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19. bis 29. April 2012: Die 21. Tanzwoche Dresden mit wenig Geld und viel Fantasie

19. bis 29. April 2012: Die 21. Tanzwoche Dresden mit wenig Geld und viel Fantasie

Das Programm ist nicht gerade schmal. 35 Veranstaltungen an elf Tagen, fünfzehn Gastspiele internationaler Kompanien aus Deutschland sowie aus Afrika, Finnland, Israel, Russland, Österreich, der Schweiz, Tschechien, den USA und erstmals aus Zypern.

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"JINX 103", Company József Trefeli, Genf mit József Trefeli und Gábor Varga.

Quelle: Gregory Batardon

Der Etat ist knapp. Die Tanzwoche Dresden im 21. Jahrgang ist nach Aussage ihres künstlerischen Leiters D.G.J. Skowronek ein hochkarätiges "Trotzdem". Er muss aber auch feststellen, "wir sind an der Grenze des fairen Arbeitens angelangt, nur das kollegiale Arbeiten mit den Partnern dieser Stadt macht diesen Jahrgang realisierbar. Die Risiken für uns als Träger des Festivals sind enorm".

Diese Partner sind in diesem Jahr das Staatsschauspiel Dresden, das Societaetstheater, friedrichstadtZentral, die Scheune, die Kollegen in der Kuppel der Yenidze, das theater junge generation und das Filmtheater Thalia, wo zum zweiten Mal ein ausgewähltes Filmprogramm gezeigt wird. Zum Abschluss, am Welttag des Tanzes, am 29. April wird hier wieder der Sonntagsbrunch mit Kultfilm, dem Filmtheater und Filmgalerie Phase IV präsentiert.

Hellerau - das Europäische Zentrum der Künste ist wieder dabei. Hier wird die Tanzwoche in diesem Jahr eröffnet, und ein Gastspiel aus Afrika mit der Kompanie Faustin Linyekula aus dem Kongo im Rahmen der Tanzwoche gibt den Auftakt des Projektes "Dance Dialogues Afrika", einem künstlerischen Austausch, der für die Jahre 2012 bis 2014 konzipiert ist.

An sechs Abenden finden drei Gastspiele im Societaetstheater statt, das Prager Theater Krepsko dürfte inzwischen Anhänger haben, die dessen bizarren, kafkaesken Humor schätzen, "Tango Grande" heißt die neue Produktion, die polnischen Tango mit finnisch-tschechischem Humor verbindet, mit Wodka und einem spiritistischem Chor nachhilft.

Gäste mit Verbindungen zu Dresden

Erstmals zur Tanzwoche gastieren Künstler aus Zypern in Dresden, "Glory Box" heißt die Arbeit der Company "En Drasi", die sich der Cyber-Kultur und virtuellen Realitäten nähert. Eine Verbindung zu Dresden gibt es auch, als Dramaturgin fungiert Ariane Thalheim von der hiesigen shotAG. Tanz und Livemusik am Piano versprechen Cynthia und Johnny Gonzales, die nicht unbekannt sein dürften, neu im Trio des Tanztheaters aus Bern ist der slowakische Tänzer Boris Nahalka.

Antoinette Helbing aus Oldenburg gewann beim Choreogafiewettbewerb "Interface V" in Görlitz 2011 mit ihrer Arbeit "Mir schwant es wandelt-sich" den ersten Preis. Die Aufgabe war, in höchstens einer Stunde zu Themen der Musik aus Tschaikowskis Ballett "Schwanensee" eine eigene, experimentelle Variante als Kammerspiel zu finden. Helbings Auseinandersetzung mit Vorahnungen und Verwandlungen hat die Jury überzeugt.

Im projekttheater wird es richtig russisch. Das Trans-Teatr zeigt mit "Full Moon Garden" ein so poetisches wie märchenhaftes Stück über den Geist der Natur, und die in Berlin lebende Tänzerin Anna Melnikowa widmet sich der rätselhaften russischen Seele, stellt sozialistischen Volkstanz aus Moskau und modernen Tanz aus Berlin gegenüber. "Ich sage, dass es (m)ein russischer Abend ist" heißt ihr Solo.

Aus Los Angeles kommt erneut Hae Kyung Lee. Mit ihrer Kompanie erkundet sie in "Transformation" die Grenze der Fantasie und des Gefühls und kündigt an, dass es dabei in vielen Facetten des körperlichen Ausdrucks durchaus zu einer Vermischung von Heiterkeit und Lebensfreude kommen wird.

Mit "Baby Box" stellen die Prager Akteure des Theaters "Veslé skoky", was soviel heißt wie lustige Sprünge, eine amüsante Lebensgeschichte von der Wiege bis zur Bahre vor, bedienen mit Lust Klischees und schlagen selbst in der Klinik dem Tod noch ein heiteres Schnippchen. Am Welttag des Tanzes gastieren die Prager im Theater Freiberg. Fürs nächste Jahr hat auch das Theater in Annaberg-Buchholz Interesse bekundet, an der Tanzwoche Dresden zu partizipieren.

Man kann von einer Tradition der Tanzwoche Dresden sprechen, die besonderen Verbindungen zur freien Szene in Prag zu pflegen und dabei gerne Kompanien ganz bewusst über einen längeren Zeitraum mit dem Spektrum ihrer Arbeit vorzustellen. So gehört es zum Konzept der Auswahl aus den fast 100 eingegangenen Bewerbungen für diesen Festivaljahrgang, eine Balance zu halten zwischen den Einladungen an bewährte Partnerinnen und Partner und der Entdeckung neuer Möglichkeiten mit der Lust am Risiko im Bewusstsein der Verpflichtung, die vorhandenen Formate finanzieller, räumlicher und personeller Art so weit als möglich auszureizen.

Dass dabei für ein Festival mit Namen "Tanzwoche Dresden" auch besondere Bezüge zur Stadt und deren Traditionen eine Rolle spielen, versteht sich. So macht die Tanzwoche auf die Partnerschaft zwischen Dresden und Salzburg aufmerksam.

Irina Pauls hat mit Studierenden am Carl Orff Institut der Universität Mozarteum Salzburg ein Tanzstück nach Orffs Oper "Der Mond" kreiert. Die Geschichte von den Monddieben und dem Tanz der Toten, denen plötzlich der Mond scheint, präsentiert die Tanzwoche Dresden mit einem einmaligen Gastspiel im Staatsschauspiel Dresden, Kleines Haus 3.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.03.2012

Alexander Lurg

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