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5. Kammerabend der Staatskapelle Dresden

5. Kammerabend der Staatskapelle Dresden

Kammerabends kann die Sächsische Staatskapelle Dresden sehr zufrieden sein, denn die oberen Ränge der Semperoper müssen zu diesen Konzerten nicht so oft aufgeschlossen werden.

Das Programm entpuppte sich beim Hören als eine Versammlung teils skurriler musikalischer Genrebilder, die sich nicht zwingend durch Gedankentiefe auszeichneten, dafür aber die unterhaltsame Seite von Kammermusik in den Vordergrund stellten, ohne dass dies eine Spur simpel war.

Der von seinen Zeitgenossen überschwänglich gefeierte Georg Philipp Telemann hatte einen Hang zu kuriosen Instrumentierungen, die er variantenreich erprobte. Eine der entlegensten ist jene des Konzerts für Blockflöte und Fagott F-Dur. Nun unterscheiden sich die Klangfarben des barocken von denen des modernen Fagotts und die der hohen Blockflöte von jener des hier gespielten Piccolos zwar beachtlich, aber die musikalische Wirkung des ungleichen Paares bleibt. Voll Witz und elegant im Ton spielten Jens-Jörg Becker (Piccolo), Hannes Schirlitz (Fagott) und die kleine Kammerbesetzung (mit Anett Baumann als Konzertmeisterin) das Stück.

Der schon im Barock ausgeprägte Hang zum virtuosen Spiel fand im Virtuosentum der italienischen Romantik seine Krönung. Die "Fantasia sull'opera 'Poliuto' di Donizetti" für Oboe und Klavier von Antonio Pasculli (1842-1924) ist ein entsprechendes, durch rasende Läufe und extreme Sprünge aberwitzig schwieriges Stück, in dem die Möglichkeiten des Soloinstruments an ihre Grenzen gebracht werden. Aus der stark auf Äußerliches zielenden Fantasie noch Ausdruck zu schöpfen, gelang Solooboistin Céline Moinet mit Verve, auch wenn sie einmal kurz mit dem widerspenstigen, nicht recht ansprechenden Rohr ihres Instruments ringen musste. Wenig inspiriert und schlicht zu geradlinig blieb dazu die Klavierbegleitung von Masumi Sakagami (als Gast).

Das richtige Maß aus süffigem Tonfall, zu Herzen gehender Klangschönheit und echtem Spaß fanden danach Anett Baumann (Violine), Martin Fraustadt (Viola), Matthias Wilde (Violoncello) und Johannes Nalepa (Klavier) bei den "Vier Stücken für Klavierquartett" von Richard Strauss. Die Art, wie Strauss in der dritten, "Arabischer Tanz" überschriebenen Miniatur die Versessenheit seiner Zeit auf Exotisches parodiert (wer den Pianisten sehen konnte, hatte sicher Freude am anfänglichen "Zweifingersystem" des Klavierbasses), macht auch nach über hundert Jahren Vergnügen.

Eine Darbietung von seltener Dichte war als zweiter Teil des Abend mit der rekonstruierten Nonettfassung (Jorge Rotter, 1987) von Johannes Brahms' Serenade Nr. 1 D-Dur op. 11 zu erleben. Auch wenn in Passagen dieser Instrumentierung ein klangliches Übergewicht der Bläser zu den einfach besetzten Streichern blieb, gelang die musikalische Umsetzung unter einem, alle sechs Sätze verbindenden großen Atem. Nie verlief sich die immer wieder durchdringende pastorale Stimmung des Stückes ins Oberflächliche, alles strahlte Ruhe und Kraft aus, dazu lebendige Heiterkeit in den Scherzi und den Menuetten. Dazwischen ein langsamer Satz von größtem Ernst. Alles war getragen von besonderer Intensität des Spiels: Jörg Faßmann (Violine), Juliane Böcking (Viola), Jörg Hassenrück (Cello), Christoph Bechstein (Kontrabass), Sabine Kittel (Flöte), Christian Dollfuß und Jan Seifert (Klarinette), Robert Langbein (Horn) sowie Thomas Eberhardt (Fagott) bereiteten hier ihrem Publikum eine Sternstunde.

Gleimhaus erhält Leihgabe

Das Literaturmuseum Gleimhaus in Halberstadt hat eine Dauerleihgabe von den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München erhalten. Es ist ein Porträt des Preußenkönigs Friedrich der Große, das der Berliner Maler Gottfried Hempel um 1760 geschaffen hat. Hempel war ein Freund des Halberstädter Dichters und Sammlers Wilhelm Ludwig Gleim (1719-1803). Da Gleim ein Verehrer des Preußenkönigs war, ist vom 15. Januar an die Ausstellung "Friedrich unser Held" im Gleimhaus zu sehen. Die Dauerleihgabe soll ein Höhepunkt der Schau sein.

dpa

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Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.01.2012

Hartmut Schütz dpa

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