Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Google+
250 Dresdner bei Gema-Demo: Teilnehmer befürchten Clubsterben in der Stadt

250 Dresdner bei Gema-Demo: Teilnehmer befürchten Clubsterben in der Stadt

Dresden. Bei der Dresdner Demonstration gegen die geplante Gema-Tariferhöhung war eine Befürchtung vorherrschend: die Angst vor dem Clubsterben.

„Die Tariflinearisierung der Gema ist eine Gefahr für die Clubkultur in Dresden. Schließlich sind die Clubs das schwächste Glied“, sagte Grünen-Stadtrat Torsten Schulze, der die Demo mitorganisiert hat. Zwar sei eine Tarifvereinfachung notwendig, allerdings sollte nicht mit irgendwelchen theoretischen Umsätzen gerechnet werden, sondern mit den tatsächlichen Nettoerträgen, so Schulze.   

Diese Meinung vertrat auch der Dresdner Clubbesitzer Wolle Förster: „Durch die pauschalen Tarife müsste ich für zwei Gäste so viel bezahlen, als wenn hundert da wären. Auf diese Weise würden sich meine Kosten von derzeit 2200 Euro im Jahr auf 12.000 Euro erhöhen“, ärgert sich Förster. Er verlange nicht mehr und nicht weniger als lediglich für die Gäste bezahlen zu müssen, die es auch real gebe. Dann wäre es ihm auch egal, ob er zehn oder 30 Prozent abführen müsste, verdeutlicht der Clubbesitzer seine Sicht.

php98521e4e41201209061530.jpg

Etwa 250 Teilnehmer besuchten am Donnerstag in der Dresdner Neustadt einen Protestmarsch gegen die geplante Gebührenerhöhung der Gema.

Zur Bildergalerie

Der aus Großenhain angereiste Marc Hitschke machte darauf aufmerksam, dass die neuen Tarife nicht nur professionelle Clubs, sondern auch ehrenamtliche Festivals treffen würden. „Wir organisieren jedes Jahr im Juli das Stroga-Festival. Unsere Kosten würden sich nach der Gema-Reform von 1500 Euro auf 6000 Euro erhöhen“, berichtet er. Aus diesem Grund wäre es in der Folge notwendig, den Eintrittspreis zu dem von Freitag bis Sonntag dauernden Festival von 23 Euro auf etwa 70 bis 80 Euro zu erhöhen. „In einer strukturschwachen Gegend ist das nicht möglich. Das wäre das Aus für das Festival“, betont Hitschke.  

Mit deutlichen Preiserhöhungen rechnet ebenfalls der Inhaber der Leipziger Distillery, Steffen Kache, der an der Dresdner Demo teilnahm: „Die geplante Tariferhöhung bedeutet für uns eine 700-prozentige Steigerung von 7000 auf 50.000 Euro pro Jahr. Der Eintritt müsste von 9 auf 14 Euro steigen und ein Bier würde statt 2,50 Euro 4 Euro kosten.“ Außerdem könnte er beliebte Künstler nicht mehr verpflichten, was für die Vielfalt des Clubs abträglich sei, so Kache.

Stephan Hönigschmid

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur News

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von DNN.de spielen! mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Onlineabo

    "DNN-Exklusiv" heißt das Online-Premiumangebot der Dresdner Neuesten Nachrichten, dass Sie überall und rund um die Uhr nutzen können - zu... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die DNN in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten DNN das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr