Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
5. Internationaler Dotzauer-Wettbewerb in Dresden

5. Internationaler Dotzauer-Wettbewerb in Dresden

Wohltemperierte Celloklänge entführten beim Preisträgerkonzert zum 5. Internationalen Dotzauer-Wettbewerb für junge Cellisten aus der herrlichen Herbstsonne hinein in eine gediegene Konzertatmosphäre in der Aula des Sächsischen Landesgymnasiums für Musik Carl Maria von Weber Dresden.

Eine intensive Wettbewerbswoche mitten in den sächsischen Herbstferien war dem musikalischen Vormittag vorausgegangen, an dem sich nun die zwölf besten von insgesamt 50 Teilnehmern aus Europa und Asien auf der Bühne präsentieren durften.

In drei Alterskategorien (8 bis 17 Jahre) unterteilt, gestalteten die jungen Musiker allesamt mit Hingabe und großer Freude am Instrument ein erstaunlich professionelles Konzertprogramm vor Freunden, Förderern, Verwandten und Gästen. Mit kleinen, aber aussagekräftigen Stücken aus der Cello-Literatur füllten sie kurzweilige zweieinhalb Konzertstunden und zeigten unter anderem mit Werken von Jean-Baptiste Bréval (1753-1823), David Popper (1843-1913), Thomas Demenga (*1954) und Rainer Lischka (*1942) stilistisch wie interpretatorisch eine große Bandbreite.

Die jüngsten Preisträger, gerade acht Jahre alt und knapp ein Stück größer als ihr Instrument, spielten die anspruchsvollen Werke nahezu genauso stilsicher wie ihre größeren Mitstreiter. Den ersten Preis in der Kategorie der Acht- bis Elfjährigen bekam Jee-In You (9) aus Südkorea überreicht, die unter anderem den ersten Satz der Sonata G-Dur von Bréval sowie "Funky Browing" aus Lischkas Solosuite für Violoncello präsentierte. Bezaubernd spielte auch die jüngste Teilnehmerin Friederike Herold, die erst im September ihren 8. Geburtstag feierte und mit ihrer ernsten Selbstverständlichkeit am Cello den zweiten Platz sowie zwei Sonderpreise einheimste.

Die Südkoreanerin Seiyeon Min (14) übertraf ihre Mitbewerber in der zweiten Kategorie (12-14 Jahre) mit außergewöhnlicher Präzision und Stilsicherheit. Als einzige Preisträgerin spielte sie mit dem Potpourri op. 21 für Violoncello und Gitarre zudem einen echten Dotzauer, durch den sie ihr Instrument wie eine routinierte Geschichtenerzählerin mit dem richtigen Gespür für schnelle und langsamere Passagen führte und gekonnt einen fließenden Spannungsbogen ohne Brüche baute. Auch David Poppers rasanten Elfentanz op. 39 meisterte Min mit Bravour.

In der dritten Wettbewerbskategorie (15-17 Jahre) gewann der Deutsche Paul Böhme (17), derzeit Jungstudent an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf. Ihm gehörte auch der Schlussakkord des Preisträgerkonzertes, bei dem er - passend zum Austragungsort - Carl Maria von Webers gefühlvolles Adagio und Rondo F-Dur J. 115 für Violoncello und Klavier präsentierte. Böhme interpretierte das Werk mit tiefer, künstlerischer Versunkenheit, wobei auch bei ihm die Freude am Spiel stets spürbar blieb.

So zeigten sich alle Preisträger auf ihre Art bezaubernd, wie sie die Aula des Landesgymnasiums mit der noch ungeschliffenen Individualität ihrer jungen Künstlerpersönlichkeiten bespielten. Der nach dem Dresdner Hofkapell-Solisten Justus Johann Friedrich Dotzauer (1783-1860) benannte Wettbewerb, seit 1998 regelmäßig unter der Leitung von Cellistin Gunda Altmann - finanziert durch das Staatsministerium für Kultus, unterstützt vom Freundeskreis des Landesgymnasiums sowie von der Hochschule für Musik - ausgetragene Wettbewerb fand so einen rundum sonnigen Abschluss.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.10.2013

Nicole Czerwinka

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur News

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von DNN.de spielen! mehr