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3. Dresdner Neujahrssingen als doppelter Spaß in der Scheune

3. Dresdner Neujahrssingen als doppelter Spaß in der Scheune

Auch der dritte Streich gelang: Nach dem amerikanischen „Born to be wild" 2010 und dem britischen „London Calling" 2011 folgte nun „Mad(e) in Germany" - und wieder war am Freitag zu Beginn des „3. Dresdner Neujahrssingen" von Beginn an große Spannung in der Scheune, Bar und Vorräume leergefegt, der Saal hingegen rappelvoll.

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Kerstin Klauer und Marc Hartmann singen als Margot Honecker und Helmut Kohl verkleidet "1000 mal berührt" von Klaus Lage.

Quelle: Dominik Brüggemann

Die Grundidee, aus Halle importiert, wo es „Weihnachtssingen" heißt und ausschließlich Gastronomen trällern, ist in Dresden thematisch und musikalisch verfeinert, der Modus aber gleich: Jeder Neujahrssänger, darunter auch bekannte Barbetreiber und jüngere musikalische Talente, darf sich einen Titel zum Thema auswählen, der Originalinterpret ist dann vergeben, ein breites Spektrum garantiert. Einzig die neunköpfige Begleitband, das „Dresdner Neujahrsorchester" unter Leitung von Tom Vogel, die sich 28 Songs originalgetreu bis -verbessernd einverleibte, bekommt dafür Gage. Zweimal wird gemeinsam geprobt, einen richtigen Durchlauf gab es als Generalprobe am Freitag von zwei bis sieben, zwei Stunden später begann mit Introfilm die dreistündige Coverrevue, die auch im dritten Jahrgang erquicklich bis berührend geriet.

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Rund 400 Gäste besuchten das Neujahressingen in der Scheune.

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Reichlich drei Stunden dauert die durchaus poesievolle Zeitreise von Dresden (Electra - „Tritt ein in den Dom") nach Dresden (Lift - „Abendstunde"), die Schlager jenseits der Neuen Deutschen Welle ausspart. Einziger Ausrutscher, dafür aber der größte Showspaß: Olaf Bohlen und Klaus Anders, einer bekannt aus Funk und Fernsehen, der andere vom Plakat (und beide von DEKAdance), spielen als Modern Talking: „You're My Heart" - auf Kunsttschechisch.

Prägnant wird auch der lyrische Sprachwandel dokumentiert: Die Welten zwischen Renft und Deichkind sind natürlich weiter voneinander entfernt als jene von Rammstein oder Silly im Vergleich von einst zu jetzt. Die Balance von Ost zu West und zur neuen Republik blieb gewahrt, es fehlen nur wenige wichtige Combos und Interpreten. Organisiert wird das Neujahrssingen von Uwe Stuhrberg, im Hauptberuf Chefredakteur des Stadtmagazins SAX und nebenher Frontmann von „Slow Death", und Katina Haubold, Inhaberin einer Veranstaltungsagentur.

Die von Stuhrberg im Vorjahr zwecks Queens „Bohemian Rhapsody" eigens zum Comeback überredete Dresdner A-Capella-Band namens „Ernst S." - einst Vorbild für die Herzbuben, welche heute als Prinzen unterwegs sind - boten den Ärzte-Wendesong „Hurra", bevor zum großen Finale weit nach Mitternacht Lindenbergs „Mädchen aus Ostberlin" und Citys „Am Fenster" mit allen Beteiligten ertönte und als Zugabe der frühe Morgen geliftet wurde.

Dank der reichlichen Szenevernetzung der ehrenamtlichen Mikrostars zog ein warmer Hauch von Heimvorteil und Beziehungsspaß durch den Saal, einiges Gelächter schwappte vom Publikum auf die Bühne und von da zurück. Rund vierhundert Leute - eine sehr homogene Gemeinde mit vielen Urneustädtern mitten im Leben - zeigten sich am Freitag begeistert, am Samsabend würde es sogar noch bisschen voller, zeigt sich Katina Haubold sicher. Der Gedanke, diese exklusive Show, die eigentlich zu propper und aufwändig für Einmalspiel erarbeitet ist, in andere Orte zu exportieren, liegt nahe, würde aber nicht funktionieren: Haubold rät: „Einfach - so wie wir - selbst machen!"

Das Motto fürs vierte Singen am ersten Wochenende kommenden Jahres steht schon fest, wird aber seitens der Veranstalter noch nicht verraten. Dass die Wahloptionen weiterer nationaler Hithochburgen für die Zukunft begrenzt ist, liegt aber auf der Hand. So bleibt die Spannung darauf als erste und lange Zeit einzige Vorfreude auf 2013.

Eine ausführlichere Rezension erscheint am Montag in den Dresdner Neuesten Nachrichten.

Elmar Mann

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