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21. Tanzwoche in Dresden bietet trotz geringerem Budget wieder Hochkaräter

21. Tanzwoche in Dresden bietet trotz geringerem Budget wieder Hochkaräter

Vor einem Jahr war Jubiläum, das Budget mit rund 120 000 Euro angemessen für die damalige 20. Ausgabe der Tanzwoche Dresden. Eine Summe, von der Detlef G.J. Skowronek und seine Mannschaft in diesem Jahr nur träumen kann.

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Eigenwillig wie vieles auf der Tanzwoche: das Prager Theater Krepsko.

Quelle: PR

80 000 Euro, ein Drittel weniger, räumt Skowronek auf Nachfrage ein, sei der diesjährige finanzielle Rahmen. Einer, der eigentlich keine großen Sprünge zulässt. Und doch lässt die Programmauflistung der Tage zwischen dem 19. und 29. April die Vermutung zu: Weniger Geld heißt nicht weniger Qualität.

Gastspiele von 16 Companies und Gruppen bilden den Kern (rund 150 Bewerbungen gab es), umrahmt von der großen Eröffnungsgala in Hellerau, der Abschlussparty in der Scheune sowie Tanzfilmen im Kino Thalia und einer Ausstellung des Schweizer Fotografen Andreas J. Ettner im Projekttheater, die sich natürlich dem Tanz und dem Theater widmet. Besonders der Wiedereinstieg des Festspielhauses als Festivalort wird von allen Beteiligten als neuer, kleiner Aufbruch gewertet.

In Hellerau steht mit Sicherheit auch einer der interessantesten Abende an. Am 26. und 27.4. ist dort der Tänzer und Choreograf Faustin Linyekula aus dem Kongo zu erleben. Sein szenisches Konzert "more more more... future" gilt laut Pressetext als "wütender Abgesang an die kongolesische Gegenwart". Kaum weniger neugierig macht das erste Festival-Gastspiel aus Zypern: Evie Demetriou und die Company En Drasi zeigen ihr Programm "Glory Box", das auch mit Elementen der Cyber-Kultur spielt, am 23. und 24.4. im Societaetstheater.

Einen eigenen Block erhalten kleinere Beiträge. Unter dem Titel "Kurz & gut" werden jeweils fünf kurze Stücke gezeigt (23., 24., 25.4.), die vor allem von Mitgliedern des TanzNetzDresden erarbeitet wurden. Diese Beiträge sind sämtlich Uraufführungen. "Manchmal reichen die Bedingungen eben nicht für abendfüllende Stücke, aber besser eine gute 20-Minuten-Idee als der Zwang, etwas über eine Stunde strecken zu müssen", begründete Skowronek den Ansatz. Gleichzeitig bedankte er sich bei den beteiligten Bühnen, ohne deren Kooperation das Festival nicht zu stemmen sei. Natürlich gebe es unter den Dresdner Theatern eine Konkurrenzsituation - "aber nicht organisatorisch".

Weitere interessante Namen in der Liste: Irina Pauls, eine der Wegbereiterinnen modernen Tanztheaters in der DDR, zeigt mit der Performancegruppe am Orff-Institut Mozarteum Salzburg "Stomping La Luna" (25.4., Kleines Haus); Anna Melnikova bietet einen russischen Abend (22.4., Projekttheater); das Prager Theater Krepsko lädt zu "Tango Grande" (20. & 21.4., Societaetstheater); Jo Strømgrens Company liefert "A Dance Tribute to Ping Pong" (27. & 28.4., Scheune). Vor allem Strømgren hat Skowronek im Blick, wenn er sagt: "Seit einigen Jahren geht es mir um den ironischen und humoristischen Aspekt des Tanzes. Wohlgemerkt nicht um den Komödiantischen."

Weitere Gäste aus der Schweiz und den USA unterstreichen den ungebrochenen internationalen und interkontinentalen Anspruch der Dresdner Tanzwoche. Etwa 6000 Zuschauer wären wünschenswert, rechnet Skowronek vor. "Mit weniger als 5000 wird es schmerzhaft", fügt er an. Erlöse von rund 30 000 Euro würden den Festivaljahrgang auf die sichere Seite hieven. "Sonst stehen wir da wie Herr Wedel."

Ein klares politisches Bekenntnis zum Festival wünscht sich Skowronek jedenfalls. Die Kulturstiftung des Freistaates habe ihre Unterstützung vor drei Jahren halbiert und seither nicht wieder aufgestockt, sagt er. Mal sehen, wie der Wind sich dreht.

Torsten Klaus

www.tanzwoche.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.04.2012

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