umsätze stärkt, sei dahingestellt. Die Attraktivität der Veranstaltung für das Publikum erhöht sich durch den detailreichen Rahmen in jedem Fall. Etliche Sponsoren konnte Projektleiterin Antje Friedrich für ein mindestens mittelfristiges Engagement gewinnen, was für die Zukunft hoffen lässt, ebenso wie der rege Publikumszuspruch.

Weitere Kunstmesse avisiert

Die Messe Dresden kündigt als Eigenveranstaltung für den Frühsommer unter dem Titel "NEUE ArT16 - Kunstaktivmesse Dresden" ein neues Veranstaltungsformat an, das sich allerdings ebenfalls eher an Publikumsinteressen denn an Marktmechanismen orientiert. Präsentiert wird dann mit dem Tenor "Neue Vielfalt" auch Kunst von Laien quer durch alle Kunstformen von Bildender Kunst über Tanz und Pantomime bis zur Musik. Premiere ist am 5. und 6. Juni. Man darf gespannt sein, ob sich Vielfalt in Zeiten der Spezialisierung neuen Raum erobern kann.

Für den Kunstmarkt in Dresden sieht es vorerst weiterhin eher trüb aus.

www.kuenstlermesse-dresden.de

von Claudia Reichardt

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