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28 Premieren umfasst die neue Landesbühnen-Saison

Seelen pflügen 28 Premieren umfasst die neue Landesbühnen-Saison

Es ist ein ambitioniertes Programm, das die Landesbühnen-Leitung um Intendant Manuel Schöbel gestern vorstellte. Die neue Spielzeit, die mit einem Theaterfest am 11. September im Stammhaus Radebeul starten soll, umfasst nicht weniger als 28 Premieren, darunter acht Uraufführungen.

Jan Schneider, Marie-Luise Müller und Michel Bray sind Teil der Marionettenoper-Inszenierung „Philemon und Baucis“ nach Joseph Haydn.
 

Quelle: Hagen König

Radebeul.  Es ist ein ambitioniertes Programm, das die Landesbühnen-Leitung um Intendant Manuel Schöbel gestern vorstellte. Die neue Spielzeit, die mit einem Theaterfest am 11. September im Stammhaus Radebeul starten soll, umfasst nicht weniger als 28 Premieren, darunter acht Uraufführungen. Eine Dimension, die sich damit durchaus schon an Staatstheatern orientiert.

Doch es geht natürlich ums Künstlerische und weniger um das Quantitative (auch wenn die Quote, sprich die Auslastung, in jedem Theater eine Rolle spielt, ob das Haus nun öffentlich getragen oder privat betrieben wird). Thematisch haben sich die Landesbühnen 2016/2017 „Märchen und Mythen“ auf die Fahnen geschrieben. Den passenden Begleitsatz dazu lieferte Chefdramaturgin Gisela Kahl: „Märchen pflügen die Seele.“

Auf diesen Acker der Imagination, um im Bild zu bleiben, wird nach dem Theaterfest zum ersten Mal umfänglich am 15. Oktober geladen. Dann steht in Radebeul das Theaterspektakel „Irrtümer III“ an, mit neun Inszenierungen, deren Abfolge sich die Zuschauer wie in den Vorjahren je nach Zeitplan und Gusto ganz individuell zusammenstellen können. Das Angebot umfasst Peter Ensikats „Hans im Glück“, die Tanz-Uraufführung „Magnificat – Marias Engel“ zur Musik von Johann Sebastian und Carl Philipp Emanuel Bach. Außerdem feiert der bekannte Text „Der kleine Prinz“ in einer Inszenierung von Lutz Hillmann Premiere.

Musiktheater

1.10. „A Streetcar named Desire – Endstation Sehnsucht“,
Oper von André Previn nach Tennessee Williams, Radebeul

12.11. „La Cenerentola“, Komische Oper von Rossini, Radebeul

14.1.2017 „Samson et Dalila“,
Oper von Saint-Saëns

20.5.2017 „Zorro – Das Musical“,
Musik von den Gypsy Kings und John Cameron, Radebeul

Schauspiel

26.11. „Von einem, der auszog,
das Gruseln zu lernen“ (nach den Brüdern Grimm), Radebeul

4.3.2017 „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“, Radebeul

31.3.2017 „Die Goldberg-Variationen“ von Tabori, Studiobühne

Tanz

25.11. „Wunderland“ (Uraufführung), Studiobühne

18.3.2017 „Tango Piazolla“ (Uraufführung), Radebeul

Figurentheater

11.1.2017 „Der Prozess“ von Kafka, Gymnasium Coswig

außerdem

15.10. Theaterspektakel „Irrtümer III“ inklusive Uraufführung der Marionettenoper „Philemon und Baucis“

Mit einem gewissen Hauch des Spektakulären aber ist vor allem die Aufführung „Philemon und Baucis“ umgeben. Seit ihrer Uraufführung vor fast 250 Jahren sei diese Marionettenoper von Joseph Haydn immer nur konzertant zu erleben gewesen, sagte Operndirektor Jan Michael Horstmann. Die Landesbühnen greifen nun aber, gemeinsam mit dem Deutsch-Sorbischen Volkstheater Bautzen, auf den Ursprungsgedanken zurück und liefern eine Variante mit Puppenspiel, die der Bautzener Intendant Hillmann als „handwerklich riesige Herausforderung“ bezeichnete.

Opernhaft wird es auch in „A Streetcar named Desire“. Die von Tennessee Williams stammende Stückvorlage, im deutschsprachigen Raum unter „Endstation Sehnsucht“ bekannt, wird in der Opernfassung von André Previn auf die Bühne kommen, auf Englisch mit Übertiteln. Previn komponierte das Stück 1995 für die Oper in San Francisco. Die Radebeuler Schauspieler hätten sich bereits etwas neidisch gezeigt, dass das Ganze nun erst einmal im Musiktheater der Landesbühnen seinen Platz findet, sagte Horstmann.

Darüber hinaus weckt der Spielplan noch an mehreren Stellen besonderes Interesse. So wird die Kriminalkomödie „Fisch zu viert“ von Regisseur und Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase (Solo Sunny) im November ihre Premiere feiern. Dazu gesellen sich im kommenden Jahr George Taboris „Goldberg-Variationen“. Das Tanztheater geht dagegen dem Mysterium „Prinzessinen“ in einer so betitelten Uraufführung nach – als „phantastische Reise einer Frau durch verschiedene Prinzessinen“ umschrieb Schöbel, der Regie führen wird, den Ansatz.

Besonderes Augenmerk verdient weine weitere Uraufführung: „In Gottes eigenem Land“ nach dem gleichnamigen historischen Roman von Eberhard Görner. Es ist die Geschichte von Heinrich Melchior Mühlenberg, dem „Vater des amerikanischen Luthertums“, wie es im Buchuntertitel heißt. Autor Görner, einer der Mitbegründer des Polizeiruf 110, ist deutschlandweit damit auf Lesetour. An seiner Seite: Gojko Mitic. Den will Schöbel übrigens noch einmal für ein Engagement an den Landesbühnen erwärmen.

Die von Olaf Hörbe erarbeitete Bühnenfassung des Görner-Romans soll der Brite Damian Cruden vom Theatre Royal in York inszenieren, als Premierentermin wurde der 29. April 2017 genannt. Es ist gleichzeitig der Beitrag der Landesbühnen zum großen Reformationsjubiläumsjahr. Und es soll auf Reisen gehen, möglich scheint laut Schöbel sogar ein Gastspiel in der Lutherstadt Wittenberg, sozusagen im Zentrum des Feiergeschehens im nächsten Jahr.

Der Intendant zog auch eine zufriedene Bilanz der vergangenen Saison, trotz rund 10 000 Zuschauern weniger. Das sei auf sechs ausgefallene Vorstellungen auf der Felsenbühne Rathen zurückzuführen, sagte Schöbel. Die Einnahmen hätten dennoch gesteigert werden könne, vor allem „weil wir weniger Niedrigpreis-Karten verkauft haben“, begründete Schöbel.

Apropos Tickets: Da dürfen sich besonders die Dresdner auf eine Neuerung freuen. Ein Ticket für die Landesbühnen im Stammhaus oder in der Studiobühne gilt in dieser Saison erstmals automatisch als Fahrschein zur Anreise.

Von Torsten Klaus

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